Posts mit dem Label Google+ werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Google+ werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 27. November 2015

Verwirrung im Web: Wenn aus Werbung Information wird

Ganz so gut kennen sich die sogennannten Digital Natives also im Internet doch nicht aus. Eine neue Britische Studie zeigt nämlich, dass ganze 69 Prozent aller Jugendlichen nicht in der Lage sind, Google Werbung von echten Suchergebnissen zu unterscheiden. Dies fand die Ofcom, die britische Medienaufsichtsbehörde “Office of Communications“ kürzlich heraus. 

Quizfrage: Welches sind die Suchergebnisse, wo ist die Werbung?
                                                                                           Screenshot via google.ch
Für die Studie der Ofcom wurden 12- bis 15-Jährige Teenager befragt. Rund zwei Drittel dieser Digital Natives, die im Durchschnitt rund drei Stunden täglich im Internet verbringen, sind laut Studienergebnissen nicht in der Lage, Google Werbung, also bezahlte Suchergebnisse, von echten Suchergebnissen zu unterscheiden. Das Problem besteht, obwohl Google Werbung in der Liste der Suchergebnisse eindeutig mit “Anzeige“ gekennzeichnet wird. 
Die Werber wird es freuen.
Immerhin glauben die befragten Jugendlichen nicht alles, was ihnen Google serviert: Nur 19 Prozent von ihnen vertrauen den  Suchergebnissen.

Ziemlich erstaunlich ist allerdings, dass die jungen Google-Nutzer keine Ahnung haben, wie sich der Internetgigant Google finanziert: Nur 46 Prozent der Befragten wussten, dass der Grossteil von Googles Umsätzen aus Werbeeinnahmen stammt. Der Rest der Befragten hatte keine Ahnung, wie Google die Betriebskosten deckt. Auch bei YouTube war sich nur die Hälfte der Teenager bewusst, dass Google-Werbung als Finanzmittel dient. Dafür gaben immerhin zehn Prozent der befragten Jugendlichen an, dass sie sich auf YouTube ihre Informationen besorgen und glauben, dass diese wahr und akkurat sind…

Mittwoch, 21. Oktober 2015

Helvetische Digitalisierung: Google statt Migros, Toblerone, Victorinox

Die Digitalisierung spielt in der Schweiz auch im internationalen Vergleich eine sehr bedeutende Rolle – sowohl auf privater als auch auf geschäftlicher Ebene. Zwei Beispiele dafür: Google, ein Unternehmen aus dem amerikanischen Silicon Valley, ist neu die stärkste Marke der Schweiz und lässt namhafte und bodenständig helvetische Firmen wie Migros, Toblerone oder Victorinox hinter sich - und altmodisch aussehen. Das zweite Beispiel: Fast die Hälfte aller Schweizer surft mit einem Tablet im Netz. Damit belegt das Land weltweit den Spitzenplatz.

Quelle: Media Use Index 2015, Y&R Group 2015. Anklicken zum Vergrössern.
Herkunft und Verankerung spielen zwar für die Stärke einer Marke in der Schweiz eine wichtige Rolle. Geschäftserfolg und digitale Mediendurchdringung scheinen aber heutzutage noch wichtiger zu sein. Deshalb ist Google, ein kalifornisches Unternehmen, das erst 17 Jahre alt ist, jetzt die stärkste Marke in der Schweiz und verdrängt die Spitzenreiterin 2013, die Migros, auf den zweiten Platz. An dritter Stelle folgt die Rega, welche 2013 den 4. Rang belegte.
Digitales Gewicht zählt nicht nur im Bereich der Schweizer Wirtschaft. Auch im privaten Verhalten hat sich in den letzten Jahren so einiges geändert. Smartphones und Tablets erschienen vor einigen Jahren sozusagen aus dem Nichts im digitalen Panoptikum – und dominieren seither unser Kommunikationsverhalten. Das unterstreicht aktuell eine Studie der Y&R Group Switzerland:
Die mobile Internetnutzung nimmt in der Schweiz weiter zu. 85 Prozent der Befragten nutzen ihr Smartphone oder Tablet, um mobil zu surfen. Inzwischen sind mehr als die Hälfte der Digital Natives öfter via Smartphone im Internet als per Computer. Auf hohem Niveau stabil ist die Internetnutzung per Computer, während die TV-Nutzung leicht rückläufig ist. Dies ist wahrscheinlich auf die stärkere Nutzung von Streaming und Video on Demand  zurückzuführen sein. Radio und Gratiszeitungen werden von zwei Drittel der Schweizer konsumiert, während bezahlte Tagesnews von nur 50 Prozent der Befragten gelesen werden.

