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Samstag, 26. September 2015

Wann wird denn noch gearbeitet?

Es sind erstaunliche Zahlen, die da in neuen Studien gemeldet werden: Durchschnittliche Anwender verbringen täglich fünf bis sechs Stunden damit, ihre E-Mails zu erledigen, zu checken, zu lesen, zu schreiben oder weiterzuleiten. Haben wir nicht mehrfach gelesen, E-Mail liege auf dem Sterbebett?

E-Mail-Kommunikation: Zeitraubend oder rationell?                               Bild PfW
E-Mail ist quicklebendig, das zeigen Studien von Adobe und Radicati, einem Silicon-Valley-Unternehmen. Die meisten E-Mail-User glauben, dass sie in Zukunft noch mehr Zeit für die Kommunikation per E-Mail aufwenden werden. Die steigende Mobilität der User trägt zu dieser E-Mail-Popularität bei; mit dem Smartphone kann man nun auch im Zug oder gar auf der Toilette oder beim Autofahren E-Mails lesen (ganze 13 Prozent geben zu, dass sie dies tun):
“Neun von zehn Befragten checken ihre privaten E-Mails von der Arbeit aus und umgekehrt. Im Durchschnitt verbringen sie mehr als sechs Stunden pro Tag damit, ihre E-Mails zu durchforsten. Kein Wunder – 46 Prozent durchforsten ihren Posteingang beim Fernsehen, 43 Prozent während des Urlaubs und 33 Prozent lesen ihre Mails am liebsten im Bett. Und auch im Badezimmer sind immer noch 19 Prozent der Nutzer in ihre E-Mails vertieft. Gefährlich: 13 Prozent lesen ihre E-Mails, während sie am Steuer sitzen.“
(Das sind die Zahlen aus Deutschland. In den USA sind es sogar 18 Prozent, die Ihre E-Mails beim Autofahren lesen und 42 Prozent, die das im Badezimmer tun.)
Die Frage ist nur: Bleibt denn auch noch Zeit zum Arbeiten? Nun ja, ein bisschen Zeit bleibt schon noch, wie die Umfrage bei deutschen Arbeitnehmern fand:
“Selbst in Zeiten boomender Collaboration und umgreifender „Simplify your life“-Strategien verbringen die Deutschen nahezu 5 Stunden pro Tag damit, ihre E-Mails zu checken. Auf die Arbeitswoche gesehen sind das immerhin beachtliche 25 Stunden. Kein Wunder: Für knapp jeden fünften deutschen Büroarbeiter gilt die E-Mail auch heute noch als bevorzugter Kanal, um mit den Kollegen zu kommunizieren…“
Es ist kein Wunder, dass E-Mail so viel Zeit in Anspruch nimmt: Eine Radicati-Studie rechnet vor, dass im letzten Jahr jeder geschäftliche User durchschnittlich 121 E-Mails verschickt hat – jeden Tag.

Donnerstag, 13. August 2015

Werbung: Gegen die Wand

Wir leben im Zeitalter der allgegenwärtigen Werbung; es gibt kaum ein Ort, an dem nicht irgendjemand versucht, auf unser Konsumverhalten Einfluss zu nehmen. im Gegensatz zu den “alten“ Medien ermöglichen es digitale Medien, der Werbung einen Riegel zu schieben. Genau das machen inzwischen fast 200 Millionen User, was die digitalen Verleger gemäß einer neuen Studie allein dieses Jahr 22 Milliarden Dollar kosten wird.

Ad-Blocking verbreitet sich immer mehr, auch im deutschsprachigen Raum.
                                                                                Screengrab Adblockplus.org/de
Dieses Jahr sind es also 22 Milliarden Dollar, die gemäß einer neuen Studie von Adobe und PageFair an Werbeumsatz verloren gehen. Im nächsten Jahr rechnen die Experten mit über 40 Milliarden an blockierten Werbeeinnahmen.
Der Grund: Ad-Blocking nimmt in rasantem Masse zu. Was früher nur wenige User machten, wird heute zur Gewohnheit für sehr viele Anwender; allein im letzten Jahr hat die Zahl der weltweiten Werbeblockierer um 41 Prozent zugenommen, heute blockiert global schon jeder dritte User.
Sorgen macht sich die Werbebranche vor allem wegen  der angekündigten Werbeblocking-Funktionen im neuen iOS 9. Zitat aus dem Branchenmagazin Persönlich:
“Die Prognose für 2016 wird unter anderem auf die Zunahme von Mobile Ad Blocking zurückgeführt: Aktuell liegt der Anteil von Ad Block Traffic mobiler Geräte bei nur 1,6 Prozent. Das neue iOS 9 mit integrierten Ad Blocking-Funktionen, das im Herbst veröffentlicht wird, könnte sich laut der Studie als Game Changer im Bereich Mobile Ad Blocking erweisen.“
Technisch wäre es wohl kein Problem, Inhalte nur jenen Usern zu zeigen, die auch Werbung zulassen. Allerdings würden durch derartige Massnahmen zu viele Internet-Publikationen zu viele Leser verlieren.

