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Sonntag, 30. März 2014

Erfolg zieht Gauner an - auch im Internet

Was die Entwicklung der Internetkommunikation, einschliesslich E-Commerce, am meisten zurückhält, ist ohne Zweifel die Internetkriminalität. Es gibt reihenweise Umfragen die belegen, dass ein ansehnlicher Teil der Bevölkerung sich nur mit grosser Zurückhaltung im Web bewegt. Das ist verständlich. Meldungen die über Internet-Betrügereien oder Betrugsversuche berichten, erscheinen fast täglich in den Massenmedien. Diese richtig zu gewichten ist nicht immer einfach.

Das Logo der Koordinationsstelle zur Bekämpfung
der 
Internetkriminalität beim Bundesamt für Polizei.
“Betrüger im Internet werden immer dreister“, titelte die NZZ letzte Woche einen ausführlichen Bericht zum Thema Online-Kriminalität. Zitat:
“Die Kreativität der Täter im Bereich der Internetkriminalität kennt keine Grenzen. So bauen sie beispielsweise komplette Webauftritte von erfundenen Transportfirmen auf, um Geschädigte möglichst lang im Glauben zu lassen, eine im Internet bestellte Ware sei noch unterwegs − auch wenn diese gar nie verschickt wurde. Oder es werden Wohnungsinserate aufgeschaltet für Wohnungen, die nicht existieren, um sich Vorauszahlungen zu erschleichen. Letzteres insbesondere in Ballungsräumen mit grosser Wohnungsknappheit, was zeigt, dass die häufig auch international tätigen Banden bestens über die Situation in der Schweiz informiert sind…“
Die NZZ gründet ihren Bericht auf der neusten Statistik der seit 10 Jahren bestehenden Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (KOBIK) beim Bundesamt für Polizei. Diese Statistik zeigt, dass die KOBIK insgesamt 9208 Verdachtsmeldungen aus der Bevölkerung erhalten hat. Das entspricht einer Zunahme von rund elf Prozent gegenüber dem Vorjahr. 61 Prozent der Meldungen betrafen Vermögensdelikte. Zitat aus dem KOBIK-Bericht:
“Markant zugenommen hat die gemeldete Anzahl von Phishing-Versuchen. Mit insgesamt 2208 Meldungen hat sich dieser Anteil gegenüber dem Vorjahr (662 Meldungen) mehr als verdreifacht. Bei den meisten Phishing-Varianten wurden potentielle Opfer mittels nicht zielgerichtetem Massenversand von E-Mails auf Webseiten gelockt, die bekannten Internetdienstleistungen nachempfunden sind und bei denen Benutzerdaten (Benutzername, Passwort) angegeben werden müssen. Bei rund einem Fünftel der eingegangen Phishing-Meldungen versuchte die Täterschaft, an Zugangsdaten zu Dienstleistungen von Schweizer Bankinstituten zu kommen. “

Eine Statistik über erfolgreiche Internet-Betrügereien wäre natürlich viel aussagekräftiger, als jene über Betrugsversuche. Schliesslich gibt es unzählige erfolgreiche Abwehrmassnahmen gegen derartige Machenschaften. Dass aber Online-Betrugsversuche im Internet immer zahlreicher werden, verwundert eigentlich nicht. Das Internet ist als Kommunikationsmittel und Geschäftsmedium derartig erfolgreich geworden, wie kein anderes Medium in der Geschichte der Menschheit zuvor.  Ausserdem wachsen Web und Online-Partizipation ständig weiter. Es besteht also unseres Erachtens kein Grund zur Panik, aber sicher Grund dazu, stringente Vorsichtsmassnahmen zu ergreifen. Man sollte es eigentlich nicht mehr wiederholen müssen: Schutzprogramme auf dem PC sind keine Option, sondern ein Muss, genauso wie regelmässige Software-Updates. Wer sich im Web ausserdem an die aktuellen Sicherheitstipps hält, ist zusätzlich geschützt.


