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Freitag, 22. Februar 2013

Flightradar in der guten Stube

Zum Wochenende stellen wir Ihnen eine Website vor, die durch ihre technische Leistungsfähigkeit, wie auch durch ihre Verspieltheit auffällt.  Fortgeschrittene digitale Technologie ermöglicht es, zuhause in der guten Stube die weltweite Zivilluftfahrt buchstäblich über alle Grenzen hinweg zu verfolgen.

Der Screenshot von Flightradar24.com zeigt, wie gedrängt es in den Lufträumen der westlichen Industriestaaten zugeht.
Die Website heisst flightradar24.com und bietet die Echtzeit-Übersicht der meisten kommerziellen Flüge, die sich während eines gegebenen Moments in der Luft befinden (es ist übrigens absolut erstaunlich, wie gedrängt die Luftverkehrsräume über Nordamerika, Europa und Teilen Asiens aussehen; und wie vergleichsweise leer Afrikas Luftraum ist).
Durch klicken auf eines dieser vielen Flugzeuge erscheint auf dem Bildschirm die dazugehörige Fluginformation: Fluglinie, Flugzeugtyp, Startflughafen, Destination etc.

Doch das ist noch nicht alles. Wer auf seinem PC Google-Earth installiert hat, kann auch noch virtuell im Cockpit mitfliegen, und die Sicht vom Co-Pilotensessel geniessen. Das ist vor allem dann interessant, wenn man den Flug eines Freundes oder Bekannten mitverfolgen will.  Die Sicht aus dem Cockpit funktioniert vom Start bis zur Landung – sobald das Flugzeug den Boden berührt, wird die "Übertragung" abgeschlossen.
Nicht alle Daten, die von flightradar24.com angezeigt werden, stimmen. Es kann schon mal passieren, dass der Zielflughafen falsch angegeben wird, oder dass Startpunkt und Destination übereinstimmen. Im Grossen und Ganzen ist die Website aber beeindruckend leistungsfähig – ein Beispiel dafür, wie das Internet  Informationen für die Allgemeinheit zugänglich macht, die noch vor wenigen Jahren nur mit sehr speziellen Ausrüstungen an sehr speziellen Orten (Kontrolltürmen) erhältlich waren. 

Montag, 27. Juni 2011

HD-Video aus dem Weltraum

HD-Video aus dem Weltraum

Konkurrenz für Google-Earth: Das Kanadische Unternehmen Urthecast will zwei hochauflösende Kameras an der internationalen Raumstation ISS anbringen, deren Videos dann per Internet von allen interessierten Anwendern abgerufen werden können. Sie wären schärfer und aktueller, als die Bilder, die Google anbietet.

Es sind hochfliegende Pläne. Urthecast will den ersten ständigen HD-Livestream von Videos aus dem All per Internet zur Verfügung stellen. Die zwei Kameras, die das Unternehmen bauen lässt, sollen am Russischen Teil der Internationalen Raumstation installiert werden, und ununterbrochen Videoansichten der Erde in höchster Qualität liefern. Die Internationale Raumstation ISS umkreist die Erde in einer Höhe von 350 Kilometern mit einer Geschwindigkeit von 26'000 Kilometern pro Stunde – somit schafft sie es, den Erdball 16 Mal täglich zu umrunden. Sie tut das wellenförmig: Das heisst, ihr Kurs variiert zwischen 52 Grad Nord und 52 Grad Süd.
Urthecast plant, auf der geplanten Webplattform immer den genauen Standort der Raumstation anzuzeigen – so kann exakt geplant werden, welches Gebiet demnächst abgedeckt wird. Der Videostream kann aber nicht nur live angeschaut werden: Wie Urthecast auf ihrer Website mitteilt, sollen die Videos wie auf einem digitalen Videorecorder manipulierbar sein:
“Anwender werden in der Lage sein, zu zoomen, die Kamera virtuell zu von Seite zu Seite zu bewegen, sowie vorwärts und rückwärts zu spulen, wenn sie etwas Interessantes auf der Erde entdeckt haben.“
Die Kameras sollen im Herbst ins All geflogen werden; die Bilder sollen im nächsten Jahr verfügbar sein. 

Freitag, 11. Dezember 2009

Die Sicht von oben

Bilder sind in der digitalen Gesellschaft billig zu haben; dank der immer günstigeren digitalen Bildtechnologie hat heute jeder Anwender die Möglichkeit, qualitativ einwandfreie Bilder zu schiessen und im Web zu publizieren. Professionelle Fotografen müssen sich also etwas Besonderes einfallen lassen, um nicht in dieser Bilderflut unterzugehen. Zum Beispiel einen speziellen Blickwinkel - der allerdings nicht immer nur Freude auslöst.

Eine spezielle Sicht der Dinge bieten zum Beispiel Aufnahmen aus der Luft. Auch im Zeitalter von Google Earth sind nämlich qualitativ hochstehende Luftbilder gefragt, sowohl von Behörden, Unternehmen und Privatpersonen. Diese Marktlücke bedient auch der Innerschweizer Journalist und Pilot Niklaus Wächter unter dem Namen reportair.ch. Wächter schwingt sich mit seinem Motorsegler nicht nur für Auftragsbilder grosser Zeitungen in die Luft, sondern hat inzwischen auch ein digitales Archiv mit rund 30'000 Bildern aufgebaut und zumindest teilweise ins Net gestellt. Da können die Bilder, nach Kategorien geordnet und mit Beschreibungen versehen, ausgewählt werden. Mit dem Motorsegler zu fotografieren, statt mit dem Helikopter, ist laut Wächter nicht nur günstiger, sondern auch leiser und umweltfreundlicher.
Allerdings schätzt es nicht jedermann, wenn er von oben fotografiert wird. Zum Beispiel der frühere Formel-1-Star Michael Schumacher, der Klage gegen Wächter eingereicht hat, weil ein Bild seiner Villa am Genfersee auf reportair.ch zu finden war! Und da die Website natürlich auch im Ausland abgerufen werden kann, hat Schumi seine Klage in Deutschland eingereicht. Da sowohl das Fotosujet, als auch der Kläger und der Fotograf in der Schweiz sind, und die Zuständigkeit eines Deutschen Gerichts mit der örtlichen Unabhängigkeit des Internetzugriffs begründet werden müsste, ist der Fall für jeden von Interesse, der im Internet publiziert - sei das nun eine Homepage, ein Bildarchiv oder eine Zeitung. Allerdings stellt sich die Frage, wieso sich Schumi und seine Anwälte die Mühe machen: Wer nämlich auf Google mit den zwei Begriffen 'Schumi Villa' eine Bildersuche unternimmt, findet schon auf der ersten Ergebnisseite 3 Websites mit Bildern der neuen Villa. Wächters Website gehört nicht mal dazu.