Die Schweizer lassen sich natürlich nicht lumpen, wenn es um technische Neuheiten geht. 82 Prozent der Bevölkerung verfügen über ein eigenes Smartphone. Bei den Digital Natives sind es sogar 91 Prozent, während ältere User mit 70 Prozent weiter aufholen. Über alle Generationen hinweg hat der Besitz von Tablets um 11 Prozent zugenommen und liegt neu bei 50 Prozent. Kein Wunder: Mobiles Surfen liegt voll im Trend: Im Segment der 14- bis 29jährigen surfen 95 Prozent mobil. Am stärksten ist das Wachstum der mobilen Internetnutzung bei den älteren Semestern. 71 Prozent der über 55-Jährigen surfen mittlerweile mit einem mobilen Endgerät im Netz. Das entspricht einem Anstieg von 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Montag, 29. Juni 2015

HTML5 oder Flash Player? Sie entscheiden!

Google ist längst nicht mehr nur eine Suchmaschine; der Internet-Gigant hat seine langen Finger in zahlreichen anderen Online-Unternehmen – wie zum Beispiel Youtube. Schon vor neun Jahren hat Google 1,65 Milliarden US-Dollar für das Videoportal hingeblättert, das nicht einmal zwei Jahre vorher gegründet worden war. Schon damals war es Adobe, das mit seinem Flash Player die Software zum Abspielen der Youtube-Videos zur Verfügung stellte. Damit ist seit kurzem Schluss: Statt Flash Player von Adobe spielen die Videos jetzt automatisch mit HTML 5 – und das ist nicht immer ein Vorteil.

Wir alle kennen den Flash Player von Adobe und haben ihn wahrscheinlich auf unserem schon PC unzählige Male aktualisiert, um Sicherheitslücken zu stopfen. Doch was ist denn eigentlich HTML5, das Flash ablösen soll? Chip.de erklärt:
HTML5 sollte Flash Player von Adobe in den Schatten stellen - doch die Reklamationen
der User sind Litanei.                                                                              Screen Grab Youtube
“Die Initiative HTML5 wurde vor allen von Steve Jobs angefeuert. Er hatte bei Flash zu große Sicherheitsbedenken und weigerte sich, die Technik in Apples mobile Geräte zu integrieren. Jobs erklärte HTML5 zur Flash-Alternative. Bisher mussten Apps für jedes Betriebssystem einzeln programmiert werden. Mit HTML5 können Anwendungen auf allen Plattformen über den Browser ausgeführt werden. HTML5 wird direkt vom Browser interpretiert. Daher ist kein zusätzliches Programm, kein Plugin und auch kein Update erforderlich. Der größte Vorteil von HTML5 liegt bei den mobilen Endgeräten. Videos werden nicht mehr per Flash Player wiedergegeben, sondern direkt vom Browser über HTML5 abgespielt. Das spart Akku und geht deutlich schneller.“
Das sind alles sehr gute Argumente für HTML5 – aber es gibt auch Nachteile:
Flash hat noch die Nase vorn: Auf den meisten PCs ist der Adobe Flash Player installiert. HTML5 hingegen wird noch nicht von allen Browsern vollständig unterstützt. Deshalb müssen zum Beispiel Videos in mehreren Formaten bereitgehalten werden, da nicht alle Browser die gleichen Codecs unterstützen. Einheitliche Darstellung: Bei Flash können Sie entscheiden wie Ihr Player aussieht, die Darstellung bleibt in jedem Browser gleich. Bei HTML 5 kann es sein, dass es in verschiedenen Browsern zu unterschiedlichen Darstellungen kommt, die weniger funktional sind.“
Es gibt aber auch andere, praktischere Probleme mit HTML5. Obwohl nämlich HTML5 generell und vor allem von Google und Youtube als Fortschritt und Qualitätsverbesserung propagiert wird, scheinen unzählige User, die bisher mit Youtube-Videos keine Probleme hatten, plötzlich mit grossen Schwierigkeiten zu kämpfen. Die Internet-Foren sind voll von Nutzern, die sich über ruckelnde Videos beschweren, die früher mit Flash Player problemlos gelaufen sind. Da nützt es auch nichts, dass Google bei jeder Gelegenheit vollmundig die Vorteile von HTLM5 anpreist. Zwei typische Beispiele von User-Kommentaren auf dem Youtube Hilfe-Forum:
 “User BennySep sagt: HTML5 pisst mich mehr an als Flash, Flash Videos kann ich mir angucken, aber HTML5 macht Probleme, habe FF 14. Youtube sollte jedem die freie Auswahl geben, ob Flash oder HTML5!User JoeGo sagt: Bei mir kommt nur noch ein schwarzer Bildschirm. Das gehört zum neuen Google-Programm: Wie kann ich eine gut laufende Plattform wie Youtube kaputt-programmieren…"

Immerhin haben diese Anwender die Möglichkeit, ihre Videos wieder mit Flash Player anzusehen – zumindest wenn sie Google Chrome als Browser benutzen. Eine entsprechende App kann hier heruntergeladen werden. Damit bleibt alles beim Alten, und Youtube-Videos laufen auch auf älteren Computern wieder einwandfrei. Es funktioniert hervorragend; wir haben es getestet.

