Freitag, 30. April 2010

Suisse-ID: Digital Vertrauen schaffen

Die sichere Identifikation von digitalen Kommunikationspartnern ist immer noch eines der grossen Probleme im elektronischen Geschäftsverkehr. In der Schweiz wird jetzt eine Lösung angeboten, die der Bund sogar noch subventioniert. Das System funktioniert auf Chip-Basis, heisst Suisse-ID und könnte sich auch im KMU-Bereich als nützlich erweisen.

Die Suisse-ID ist ein digitaler Pass in Form einer Chipkarte oder eines USB-Sticks. Sie macht es möglich, die Identität einer Person in einem Netz einwandfrei zu bestätigen und wird ab der ersten Mai-Woche von der Post und der St.Galler Firma Quo Vadis angeboten. Sie kann zur Authentisierung gegenüber Online-Applikationen und zum rechtsverbindlichen Unterschreiben von elektronischen Dokumenten genutzt werden. Ihr Nutzen liegt in der hohen Transaktionssicherheit und Zeitersparnis. Mit der SuisseID will der Bund dem elektronischen Geschäfts- und Behördenverkehr in der Schweiz zum Durchbruch verhelfen. Für die vergünstigte Erstabgabe der SuisseID an natürliche Personen steht ein Betrag von 17 Millionen Franken zur Verfügung. Weitere vier Millionen Franken wurden für den Aufbau der Infrastruktur gesprochen.
Vorläufig wird die Nachfrage aber trotzdem nicht sehr gross sein, wie die NZZ berichtet:
“Trotz den Bundessubventionen dürfte sich für Privatanwender die Anschaffung einer Suisse-ID vorerst noch nicht rechnen. Die Hoffnungen liegen deshalb auf den Unternehmen. Hier könnte die Suisse-ID in firmeninterne Sicherheitslösungen eingebunden werden. Der Trend zum Cloud-Computing, bei dem Software-Applikationen ins Internet ausgelagert werden, hat einen Bedarf geschaffen für Lösungen, die beim Fernzugriff auf Computerressourcen die Identifikation und Autorisierung von Benutzern ermöglichen.“
Die neue digitale ID könnte auch für Privatpersonen relativ schnell interessant werden, wenn der Detailhandel die Benutzung einbindet. Laut computerworld.ch , können sich Kunden in Zukunft bei Buch.ch, coop@home und LeShop mit der SuisseID und der PIN anmelden. Unterschiedliche Logindaten für die Online-Shops seien dann nicht mehr notwendig. Und weiter:
“Auch Einkäufe von zum Beispiel alkoholischen Getränken oder Spielen mit Altersbeschränkung liessen sich mit der SuisseID realisieren. Dafür fragt der Shop automatisch das Alter beim Kartenherausgeber ab. Beim Kauf einer Flasche Wein muss der SuisseID-Inhaber zustimmen, dass zum Beispiel coop@home eine Altersverifikation durchführen darf. Dabei erhält der Shop aber keinen Zugriff auf das Geburtsdatum. Vom Kartenherausgeber kommt nur die Entscheidung «Ja» oder «Nein».“
Was kostet die Suisse-ID? Quo Vadis bietet sie für 164 Franken an, für eine Gültigkeitsdauer von drei Jahren. Der Bund gibt privaten Benutzern 65 Franken vom Kaufpreis zurück, so dass die Karte jährlich noch 33 Franken kosten wird.

Dienstag, 27. April 2010

Wie Ihre Kamera funken lernt

Die Zukunft funktioniert kabellos! Ein gutes Beispiel dafür sind die Speicherkarten der amerikanischen Firma Eye-Fi, mit deren Hilfe ganz gewöhnliche Digitalkameras plötzlich funken können. Damit wird das Übertragen von Bildern, so gut wie automatisiert und Kabel sind überflüssig.