Man fragt sich, ob der Ad-Blocking-Boom nicht auch für die Werber Vorteile hat: Ad-Blocking könnte ja auch dazu führen, dass es leichter wird ein Zielpublikum zu erreichen. Wer will denn schon Anzeigen schalten, die niemand sehen will?
YouTube ist hier wegweisend; Wer Werbung vor einem Video nicht sehen will, kann sie nach fünf Sekunden wegklicken:
“Mit TrueView schuf Google 2010 ein Werbeformat, das vor YouTube-Videos geschaltet wird, und bei dem Nutzer selbst bestimmen, ob und welche Werbung sie sehen möchten. Für den Werbekunden fallen nur Kosten an, wenn sich ein Nutzer die Anzeige tatsächlich ansieht. Heute sind 85 Prozent aller Video-Anzeigen auf YouTube TrueView-Ads. Insgesamt werden Google zufolge täglich vier Milliarden Videos auf YouTube angeschaut…“
Die Initative zahlt sich also für Werbetreibende aus, gerade weil täglich Millionen von Spots weggeklickt werden.
Die Zahlen der neusten AdBlocking-Studie bestätigen allerdings auch, dass das Internetpublikum immer mehr für immer weniger erwartet. Wie die meisten Verlagshäuser schon lange herausgefunden haben, sind die meisten User nicht bereit, für Inhalte zu bezahlen. Nun wollen sie nicht mal mehr die Werbung ansehen, die für diese Inhalte bezahlt.
 Ob das etwas mit der Qualität dieser Werbung zu tun hat?

Montag, 29. Juni 2015

HTML5 oder Flash Player? Sie entscheiden!

Google ist längst nicht mehr nur eine Suchmaschine; der Internet-Gigant hat seine langen Finger in zahlreichen anderen Online-Unternehmen – wie zum Beispiel Youtube. Schon vor neun Jahren hat Google 1,65 Milliarden US-Dollar für das Videoportal hingeblättert, das nicht einmal zwei Jahre vorher gegründet worden war. Schon damals war es Adobe, das mit seinem Flash Player die Software zum Abspielen der Youtube-Videos zur Verfügung stellte. Damit ist seit kurzem Schluss: Statt Flash Player von Adobe spielen die Videos jetzt automatisch mit HTML 5 – und das ist nicht immer ein Vorteil.

Wir alle kennen den Flash Player von Adobe und haben ihn wahrscheinlich auf unserem schon PC unzählige Male aktualisiert, um Sicherheitslücken zu stopfen. Doch was ist denn eigentlich HTML5, das Flash ablösen soll? Chip.de erklärt:
HTML5 sollte Flash Player von Adobe in den Schatten stellen - doch die Reklamationen
der User sind Litanei.                                                                              Screen Grab Youtube
“Die Initiative HTML5 wurde vor allen von Steve Jobs angefeuert. Er hatte bei Flash zu große Sicherheitsbedenken und weigerte sich, die Technik in Apples mobile Geräte zu integrieren. Jobs erklärte HTML5 zur Flash-Alternative. Bisher mussten Apps für jedes Betriebssystem einzeln programmiert werden. Mit HTML5 können Anwendungen auf allen Plattformen über den Browser ausgeführt werden. HTML5 wird direkt vom Browser interpretiert. Daher ist kein zusätzliches Programm, kein Plugin und auch kein Update erforderlich. Der größte Vorteil von HTML5 liegt bei den mobilen Endgeräten. Videos werden nicht mehr per Flash Player wiedergegeben, sondern direkt vom Browser über HTML5 abgespielt. Das spart Akku und geht deutlich schneller.“
Das sind alles sehr gute Argumente für HTML5 – aber es gibt auch Nachteile:
“ Flash hat noch die Nase vorn: Auf den meisten PCs ist der Adobe Flash Player installiert. HTML5 hingegen wird noch nicht von allen Browsern vollständig unterstützt. Deshalb müssen zum Beispiel Videos in mehreren Formaten bereitgehalten werden, da nicht alle Browser die gleichen Codecs unterstützen. Einheitliche Darstellung: Bei Flash können Sie entscheiden wie Ihr Player aussieht, die Darstellung bleibt in jedem Browser gleich. Bei HTML 5 kann es sein, dass es in verschiedenen Browsern zu unterschiedlichen Darstellungen kommt, die weniger funktional sind.“
Es gibt aber auch andere, praktischere Probleme mit HTML5. Obwohl nämlich HTML5 generell und vor allem von Google und Youtube als Fortschritt und Qualitätsverbesserung propagiert wird, scheinen unzählige User, die bisher mit Youtube-Videos keine Probleme hatten, plötzlich mit grossen Schwierigkeiten zu kämpfen. Die Internet-Foren sind voll von Nutzern, die sich über ruckelnde Videos beschweren, die früher mit Flash Player problemlos gelaufen sind. Da nützt es auch nichts, dass Google bei jeder Gelegenheit vollmundig die Vorteile von HTLM5 anpreist. Zwei typische Beispiele von User-Kommentaren auf dem Youtube Hilfe-Forum:
 “User BennySep sagt: HTML5 pisst mich mehr an als Flash, Flash Videos kann ich mir angucken, aber HTML5 macht Probleme, habe FF 14. Youtube sollte jedem die freie Auswahl geben, ob Flash oder HTML5!User JoeGo sagt: Bei mir kommt nur noch ein schwarzer Bildschirm. Das gehört zum neuen Google-Programm: Wie kann ich eine gut laufende Plattform wie Youtube kaputt-programmieren…"

Immerhin haben diese Anwender die Möglichkeit, ihre Videos wieder mit Flash Player anzusehen – zumindest wenn sie Google Chrome als Browser benutzen. Eine entsprechende App kann hier heruntergeladen werden. Damit bleibt alles beim Alten, und Youtube-Videos laufen auch auf älteren Computern wieder einwandfrei. Es funktioniert hervorragend; wir haben es getestet.