Dienstag, 26. Mai 2015

Recht auf Vergessen? Was im Netz ist, bleibt im Netz (meistens)

Als Google ziemlich vor einem Jahr vom Europäischen Gerichtshof aufgefordert wurde, Suchergebnisse, die sensible persönliche Daten enthalten, auf Verlangen von Bürgern zu löschen, war das eine Sensation und ein potentiell teurer Rückschlag für das Suchmaschinenunternehmen. Die Europäischen Richter hatten das Recht zum Vergessenwerden legalisiert. Ein Jahr später sieht es ganz so aus, als ob das Recht zum Vergessen in vielen Fällen eher vergessen werden kann.

Das Recht auf Vergessen funktioniert nicht oft - nicht nur wer mit der Konkurrenz
sucht, wird oft fündig.                                                                    Screenshot via Bing
Es tönte vielversprechend, was die Richter im Mai 2014 von sich gaben. Es gebe ein Recht zum Vergessenwerden, betonten sie und urteilten in einem Fall, der schon etwas zurücklag, wie die FAZ berichtete:
“Ein Spanier hatte sich bei der Datenschutzbehörde seines Landes über Google beschwert, weil er seine Privatsphäre verletzt sah. Wenn er seinen Namen googelte, fand er Hinweise auf eine Zwangsversteigerung seines Hauses, die 15 Jahre zurücklag: In Googles Trefferliste stand ein Link auf einen Beitrag der Tageszeitung La Vanguardia aus dem Jahr 1998. Dort wurde die Versteigerung eines Grundstücks angekündigt, weil der Mann zu viele Schulden bei der Sozialversicherung angehäuft hatte. […] Der Streit um Google kam bis zum Europäischen Gerichtshof. Die Richter verpflichteten Google, die Seiten aus der Ergebnisliste zu streichen. Das Gericht sieht Suchmaschinen nicht länger nur als Transporteur der Daten. Als Verarbeiter seien sie dafür mitverantwortlich, was mit den Daten geschieht…“
Schon damals war aber klar, dass die Richter zwar von Google verlangen konnten, dass Suchergebnisse über bestimmte Menschen nicht mehr aufgelistet werden. Die entsprechenden Artikel müssen hingegen aufgrund dieses Urteils nicht aus dem Internet entfernt werden.
Die Folgen dieses eher realitätsfremden Urteils überraschen nicht.
Die meisten Inhalte, die von Google nicht mehr angezeigt werden, können nämlich im Netz weiterhin problemlos gefunden werden – zum Beispiel wenn man mit einer anderen Suchmaschine danach sucht. Aber nicht nur dann: Zeitungen wie der britische Telegraph veröffentlichen zum Beispiel eine ständig aktuell gehaltene Liste aller Artikel (mit Kurzbeschreibung und entsprechenden Namen), die von Google aus den Resultaten entfernt wurden. Dadurch tauchen die entsprechenden Namen auch in einer Google-Suche wieder auf, oft sogar mehrfach.
Auch in der Schweiz hat Google aufgrund des Europäischen Urteils schon Resultate entfernt, wie die NZZ vor einigen Monaten berichtete:
“Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs stiess gerade auch in den Massenmedien auf Kritik, weil es die Informationsfreiheit zugunsten der Privatsphäre einschränkt. Diverse Medienorgane machten es in den vergangenen Monaten publik, wenn sie von einer Löschaktion betroffen waren. In der Schweiz sind die Folgen bisher noch begrenzt. Drei Artikel der NZZ sind aus den Suchergebnissen von Google gestrichen worden.“
Diverse Medienorgane hätten seit dem Urteil bereits öffentlich darauf aufmerksam gemacht, dass sie von einer Löschaktion betroffen worden seien - mit der Absicht, auf das Recht auf Informationsfreiheit zu pochen, heisst es in einem anderen Artikel. Zitat:
“Trotz den Löschaktionen sind die betroffenen Artikel weiterhin auch über die europäischen Google-Adressen auffindbar. Versteckt bleiben sie bloss, wenn ein Suchender den «nackten» Namen einer Person eingibt. Wer etwas komplexere Suchverfahren einsetzt, kommt darum immer noch zu einem umfassenderen Ergebnis.“
Das Recht auf Vergessen im Internet scheint in der Durchsetzung also sehr unrealistisch zu sein.
Google hat aber bereits weit über hunderttausend Gesuche geprüft – und vielen auch stattgegeben.  Womit sich der Internetriese dank den Europarichtern sozusagen zum Suchmaschinengerichtshof gemausert hat, der entscheidet, was angezeigt wird und was nicht. Ein kleiner Trost bleibt: Es funktioniert ja meistens nicht.

