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Samstag, 6. Dezember 2014

Hochkultur im 21. Jahrhundert: 2‘147‘483‘647 Abrufe auf YouTube

Wir haben es schon vor Jahren geahnt: Dieses Video entspricht dem Geschmack der YouTube-Generation. Dass aber der Koreanischen Rapper Psy und sein Mega-Hit Gangnam-Style sogar den YouTube-Abruf-Zähler an den Anschlag bringen würden, ist doch ziemlich bemerkenswert.

Eigentlich hatten die YouTube-Programmierer gedacht, dass eine 32-Bit-Integer-Variable für die Zähler auf  ihrer Videoplattform ausreichen würde. Immerhin ermöglicht diese Konstellation die Zählung von mehr als zwei Milliarden Videoabrufen, genau gesagt sind es 2‘147‘483‘647. Doch ein Stück digitale Hochkultur aus Südkorea hat diese Berechnungen an ihre Grenzen stossen lassen. Gangnam-Style, ein lautes, farbiges, eher geschmackloses, dafür stylisches Video, zwang die YouTube-Programmierer, auf eine 64-Bit-Integer-Variable aufzurüsten.
Wir wollen uns eine Deutung der Tatsache, dass Gangnam-Style in gut zwei Jahren zum meistgesehenen Video der Weltgeschichte geworden ist, nicht anmassen, das tun Andere. Es gibt zum Beispiel Menschen, die befürchten, dass der Song “den Niedergang der Weltkulturen beschleunigt“.  Bis jetzt hat Gangnam-Style zum Glück allerdings erst den Niedergang der 32-Bit-Integer-Variablen für die YouTube-Zähler beschleunigt und dabei den gemeinsamen Nenner für den guten Geschmack noch etwas weiter nach unten verschoben.
Der nächste YouTube-Megahit wird es übrigens nicht mehr ganz so leicht haben wie der Koreanische Rapper Psy. Magere zwei Milliarden  Klicks reichen jetzt nicht mehr aus, um die YouTube-Zähler an ihre Grenzen zu bringen. Der nächste Vermittler digitaler Massenkultur wird jedes Mitglied der Weltbevölkerung dazu bringen müssen, seinen Beitrag zur digitalen Unterhaltungsgesellschaft mindestens anderthalb Milliarden Mal anzuklicken, wenn er dieses Ziel erreichen will. Die neuen Youtube-Zähler gehen nämlich genau bis auf 9‘223‘372‘036‘854‘775‘808.
Soviel Zeit haben nicht mal jene User, die fast nur am Computer sitzen – schliesslich gibt es noch “Grand Theft Auto“ und andere wichtige Computerspiele.


Montag, 20. August 2012

Die unendliche Musikbox

Teenager lieben YouTube – und zwar nicht nur, um sich dort die beliebtesten Videos anzuschauen, sondern auch um Musik zu hören. Wie der neuste Musik Report von Nielsen zeigt, hat sich YouTube zum wichtigsten Musikmedium für amerikanische Teenager entwickelt.

Gesamthaft gesehen ist zwar Radio immer noch das wichtigste Medium, wenn es um Musik geht. Aber bei den jungen Musikkonsumenten, haben die digitalen Medien enorm aufgeholt. YouTube steht hier an der Spitze mit 64 Prozent, gefolgt vom guten alten Radio (56 Prozent) und  iTunes (53 Prozent). Interessant zu wissen ist, das auch die CD, obwohl schon länger totgesagt, noch lange nicht tot ist – immerhin 50 Prozent aller Teenagers konsumieren regelmässig Musik ab CD. Erstaunlicherweise finden aber die Musikkonsumenten, dass der Download eines digitalen Musikstücks einen besseren Wert darstelle, als eine CD, die man nicht nur auf der Festplatte, sondern auch auf dem Gestell lagern kann.
Dass YouTube sich als digitales Musikmedium etablieren konnte, hat damit zu tun, dass hier, in dieser musikalischen Cloud, schon seit Jahren mehr Musik zum Abruf bereitsteht, als man sich während eines ganzen Menschenlebens anhören könnte und wollte. Für Musikliebhaber hat sich das Medium YouTube deshalb schon längst zu einer unermesslich grossen Musikbox entwickelt.
Diese Evolution passiert weltweit; nicht nur im Westen, sondern auch in den Schwellenländern und vor allem in Asien. Asiatische Künstler mischen die YouTube Musikranglisten der Justin Biebers und Katy Perrys auf  – wie zum Beispiel der Koreanische Hiphop-Artist Park Jae Sang (siehe untenstehendes Video). 

Nachtrag: Der Erfolg des Koreanischen YouTub-Stars ist jetzt auch den CNN-Redaktoren aufgefallen, die darüber jetzt auch einen Video-Beitrag gedreht haben.