Donnerstag, 31. Mai 2012

Das Galaxy S3 ist ein Verkaufsschlager

Das ist ja schon fast wie beim iPhone: Die Medien berichten ganz aufgeregt über das neue Gerät, und die Herstellerfirma hält die Händler an der kurzen Leine mit den Lieferungen. Es ist anzunehmen, dass die Lieferschwierigkeiten für das neue Samsung Galaxy S3 nicht lange anhalten werden – auf jeden Fall sind sie Teil einer gelungenen Marketingstrategie.

Da sind wir also wieder beim alten Glaubenskrieg, den schon die PC-User über Jahre ausgefochten haben: Apple gegen den Rest der Welt. Beim PC war es der Software-Gigant Microsoft, der als Feindesfigur herhalten musste. Heute sind es Android-Smartphones im Allgemeinen und Samsung im Besonderen. Das neue GalaxyS3 wird von vielen Medien als zukünftiger iPhone-Killer oder zumindest als mächtiger iPhone-Rivale gefeiert – wenn auch oft noch mit Fragezeichen.
Ob Killer oder nicht: Das Gerät sind gut aus, ist innovativ und bekommt gute Kritiken. Bei einem der grössten Handy-Verkäufer Grossbritanniens sind schon so viele Bestellungen eingegangen, dass das S3 schon das bestverkaufte Smartphone des Jahres war, bevor es überhaupt in die Läden kam.

Donnerstag, 24. Mai 2012

Wandern im Bündnerland - in High Definition

Zum Abnehmen taugt es jedenfalls nicht – ist aber trotzdem  ziemlich einmalig: Ab sofort kann eine der spektakulärsten Wanderungen der Schweiz im Wohnzimmer miterlebt werden – in HD-Qualität. Auf der digitalen Wanderplattform www.webwandern.ch können Wanderfans aus der ganzen Welt in einem 36-stündigen Film die zehn Etappen-Wanderung der Via Albula/Bernina in den Schweizer Alpen in Echtzeit mitverfolgen.

Die Wanderung auf der Via Albula/Bernina ist 131 Kilometer lang und führt zum grössten Teil  entlang dem UNESCO Welterbe “Rhätische Bahn in der Landschaft Albula/Bernina“ entlang. Dabei können Wander-Fans hochalpine, alpine und subtropische Zonen in einem Naturparadies erleben - zu Fuss oder per Bahn, langsam oder schnell, von Norden nach Süden oder umgekehrt. 100 so genannte Hotspots zeigen alles Wissenswerte zu Sehenswürdigkeiten und Ortschaften. Spektakulär sind neben dem 65 Meter hohen Landwasserviadukt auch die zahlreichen Bergseen, wie beispielsweise der Crap Alv oder der Lej Nair.
Die Wanderungen entlang der Via Albula/Bernina im RhB UNESCO Welterbe sind atemberaubend. Jeder Zeitpunkt der Wanderung sowie alle Hotspots können über zahlreiche Social-Media-Kanäle geteilt werden.
Das Ziel dieser Plattform sei es, Wanderer - und solche die es noch werden möchten - für eine reale Wanderung auf der Via Albula/Bernina zu begeistern, sagt Martin Sturzenegger von der RhB. Die Plattform wurde von der Rhätischen Bahn und Graubünden Ferien realisiert und ist Teil der Kommunikationsoffensive der Regionenmarke Graubünden.
Es könnte ja sein, dass Sie keine Zeit haben, sich die ganzen 36 Stunden der Wanderung anzusehen. Das heisst aber nicht, dass Sie leer ausgehen: Auf YouTube gibt es eine kürzere Version – vieleicht für jene Zuschauer, die lieber in den Bergen, als auf der Couch wandern...

Montag, 21. Mai 2012

Geld wird immer digitaler - auch aus politischen Gründen

Die Evolution des Geldes von der Münze und der Banknote zur Plastikkarte oder zum elektronischen Portemonnaie, ist schon seit längerer Zeit im Gang, scheint sich jetzt aber zu beschleunigen. Daran schuld ist nicht nur der technologische Fortschritt, sondern auch das politische Umfeld.