Dienstag, 17. Februar 2015

Wo die Google-Leichen begraben sind

Google ist ein riesiger digitaler Konzern, der enorm erfolgreich ist. Richtig! Aber Google hat mehr unternehmerische Misserfolge zu verantworten, als man an zwei Händen abzählen kann. Tatsächlich gibt es einen ganzen Friedhof von Google-Diensten.

Der Anfang der Erfolgsgeschichte: Der Google-Suchdienst.
Google ist so gross und so erfolgreich, dass es Europäische Politiker gibt, die den Konzern auseinandernehmen wollen. Das ist sicher ein Massstab für Erfolg – wenn die Politik findet, es sei zu viel des Guten. Ein anderer Anhaltspunkt ist die Tatsache, dass die beiden Google Gründer Larry Page und Sergey Brin demnächst ein gutes Prozent ihres Firmenkapitals in Aktien verkaufen wollen und dafür mehr als 4 Milliarden Dollar Cash erwarten dürfen.
Trotzdem hat auch Google in seiner relativ kurzen Firmengeschichte reihenweise Misserfolge eingefahren – wie es sich für ein innovatives und reiches Unternehmen gehört. Es sind über 40 Unternehmen und Dienste , die auf dem Google-Friedhof begraben liegen. Nochmal ausgegraben und aufgelistet hat sie Computerbild. Zitat:
Dass eine Übernahme durch Google nicht immer ein Vorteil für das eigene Produkt ist, musste zuletzt der Foto-Dienst Odysee feststellen. Den hatte Google Anfang Februar 2015 gekauft und im gleichen Atemzug das Ende zum 23. Februar verkündet. Offiziell gliederte man die Macher ins Google+-Team ein. Inoffiziell wollte Google wohl zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und einen direkten Konkurrenten aus dem Rennen nehmen. Laut TechCrunch arbeitet Google seit 2014 an einer eigenen Foto-App. Der kommt nun die Erfahrung der Odysee-Mitarbeiter zugute.
Mit Google Helpouts muss auch ein eigener Dienst demnächst dran glauben. Das Beratungsportal war nicht schnell genug gewachsen und blieb hinter den Erwartungen zurück. Über Helpouts können Nutzer noch bis zum 26. April 2015 Experten per Video-Chat zu Rate ziehen. So ist es etwa möglich, Instruktionen einer Yoga-Lehrerin per Smartphone oder Tablet ins Wohnzimmer zu bekommen. Eine Neuanmeldung als Experte ist aber bereits jetzt nicht mehr möglich.“


Freitag, 6. Februar 2015

Im Internet haben die Robotor übernommen

Das Internet gehört den Surfern – oder etwa nicht? Eine amerikanische IT-Sicherheitsfirma untersucht regelmäßig, wer und was sich im Cyberspace so herumtreibt, und die Ergebnisse sind einigermassen ernüchternd. Mehr als die Hälfte aller “User“ im Web sind gar keine User, sondern Bots. Diese Programme sind oft mit guten, vorwiegend  aber mit schlechten Absichten unterwegs. Vor allem jenen Unternehmen, die von Internetwerbung leben, machen sie Sorgen.

