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Mittwoch, 8. Mai 2013

Internet durchs Kabelnetz: Schneller und beliebter

Das Internet vom Kabelnetz ist schnell – und wird in der Schweiz immer populärer. Gegenwärtig nutzen mehr als eine Million User Kabelinternet – 120‘000 mehr, als noch im letzten Jahr. Der Hauptgrund für dieses rasante Wachstum liegt darin, das Kabelnetze die schnellsten Internetanschlüsse anbieten – mit bis zu 150 Megabit pro Sekunde. In Zukunft soll das Kabel  noch schneller werden.

Das Kabelnetz hat viel Platz - und wird auch zum surfen immer populärer.
Dafür schrumpft die Zahl der TV-Zuschauer.                    Grafik Wikipedia
Der Videokonsum durchs Internet steigt weltweit ständig an und erfordert dadurch immer mehr Bandbreite in den globalen Netzen. Das ist auch in der Schweiz nicht anders. Wie eine kürzlich veröffentlichte Erhebung von Netmetrix zeigt, ist der Konsum von Videos im Internet bei Schweizerinnen und Schweizern sehr beliebt. Für Internetanbieter bedeutet dies, dass sie immer leistungsfähigere Angebote bereitstellen müssen. Hier haben die Kabelnetzbetreiber eine definitiven Vorteil: Ihre Kapazitäten sind so gross, dass sie schon heute vielerorts Kabelinternet-Angebote mit Bandbreiten von 100 oder sogar 150 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) anbieten können.
Wem das nicht genug ist, der kann entweder nach Bern ziehen, oder etwas abwarten. In Bern will nämlich upc cablecom ein Internetangebot mit einer Bandbreite von 500 Mbit/s  lancieren. "Kabelnetze sind Hochleistungsnetze. Sie werden kontinuierlich und bedarfsgerecht ausgebaut", sagt Claudia Bolla-Vincenz von Swisscable. Wer an ein Kabelnetz angeschlossen ist, kann nicht nur surfen, sondern auch fernsehen und telefonieren. In der Schweiz sind es immerhin 590‘000 User, die auch durchs Kabel telefonieren. Gut 2,7 Millionen nutzen den Kabelanschluss traditionell: nämlich fürs Fernsehen. Auch hier folgt die Schweiz aber einem internationalen Trend: Die Kabel-TV-Anschlüsse sind im letzten Jahr um 2,4% zurückgegangen. Immer mehr junge Anwender können heute ohne TV-Anschluss existieren – solange das Internet die bewegten Bilder liefert.  

Dienstag, 13. Juli 2010

Schnell genug, scharf genug!

Eine Meldung aus Deutschland lässt aufhorchen: Gemäss einer neuen Studie sind die meisten Internet-User ganz zufrieden mit der Geschwindigkeit, mit der sie Daten von und zu ihrem PC transportieren können. Grössere Bandbreiten sind demzufolge kein echtes Bedürfnis mehr. DSL reicht den meisten Surfern – genauso wie die gute alte DVD den meisten Filmfans gut genug ist, obwohl es längst viel schärfere Scheiben gibt.

Wir Technik-Fans sind da natürlich ganz anders. Je schneller die Leitung und je schärfer das Bild, desto besser. Aber beim durchschnittlichen Publikum scheint sich diese Einstellung, die den Elektronikfirmen immerwährendes Wachstum garantieren würde, in Grenzen zu halten. Blu-ray, das Videoformat, das die DVDs ablösen sollte, ist ein Beispiel dafür. Zwar bietet es klar bessere Bilder, aber den allermeisten Konsumenten sind DVDs gut genug – umsomehr als man heute Abspielgeräte kaufen kann, die auch eine DVD auf Fast-High-Definition hochrechnen. Ausserdem ist die DVD-Technologie immer noch billiger. Ein Anzeichen dafür, dass Blu-ray nicht eine Technologie ist, die jeder sofort haben will, zeigt übrigens die Tatsache, dass im letzten Jahr nur gut 3 Prozent aller ausgelieferten PCs ein Blu-ray Laufwerk aufwiesen.
Nun machen auch die Anbieter von dicken Internetleitungen ähnliche Erfahrungen, wie die Blu-ray-Verkäufer. Wie eine Infas-Studie zeigt, sind zum Beispiel in Deutschland gerade mal 5 Prozent aller Haushalte potentiell an VDSL, einem dreimal schnelleren DSL-Service interessiert. Zitat:
“Kaum ein Internet-Surfer benötigt für seine gegenwärtigen Online-Aktivitäten Bandbreiten, die über klassisches DSL hinausgehen. Während die Jüngeren vor allem Chatten – 56 Prozent der unter 20-Jährigen machen das täglich (unter allen Surfern nur jeder Zehnte), nutzen die Älteren das Netz primär zum Mailen und Informieren. Diese und andere regelmäßig genutzten Online-Anwendungen (z.B. Social-Media, Shoppen, Onlinebanking) erfordern nur geringe Verbindungsgeschwindigkeiten. Lediglich neun Prozent laden hingegen regelmäßig größere Dateien (z.B. Filme oder Musik) aus dem Internet, eine Anwendung, für die eine schnelle VDSL-Verbindung sinnvoll erscheint. Bisher fehlen weitere Online-Anwendungen, die die High-Speed-Anbindung erfordern und für große Teile der Surfer attraktiv sind.“
In der Schweiz steht das superschnelle Internet gemäss Swisscable bereits in 300 Ortschaften zur Verfügung und es wird an einer Glasfaserinfrastruktur gebaut, die auch das Internet per Telefonleitung viel schneller machen wird.