Münzen vor dem Euro - gibt es bald Plastik, wieder in den
Landeswährungen?
Die Europäischen Staaten sind in Geldnot; da wird nach jedem Strohhalm gegriffen, der Mehreinnahmen verspricht. Digitales Geld könnte sich durchaus als ein derartiger Strohhalm erweisen. Wenn, wie jetzt schon in Italien, Beträge höher als 1000 Euro nicht mehr bar bezahlt werden dürfen, wird es schwierig, wirtschaftliche Aktivitäten vor dem Staat und dem Steueramt zu verstecken. Gerade in Ländern mit einer grossen Schattenwirtschaft könnte sich das durchaus rechnen. Deshalb erlassen neben Italien auch noch andere Länder solche Limiten für ihre Bürger – ganz nach Lenins marxistisch revolutionärem Motto: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Zitat aus der NZZ:
Seit Dezember letzten Jahres dürfen Beträge über 1000 Euro nicht mehr in bar bezahlt werden. Im Rahmen des Sparpakets hat der italienische Ministerpräsident Mario Monti dieses Bargeldverbot erlassen. In Griechenland lautet die entsprechende Obergrenze für Privatpersonen 1500 Euro. Spanien will ab einer Bargeldzahlung von 2500 Euro unter Geschäftspartnern die Reissleine ziehen. In Frankreich liegt die Grenze bei 3000 Euro. In Schweden zirkulieren Pläne, den Bargeldverkehr vollständig abzuschaffen und durch Geld- und Kreditkarten zu ersetzen. Dort stehen Banknoten und Münzen im Umlauf für nur 3 Prozent der Wirtschaftsleistung.“
Doch die Digitalisierung des Geldes hat durchaus nicht nur politisch-ökonomische Gründe. Bargeld ist teuer und auch nicht sehr praktisch. Wer sich auch im Alltag – nicht nur in den Ferien-  an die Bezahlung per Debit- oder Kreditkarte gewöhnt hat, möchte nicht mehr davon wegkommen. (Gemäss einer umfangreichen Visa-Studie kostet uns Bargeld viel Geld – nämlich etwa 2 Prozent des Bruttosozialproduktes.)
Eines der führenden Länder bezüglich bargeldloser Bezahlung ist Kanada, wo Debitkarten und Kreditkarten sehr beliebt sind und auch für kleinste Beträge eingesetzt werden können. Ob Zahnarzt, Tankstelle oder Lebensmittel: es gibt kaum ein Laden im ganzen Land, wo nicht mit Plastik bezahlt werden kann. In Kanada werden jährlich etwa 110 Einkäufe pro Einwohner per Debitkarte bezahlt, nur die Schweden brauchen ihre Bankkarten noch intensiver: für rund 130 Einkäufen pro Einwohner. Die Kanadier lieben auch ihre Kreditkarten: Auf 30 Millionen Einwohner kommen 70 Millionen Master- und Visa-Karten. Debit und Kreditkarten werden in Kanada auch an den Bankautomaten oft und gerne eingesetzt – rund eine Milliarde Mal pro Jahr.
Die EU-Kommission will nun auch in Europa mehr bargeldlosen Zahlungsverkehr durchsetzen. Sie definiert diese Zahlunmgsmittel wie folgt:
“Elektronisches Geld ist ein digitales Äquivalent zu Bargeld, das auf einem elektronischen Gerät oder räumlich entfernt auf einem Server gespeichert ist. Ein weit verbreitetes E-Geld-Zahlungsmittel ist die „elektronische Geldbörse“ in Form einer Zahlungskarte oder einer anderen Chipkarte, die der Nutzer mit einer relativ geringen Menge an E-Geld auflädt, um damit Kleinbeträge zu begleichen. E-Geld kann aber auch in Mobiltelefonen (mit denen auch bezahlt werden kann) und auf Online-Zahlungskonten gespeichert werden.“
Die Schweizer stehen dem digitalen Geld im Vergleich immer immer noch skeptisch gegenüber, und es scheint, als ob so mancher sogar noch Geld unter der Matratze liegen hat. Laut einer Untersuchung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) ist in der Schweiz vergleichsweise viel Bargeld im Umlauf. Zitat NZZ:
In der Schweiz sind rund 336 Millionen Frankenscheine im Wert von 57,98 Milliarden Dollar im Umlauf. Der hohe Anteil der grossen Notenabschnitte deute darauf hin, dass Banknoten nicht nur als Zahlungs-, sondern in erheblichem Umfang auch als Wertaufbewahrungsmittel verwendet würden, wie die Schweizerische Nationalbank (SNB) erklärt…“

Mittwoch, 16. Mai 2012

Ein guter Ruf ist viel Geld wert

Fast ein Viertel des Umsatzes eines Unternehmens hängt von seinem Ruf ab. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie, die erstmals misst, welchen Anteil die Reputation am Umsatz eines Unternehmens hat. Was für Privatpersonen zählt, ist also auch für Unternehmen wahr: Im digitalen Zeitalter, wo Bürger und Konsumenten in der Lage sind, ihre Meinungsmacht über das Internet auszuspielen, wird der gute Ruf immer wichtiger. 