Captchas können unendlich lästig sein - deshalb will Google sie
ersetzen.                                                                                 Wikipedia
56 Prozent aller Klicks im Internet werden von sogenannten Bots generiert. Die gutartigen dieser  Computerprogramme sind im Internet unterwegs, um Webseiten zu finden, zum Beispiel als Bots von Suchmaschinen, die Webinhalte indexieren. Deren bösartige Verwandten haben andere Ziele: Sie suchen Sicherheitslücken, um diese auszunutzen oder sie wollen Werbereichweiten verfälschen, also Klickbetrug begehen.  Wie funktioniert diese Art von Betrug? Die Welt erklärt:
“Die Betrüger nehmen Millionen Dollar Werbeeinnahmen ein, indem sie ihre Webseiten mit möglichst billigen Inhalten füllen und bei Googles Adsense-Programm anmelden. […] Die Webseitenbetreiber bekommen nur Geld, wenn ihre Leser die Anzeigen auf den Seiten auch tatsächlich sehen und anklicken. Die Betrüger unterlaufen das, indem sie einfach selbst die Anzeigen auf ihren Seiten anklicken. Das bringt nur ein paar Cent, wenn ein Mensch mühsam die Klickerei übernimmt – zudem fällt Google sofort auf, wenn alle Klicks von einem Computer kommen. Sehr viel profitabler für die Betrüger ist jedoch, wenn ein Computerprogramm automatisiert aus einem Netzwerk von gehackten, ferngesteuerten Computern heraus die Werbeklickerei übernimmt.Wie verheerend das für die Werbekunden ist, zeigt eine Kampagne, die der Autohersteller Mercedes-Benz im Herbst 2013 über das Werbenetzwerk Rocketfuel verbreitete: In einer unabhängigen Analyse kamen Ermittler der britischen Werbebetrugsberatung Telemetry zu dem Ergebnis, dass über die Hälfte des Onlinewerbebudgets der Kampagne an Bots verschwendet wurde…“
Gerade für Firmen wie Google, dessen Geschäftsmodell immer grössere Werbeeinnahmen vorsieht, sind solche Berichte ein Problem. Deshalb investiert das Unternehmen viel Geld und Zeit, um betrügerische Bots auszuschalten. Dabei wird auch die Benutzerfreundlichkeit im Auge behalten. So kündigte das Unternehmen an, dass es eine Lösung gefunden habe, um das lästige Erkennen von verzerrten Buchstaben und Zahlen mit einfacheren Methoden zu ersetzen (siehe auch nebenstehendes Video):
“Sogenannte CAPTCHAs - die Abkürzung steht für "Completely Automated Public Turing test to tell Computers and Humans Apart" - werden etwa bei der Anmeldung bei Online-Konten als Test verwendet, um einen Missbrauch durch Computerprogramme zu verhindern. Dabei werden dem Nutzer zum Beispiel stark verzerrte Buchstaben- oder Zahlenfolgen angezeigt, die eine Bilderkennungs-Software verwirren sollen. Sie sind aber zum Teil auch für menschliche Nutzer schwer zu erkennen. Auf mobilen Geräten will Google stattdessen vorschlagen, beispielsweise eine Tierart in einer Bilderreihe wiederzuerkennen.“

Das Wettrüsten zwischen Betrügern und und digitalen Anbietern geht also weiter. Mal sehen, wie lange es dauert, bis die bösen Bots auch ein Büsi von einem Hund unterscheiden können…


Dienstag, 27. Januar 2015

Mobil telefonieren mit Google

Suchmaschine, YouTube, Gmail und nun auch noch Mobilfunkanbieter: Google will um jeden Preis weiter wachsen und weiter diversifizieren. Der gegenwärtige Trend zur digitalen Mobilität verleiht dem neusten Unternehmensschritt des Internetgiganten durchaus Sinn – nicht nur deshalb, weil Google seine Kunden dadurch noch besser kennenlernen wird, sondern auch im Hinblick auf das Ertragspotenzial.

Was Google in zwei Minuten alles macht (zum Vergrössern ancklicken). Die Live-Version
 findet sich auf der Website Google in Real Time.                                        Screenshot
Google ist jetzt schon enorm gross – und wächst ständig weiter. Einen Einblick in die Zahlen, die vom Unternehmen generiert werden, gibt die Website Google in Real Time, die einige wichtige Kennzahlen des Unternehmens mit einer Uhr koppelt und nach dem Einloggen aufaddiert. Da sieht der geneigte User dann, dass zum Beispiel in nur drei Minuten: die Google-Suchmaschine 840‘000 mal benutzt worden ist, 422‘000 Stunden YouTube-Videos angeschaut worden sind (das sind 15‘653‘000 Videos) und 370‘000 Dollar Umsatz erzielt wurde. Nicht schlecht für drei Minuten.
Doch das genügt den Google-Managern nicht.
Die Konkurrenz ist hart und allgegenwärtig, die Vorlieben der User sind unbeständig. Wie schrieb doch das deutsche Handelsblatt dieser Tage anlässlich der Vorstellung von Windows 10:
“Vor einem Jahr klebte die Welt noch an den unfehlbaren Lippen von Google und saugte alles mit Begeisterung auf, was auch immer aus den Google X Labs kam. Vor wenigen Tagen stellte Satya Nadella die Zukunft des holografischen Computers vor. Hololens, eine Datenbrille, die mit Windows10 arbeiten wird. Google stellte weniger vor, dafür aber ein: zum Beispiel das gehypte Google Glass…“
Nun sorgt Google doch schon wieder für Aufregung im Markt:  Amerikanische Zeitungen berichten, das Unternehmen habe mit den Mobilfunkanbietern T Mobile US Inc. und Sprint Corp. Verträge abgeschlossen, um direkte Mobiltelefondienste an seine Kunden zu liefern, unter dem eigenen Markennamen. Google wolle die Daten- und Sprachnetzwerke der beiden Unternehmen anzapfen und damit selber zum virtuellen Mobilfunkanbieter werden -  ohne direkten Unterhaltsaufwand für Netzwerkgebäude und andere Infrastruktur. Das Ziel: Die Preise sollen sinken, die Datenübertragungsraten sollen steigen.
Noch ist nicht klar, was die neue Google-Dienstleistung kosten wird und wann sie verfügbar sein wird. Experten nehmen aber an, dass das Projekt noch dieses Jahr in gewissen amerikanischen Städten gestartet wird und schon bald auch auf Kanada ausgedehnt werden könnte.
Eine Entwicklung, die den Google-Kritikern, die sich jetzt schon über die Macht des Unternehmens beklagen, nicht viel Freude machen wird.