Dienstag, 28. Januar 2014

Mehr Phishing, weniger Skimming

In der Schweiz gab es im letzten Jahr weniger Skimming-Delikte am Geldautomaten, dafür mehr Versuche, die User im Internet abzuzocken. Phishing- Fälle haben stark zugenommen; Die Täter versuchen dabei, via gefälschte E-Mails, SMS, Webseiten oder Telefonanrufe an die Login-Daten von Kontobesitzern zu kommen. Zu oft sind sie erfolgreich.

Dass die Skimming-Delikte in der Schweiz zurückgegangen sind, ist die gute Nachricht. Die schlechte Nachricht besteht darin, dass die digitalen Gaunereien dafür immer öfter im Internet stattfinden. Auffallend ist, dass in der Schweiz eine deutliche Verlagerung hin zu Phishing-Vorfällen stattfindet. Bei dieser Betrugsart werden die Zugangsdaten für Online-Banking, Kreditkarten-Transaktions- bestätigungen, Bezahlsysteme, Handelsplattformen oder Online-Versandanbieter in Erfahrung gebracht, um damit die Konten zu plündern oder Transaktionen zu tätigen. In der Regel verschicken die Phisher betrügerische E-Mails

Phishing: der Versuch, Kontodaten zu ergattern, meist mit gefälschten E-Mails, oft auch per Telefon.
oder SMS mit gefälschtem Absender eines Finanzinstituts und informieren ihre Opfer, dass die Zugangsdaten zu einem bestimmten Konto nicht mehr sicher seien, oder dass eine betrügerische Transaktion vermutet werde. Die Opfer werden aufgefordert, ihre Zugangsdaten unter einem angegebenen Web-Link einzutragen. Dieser Link führt jedoch nicht auf die Internetseite des Finanzinstituts, sondern auf eine Webpage der Täter, die der offiziellen Webseite des Finanzinstituts zum Verwechseln ähnlich sieht. Das Ziel: Das Opfer soll dort gutgläubig Benutzernamen, Passwörter und ähnliche Angaben eingeben.
Immer häufiger treten die Phisher auch per Telefon in Kontakt mit ihren Opfern. Die Täter geben sich dabei zum Beispiel als Mitarbeitende des Kundensupports eines Finanzinstituts aus. Unter ähnlichen Vorwänden wie beim traditionellen  Phishing überreden sie ihre Opfer wiederum, persönliche Zugangsdaten preiszugeben oder sogar unwissentlich betrügerische Transaktionen zu bestätigen.
Phisher gehen in der Regel sehr geschickt vor. Sie verstehen es, ihre Opfer zu täuschen. 
«Zur Verhinderung von Phishing appellieren wir an die Eigenverantwortung jedes Einzelnen. Ein Finanzinstitut fragt nie von sich aus nach Login-Daten, egal ob per E-Mail, Telefon oder mit einem anderen Kommunikationsmittel. Wer diese Daten freiwillig  herausgibt, handelt fahrlässig und öffnet dem Missbrauch Tür und Tor»
sagt Urs Widmer, Dienstchef in der Ermittlungsabteilung  Wirtschaftskriminalität der Kantonspolizei Zürich. Polizei und Finanzinstitute warnen deshalb dringend davor, Zugangsdaten zu Konten an Dritte herauszugeben - in keinem Fall. Ein gesundes Misstrauen und der Schutz der eigenen Konto- und Kartenangaben sind zentral, um derartige Delikte zu verhindern. Wenn es trotzdem passieren sollte, dass Sie auf einem Ihrer Konten oder Kreditkartenkonto Unregelmässigkeiten feststellen, informieren Sie sofort die zuständigen Stellen.

Gauner können übrigens auch Zugriff auf private Geld-Daten erhalten, ohne dass Sie sich als Konsument falsch verhalten haben (wir haben an dieser Stellen schon darüberberichtet). Vor  allem wenn es um Kreditkarten geht, ist die Datenpipeline lang und nicht immer dicht. Umso wichtiger ist es, Ihre Ausgaben zu prüfen und unter Kontrolle zu halten.