Die Idee ist gut und wird sicherlich zahlreiche Nachahmer finden. Die Speicherkarten von Eye-Fi können nicht nur 4 oder 8 Gigabyte speichern, sie sind auch noch mit einem WLAN-Modul ausgerüstet, das reguläre Digitalkameras funken lässt. So können dann Bilder und Videos ohne Kabel entweder ins Web oder auf den eigenen PC übermittelt werden. Je nach Modell können die Speicherkarten dazu benutzt werden, um ins eigene Netz über öffentliche Hotspots zu funken. Sobald die Bilder übertragen sind, macht die Karte automatisch wieder Speicherplatz frei, damit weiter fotografiert werden kann.
Die Eye-Fi Funkkarten werden jetzt auch auf dem deutschsprachigen Markt angeboten – unter anderem bei Amazon, Fust und Manor. Das billigste Modell (4GB) kostet rund 60 Euro und ist die einzige Karte, die keine Geo-Tagging-Funktion ermöglicht. Alle andern Modelle, bis zum 130 Euro, 8 GB-Modell, speichern auch noch automatisch den geographischen Aufnahmeort, was natürlich später das Sortieren der Bilder massiv erleichtert. Das Spitzenmodell kann noch mehr: Es ermöglicht die Übertragung direkt zum zum PC, ganz ohne Wireless-Network, was vor allem unterwegs äusserst nützlich sein kann.

Sonntag, 25. April 2010

Radarfallen im Weltall

Darauf habe die meisten Autofahrer gerade noch gewartet. Erdbasierte Radarüberwachung ist die Technolgie von gestern, moderne Radarfallen sind Satelliten und befinden sich im All. Dass das zu weit geht, finden nicht nur Datenschützer.

“Big Brother is watching you“ ist dank GPS und digitaler Technologie längst zur Tatsache geworden. Standorte können dank GPS-Chips in mobilen Geräten leicht ermittelt werden, und wer mit Plastikkarten zahlt oder sich an sozialen Netzwerken beteiligt, gibt oft viel mehr Informationen preis, als ihm oder ihr lieb sein kann. Auch an die Satellitenbilder aus dem All und die Strassenansicht von Google haben wir uns schon gewöhnt. Doch nun wird die Radarfalle im Weltall getestet – und all die vielen Regierungen und Behörden, die ja bekanntlich gar nicht genug Steuer- und Bussgelder bekommen können, werden die neue Methode der Überwachung sicher gerne willkommen heissen.
Wie die der Londoner “Telegraph“ berichtet, wird das neue System mit dem Namen “SpeedSpike“ in England bereits getestet und funktioniert hervorragend.
“Konkret wird zuerst die Autonummer mit einer Kamera erfasst. Die Software identifiziert das Fahrzeug und schickt dann die Daten an den Satelliten weiter. Dieser ist nun in der Lage, das Auto weiterzuverfolgen. Nicht mehr nötig ist eine zweite Messstelle. Die Satellitendaten können so interpretiert werden, dass die Durchschnittsgeschwindigkeit über längere Strecken ermittelt wird.“
Abgesehen davon, dass sich einem tatsächlich ein mulmiges Gefühl einschleicht, wenn man sich immer und überall vom Himmel her beobachtet fühlen muss, bietet das System natürlich reichlich Möglichkeiten zum Missbrauch. Schliesslich können damit bestimmte Fahrzeuge über ganze Strecken verfolgt werden. Trotzdem ist anzunehmen, dass auch dieser technologische Fortschritt früher später bei uns eintreffen wird – Datenschützer hin oder her. Die Argumente dafür sind in England schon geäussert worden. Es handle sich ganz einfach “um die natürliche Evolution einer bereits existierenden Technologie“, meinte ein Sprecher des britischen Automobilverbandes. Ganz unrecht hat er damit ja nicht.

Samstag, 17. April 2010

Das teuflische Kleingedruckte

Wer PC und Internet benutzt, wird fast täglich von irgendeinem Softwarehersteller, Onlineshop oder Medium dazu aufgefordert, die kleingedruckten Geschäftsbedingungen mit einem Klick zu akzeptieren – sonst beginnt der Download nicht, oder die Bestellung wird nicht abgewickelt. Doch wer liesst sie schon, diese “Terms and Conditions“? So gut wie niemand, wie eine Story aus England beweist.