Mittwoch, 5. November 2014

Digitalisierung bringt Innovation - Innovation bringt Umsatz

Es überrascht nicht, dass innovative Unternehmen derzeit besonders in der Technologie- und Telekommunikationsbranche zu finden sind. Firmen aus diesen Branchen belegen die vorderen Plätze in der aktuellen Innovationsstudie von The Boston Consulting Group (BCG). Der Grund: Innovationen die zu grossen Änderungen und Neuerungen in Geschäftsprozessen führen, können bestehende Geschäftsmodelle, Produkte und Abläufe komplett auf den Kopf zu stellen. Die Digitalisierung vereinfacht und beschleunigt die Einführung derartiger Innovationen stark. Das wird gemäss der BCG-Studie vielen Unternehmern erst so richtig bewusst.

Klicken Sie auf die Rangliste für bessere Lesbarkeit.
„Heutzutage reicht es immer weniger aus, allein die bestehenden Geschäftsmodelle schrittweise weiter zu entwickeln. Vielmehr sind zusätzlich Innovationen von disruptiver Kraft notwendig, um zu den Spitzenreitern einer Branche zu gehören“, sagt BCGs Carsten Kratz.
Beleg hierfür ist das starke Abschneiden von Technologie- und Telekommunikationsunternehmen in der diesjährigen Rangliste: Insgesamt gehen sieben Plätze der Top 10 und 21 der Top 50 an Unternehmen aus diesen Branchen.
Apple führt die Liste der innovativsten Unternehmen seit 2005 ununterbrochen an, in diesem Jahr gefolgt von Samsung, Google, Microsoft und IBM. Darüber hinaus stammen sechs der elf Neueinsteiger aus der Technologiebranche – und zwar Xiaomi, Yahoo!, Hitachi, Oracle, Salesforce und Huawei.
Insgesamt ist die Rangliste stark von US-amerikanischen Firmen dominiert, was Europäische Beobachter überraschen mag. Trotz Finanzkrise und langandauernder Rezession sind die USA immer noch die grösste Wirtschaftsmacht der Welt mit einem gewaltigen Innovations- und Produktivitätspotential. Europa hinkt da hinterher.
Die BCG-Studie zeigt, dass viele Befragte den digitalen Technologien in den kommenden drei bis fünf Jahren nur eine begrenzte Bedeutung beimessen, was deren Innovationswirkung angeht. Nicht einmal die Hälfte der Befragten meint, dass Trends wie Big Data und Mobile einen großen Einfluss haben werden. Weniger als ein Drittel sagt, dass ihre Unternehmen diese digitalen Innovationsthemen in ihren Innovationsprogrammen berücksichtigen würden. Bei BCG schätzt man diese Entwicklung als gefährlich ein. Digitale Trends, basierend auf Big Data und mobilen Diensten, seien die Innovationshebel schlechthin, wie man an den Aktivitäten von Unternehmen in Telekommunikation oder IT sehe. Andere Branchen nähmen das jedoch noch nicht so eindeutig wahr.
Innovation bleibt eine der höchsten Prioritäten in den Unternehmen der Befragten, allerdings gelingt es den Wenigsten, bahnbrechende Innovationen zu entwickeln. In diesem Zusammenhang untersuchte die BCG-Studie was bahnbrechende Innovatoren von anderen Unternehmen unterscheidet:

“Sie denken breiter in der Ideenfindung, nutzen stärker Geschäftsmodell-Innovationen und haben Unternehmenskulturen, die stärker auf durchschlagenden Erfolg ausgerichtet sind. Fast die Hälfte der bahnbrechenden Innovatoren sagten aus, dass sie über die vergangenen drei Jahre mehr als 30 Prozent ihrer Umsätze mit Innovationen erzielten – mehr als doppelt so viel wie der Durchschnitt.“

Die BCG-Studie (in englischer Sprache, 28 Seiten PDF) kann hier heruntergeladen werden.