Für Unternehmen zahlt sich der gute Ruf aus - und zwar messbar. 
Reputation ist ein wesentlicher Werttreiber und Wettbewerbsfaktor und entscheidet als solcher massgeblich über Erfolg und Misserfolg von Unternehmen. Diese Erkenntnis ist nicht neu. Neu aber ist die Methode, mit der man Reputation so messen kann, dass daraus eine verwertbare finanzielle Grösse wird. Diese Grösse heisst CRS oder Corporate Reputation Score. Dieser Wert wurde für zehn Unternehmen, die an der Deutschen Börse fehandelt werden, errechnet (Adidas, Allianz, Bayer, Beiersdorf, BMW, Daimler, Deutsche Bank, Henkel, Lufthansa, Volkswagen). Das Ergebnis: Rund ein Viertel des Umsatzes dieser Unternehmen hängt von deren Reputation ab. Mit anderen Worten: viele Milliarden Euro an Umsatz sind durch den guten Ruf erklärbar und durch gezieltes Management beeinflussbar. “Genau hier liegt der eigentliche Wert unseres CRS: Wer weiss, welche Faktoren Reputation beeinflussen, kann Inhalte, Massnahmen, Prozesse und Strukturen danach ausrichten. Und wer wissen will, wie Reputationsmanagement wirkt, kann dessen Erfolg jederzeit messen – über eine CRS-Untersuchung, die Veränderungen am Umsatz aufzeigt“ erklärt ein Sprecher der an der Studie beteiligten Firmen. 
Das grösste Ansehen, sprich die wahrgenommene Leistungsfähigkeit und Identifikation, wurde bei BMW mit einem Score von 83 gemessen, dicht gefolgt von Daimler (82) und Volkswagen (79). Bei BMW beträgt der umsatzmässige Wert dieses guten Rufs immerhin  21 Milliarden Euro, bei Daimler 23,2 Milliarden und bei VW 37,1 Milliarden Euro.
Die Studie wurde von Serviceplan Corporate Reputation und der Managementberatung Biesalski & Companydurchgeführt. 2‘384 Verbraucher wurden zu den genannten Unternehmen befragt; hinsichtlich Kundenorientierung, wirtschaftlicher Stärke, Nachhaltigkeit, Attraktivität, Kapitalmarktattraktivität und Innovationskraft. Studiendetails können hier heruntergeladen werden.

Montag, 14. Mai 2012

Wenn der Laden zum Showroom wird

Der Einkaufsladen der Zukunft wird weniger ein Einkaufsgeschäft als ein Showroom sein, wo potentielle Kunden Produkte anschauen und anfassen, sich aber auch beraten lassen. Eingekauft wird dann online, und geliefert wird nach Hause. Das erwarten zumindest die Analysten von PwC, die sich in einer umfassenden Studie mit dem Detailhandel der Zukunft befasst haben.

Vom Konsumtempel - hier Les Galeries Lafayette in Paris -
 zum Showroom: Haben Warenhäuser bald ausgedient?
Um herauszufinden, wie Kunden am liebsten einkaufen, wurden weltweit 7000 Konsumenten befragt, 1000 davon in der Schweiz. Die meisten Erkenntnisse, die so gewonnen wurden, sind zwar nicht neu, sie unterstreichen aber eine Entwicklung, die im Detailhandel schon vor Jahren angefangen hat, und die wohl nicht mehr aufzuhalten ist. Das heisst: Moderne Verbraucher betreiben sogenanntes "Multichannel-Shopping". Vor dem Kauf eines Produktes vergleichen sie Angebote und Händler, tauschen sich mit Bekannten aus und kaufen dann über den Vertriebskanal ihrer Wahl. Charakteristisch für das veränderte Konsumentenverhalten ist, dass die Kanäle oft kombiniert werden. Die Recherche findet online oder im Katalog statt,  gekauft wird dann im Ladengeschäft - oder umgekehrt. 88 Prozent der Kunden verteilen schon heute ihre Einkäufe auf mindestens zwei Kanäle, 34 Prozent sogar auf vier bis fünf.
Diese Entwicklung ist natürlich eine  Herausforderung für den Detailhandel.
Innerhalb des Multichannel-Shoppings wächst nämlich vor allem der Anteil an Onlineeinkäufern. Dabei locken nicht nur tiefere Preise, sondern die Verfügbarkeit der Produkte – immer und überall. Jeder dritte Schweizer nennt dies denn auch als Hauptgrund für den Einkauf im Internet.  Im letzten Jahr wurden in der Schweiz schon 57 Prozent aller Bücher, CDs und Filme, 44 Prozent aller Computer und 42 Prozent anderer  Elektronikartikel online gekauft. Eine besondere Rolle spielen dabei Social-Media-Plattformen wie Facebook oder Twitter. Zwar kauft nur ein Prozent der User direkt dort ein - 16 Prozent der Befragten gaben aber an, sich auf diesen Plattformen zu informieren.
PwC sieht eine Schweizer Detailhandelszukunft, wo Läden vor allem als Showroom dienen werden, wo Kunden Produkte austesten und sich inspirieren sowie beraten lassen. Bestellt wird dann später online – wenn alles richtig läuft, vielleicht sogar beim gleichen Händler, der die Beratung geliefert hat…
Die PwC-Publikation kann als PDF hier bezogen werden:  claudia.sauter@ch.pwc.com