Stellen Sie sich vor, sie müssten tatsächlich alle kleingedruckten Lizenz- und Geschäftsbedingungen lesen, bevor Sie im Internet etwas akquirieren – die Tage und Nächte wären schlicht und einfach nicht lang genug! Eine Britische Firma, die Computerspiele verkauft, machte sich nun einen Spass daraus, eine leicht unheimliche, wenn auch völlig unsinnige Klausel in ihr Kleingedrucktes einzubauen. Unter dem Titel “Immortal Soul Clause“ gab sie sich selber das Recht, mit dem Verkauf eines Produktes die Seele ihrer Kunden einzufordern. Wer also bei GameStation ein Spiel kaufte, verkaufte gleichzeitig seine Seele – zwar nicht dem Teufel, aber immerhin.
Die Firma leistete sich diesen Spass, um darauf hinzuweisen, dass eben fast niemand das Kleingedruckte liest. In diesem Text gab man den Kunden nämlich die Gelegenheit, den Verkauf ihrer Seele abzulehnen – womit sie sich auch noch einen Gutschein im Wert von 5 Pfund, also rund 10 Franken verdient hätten. Trotzdem gaben innerhalb weniger Tage 7500 Onlione-Shopper lieber ihre Seele auf, als das Kleingedruckte zu lesen, das sind immerhin rund 90 Prozent aller Nutzer – und wir können es ihnen nachfühlen, schliesslich hat der Tag nur 24 Stunden. Trotzdem muss man sich fragen, wozu die unzähligen im Web publizierten kleingedruckten Vertragsbedingungen eigentlich gut sind - wenn sie ja eh fast nicht gelesen werden.

Das war die teuflische Vertragsklausel:
"By placing an order via this Web site on the first day of the fourth month of the year 2010 Anno Domini, you agree to grant Us a non transferable option to claim, for now and for ever more, your immortal soul. Should We wish to exercise this option, you agree to surrender your immortal soul, and any claim you may have on it, within 5 (five) working days of receiving written notification from gamesation.co.uk or one of its duly authorised minions."

Donnerstag, 15. April 2010

Zertifizierte Schweizer Qualitätssoftware

Die Einführung neuer Software im Betrieb stellt eine grosse Herausforderung dar und ist für den Kunden mit vielen Unsicherheiten behaftet. Aus diesem Grund hat die SGS im letzten Jahr die Norm ISO 25001 in ihr Portfolio aufgenommen. Um die unabhängige Überprüfung von Herkunft und Qualität in der Schweiz zu etablieren, wurde nun auch eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit mit dem Label “swiss made software“ unterzeichnet, das auch die Opacc-Software auszeichnet.

Die Zusammenarbeit habe zum Ziel, Transparenz bei der Evaluation von Software zu schaffen und die Wahrnehmung der Schweizer Softwareindustrie in der Öffentlichkeit nachhaltig zu steigern, teilen die Initianten mit. Schweizer Software-Firmen können nun, von unabhängiger Stelle geprüft, gegenüber Entscheidungsträgern in Unternehmen sowohl Herkunft als auch Qualität ihrer Software-Produkte klar belegen. Die Bedeutung von Software-Herkunft und -Qualität werde für Kunden angesichts schwindender Transparenz von Sourcing-Aktivitäten immer wichtiger. Die eindeutige, offiziell bestätigte Kennzeichnung von Ursprungs- und Qualitätsnormen liefere dem Käufer eine äusserst wichtige Entscheidungsgrundlage.
In diesem Zusammenhang findet am 6. Mai 2010 im Anschluss an den "Swiss IT Academy - eBusiness Kongress" in der Messe Zürich ein Anlass statt, an dem vorgestellt wird, wie die Überprüfung erreicht werden kann. In einer anschliessenden Podiumsdiskussion wird erörtert, welche Bedeutung der Standard für Unternehmen hat.
Die SGS-Gruppe ist übrigens ein beeindruckendes Unternehmen: sie ist weltweit führend in den Bereichen Prüfen, Testen, Verifizieren und Zertifizieren. Sie setzt global anerkannte Maßstäbe für Qualität und Integrität und beschäftigt mehr als 59000 Mitarbeiter in über 1000 Niederlassungen und Laboratorien weltweit.