Dienstag, 17. Juni 2014

Im Social Web ist das Vergessen ein heisser Trend

Die IT-Kapazitäten auf dieser Welt sind so mächtig geworden, dass es kein Problem mehr darstellt, jegliche Daten in vielfacher Ausführung auf irgendwelchen Servern zu speichern, zumindest vorläufig für immer. Genau diese Speicherwut hat dazu geführt, dass es immer mehr Anwender gibt, die ihr Recht auf das Vergessen einfordern. Der Europäische Gerichtshof hat ihnen kürzlich, was Suchmaschinenresultate anbelangt, Recht gegeben. Ob’s was nützt, wird sich zeigen. Da ist die Generation Y schon schlauer: die verschickt Messages und Bilder, die sich nach dem Anschauen selber zerstören.

Das Snapchat-Logo: Nachrichten die verschwinden, wie von Geisterhand.
Mehr als 700 Millionen sich selbst löschende Nachrichten und Bilder, sogenannte Snaps, werden täglich verschickt und lösen sich danach im unendlichen digitalen Raum auf. Genau das ist der Grund dafür, dass Snapchat so enorm populär geworden ist. Anwender müssen nicht für ihr Recht auf Vergessen vor Gericht gehen, sondern wissen, dass ihre Nachricht kein Bestehen hat. Das verleitet natürlich zum Versenden gewagter Bilder. Zitat aus dem Handelsblatt:
“Snapchat ist vor allem unter Teenagern beliebt und dient der schnellen, oberflächlichen Kommunikation – teils auch, um anzügliche Aufnahmen zu verschicken, was in den USA als „sexting“ bezeichnet wird. Trotz gravierender Sicherheitsmängel verbreitet sich die App rasant…“
Die ganz Grossen im Internetgeschäft wollen nicht länger hintenanstehen, nachdem sie versucht haben, Snapchat zu kaufen und vom gerade mal 24jährigen Gründer Evan Spiegel einen Korb erhalten haben. Facebook scheint schon weit fortgeschritten zu sein, mit einer ähnlichen App, wie Manager Magazin berichtet:
“Mit seinem milliardenschweren Übernahmeangebot konnte Mark Zuckerberg bei Snapchat-Gründer Evan Spiegel nicht landen. Jetzt hat der Facebook-Gründer eine eigene Alternative zur populären Foto-Versende-App entwickelt. Am Samstag war die App "Slingshot by facebook " wenige Minuten in Apples App-Store verfügbar. Sie wurde jedoch kurz darauf wieder zurückgezogen. […] Den Berichten zufolge erlaubt es "Slingshot", mit Zeichnungen oder Kommentaren versehene Fotos und Videos zu verschicken. Diese zerstören sich nach dem Betrachten nicht selbst, sondern erst dann, wenn der ursprüngliche Versender sie entfernt. Zudem soll sich ein zugesandtes Foto nur dann öffnen lassen, wenn man mit einem eigenen darauf regiert.“
Unterdessen haben sich bereits mehr als 40‘000 Menschen bei Google gemeldet, die einen Link in ihre Vergangenheit gelöscht haben möchten. Ob es viel nützen wird, bleibe dahingestellt. Zitat aus der NZZ:
“Allerdings ist fraglich, inwiefern ein solches Recht im Netz überhaupt durchsetzbar ist: Erstens betrifft das Urteil zwar alle Suchmaschinenbetreiber, nicht aber soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter, die ihrerseits personenbezogene Daten archivieren. Zweitens ist das nun gefällte Urteil insofern bedingt, als dass nur «unter bestimmten Voraussetzungen» Links zu heiklen Inhalten gelöscht werden müssen. Ob diese Bedingungen erfüllt sind, ist im Einzelfall zu prüfen; Informationen zu Personen des öffentlichen Lebens etwa könnten ausgenommen sein. Drittens bewirkt das EuGH-Verdikt nicht, dass die Inhalte selbst gelöscht werden – sie werden nur nicht mehr durch Suchmaschinen indexiert. Wie Telefonnummern, die nur aus dem Telefonbuch gelöscht wurden, existieren die Websites mit den persönlichen Inhalten weiterhin. Diese und etwaige Kopien vollumfänglich zu löschen, ist technisch gar nicht möglich.“
Die Vergangenheit wird wohl noch eine Weile mit uns bleiben – auch wenn es ein klein wenig länger geht, bis sie uns einholt.









Dienstag, 14. Januar 2014

Denn sie wissen, was wir tun

Google, der Internetgigant, der durch die Verwertung von immer mehr Daten wächst und grösser wird, hat “Nest“ gekauft, eine amerikanische Firma, die Rauchmelder und Thermostate herstellt. Allerdings handelt es sich dabei höchstwahrscheinlich nicht um die gleichen Geräte, die bei Ihnen zu Hause dafür sorgen, dass die Stube warm und rauchfrei bleibt. Die Nest-Gadgets regulieren nicht nur, sondern sammeln auch Daten - die von jetzt an in den grossen Google-Datenstrom fliessen werden.

Daten sind viel wert, heutzutage, wir wissen es. Google hat denn auch viel Geld für die Firma mit den digitalen Thermostaten bezahlt. Die Computerwoche weiss wieso und bringt es auf den Punkt:
“Google kauft sich ins Geschäft mit vernetzter Haustechnik ein. Der US-Internet-Konzern übernimmt für 3,2 Milliarden Dollar (2,34 Mrd Euro) die Firma Nest, einen Anbieter digitaler Thermostate und Rauchmelder. Nest solle weiterhin von Mitgründer Tony Fadell geführt werden, teilte Google am Montag im kalifornischen Mountain View mit. Fadell gilt als einer der Väter von Apples Musikplayer iPod. Vor einigen Wochen kündigte er eine beschleunigte Expansion nach Europa an. Zu Google kommen damit auch die Daten von den installierten Geräten - Nest wertet sie aus, um die Technik zu verbessern. "Wir sehen, wenn Leuten ihr Toast verbrennt oder Kohlenstoffmonoxid austritt", hatte Fadell Anfang Dezember auf der Konferenz LeWeb in Paris gesagt. Jetzt betonte Nest-Mitgründer und Technikchef Matt Rogers in einem Blogeintrag, die Daten würden auch künftig nur für Betrieb und Verbesserung seiner Geräte und Dienste eingesetzt. Nest sei bewusst, dass Menschen Informationen aus ihrem Haushalt als eine sehr private Angelegenheit sähen, hatte Fadell in Paris gesagt. Die Firma habe deshalb ein eigenes Hacker-Team, um nach eventuellen Schwachstellen zu suchen. Behörden könnten unter Umständen Zugang zu den Informationen bekommen, aber nur in Einzelfällen. "Wenn jemand an Daten aus einem Haushalt heran will, muss er zu mir oder meinem Mitgründer kommen und das gut begründen…"
Doch was sind das genau für Informationen, welche von den Nest-Gadgets gesammelt werden? Zitat aus dem Spiegel:
“Nest-Thermostate erfassen eine Vielzahl von Informationen darüber, was in einem Haushalt gerade geschieht. Sie merken sich, wann der Nutzer die Temperatur hochregelt, wann herunter. Dank eingebauter Sensoren für "Temperatur, Aktivität, Luftfeuchtigkeit und Helligkeit" (Nest-Website) kann der Thermostat sogar erraten, wann jemand zu Hause ist, in welchem Raum sich gerade jemand aufhält. Steuern lässt er sich auch über eine iOS-App, eine für Android ist in Arbeit. Gegenüber der "New York Times" erklärte Fadell seine Vision so: "Jedes Mal, wenn ich einen Fernseher einschalte, liefert das die Information, dass jemand zu Hause ist. Wenn sich die Kühlschranktür öffnet, ist das ein weiterer Sensor, weitere Information." Nest soll alles über einen Haushalt wissen, was sich nur irgend herausfinden lässt, und es für die Temperaturregelung nutzen.“
Für Google bedeutet die Acquisition ein weiterer Schritt zum allwissenden Datenkonzern, wie der Spiegel erklärt:
“Bei Google sieht man zweifellos nicht zuletzt die Big-Data-Möglichkeiten von Nest. Informationen über die Lebensgewohnheiten von Millionen Menschen, gepaart mit all dem, was der Konzern dank seiner Suchmaschine, dank Cookies, Gmail und Android schon jetzt über Abermillionen von Menschen weiß - das ist ein wertvoller Schatz. Ein Android-Nutzer, der sich auch noch Nest-Thermostate ins Haus holt, wird Google mehr Informationen über sich und sein Privatleben geben, als jemals ein Konzern über einzelne Personen besessen hat. Damit erreichen potentielle Sicherheitsprobleme, wie man sie von Android kennt, eine völlig neue Dimension.“
Unseres Erachtens kann man diese Entwicklung aus mindestens zwei Perspektiven betrachten. Die eine ist eher erschreckend - vor allem im Zusammenhang mit dem Schutz persönlicher Daten und dem NSA-Skandal.
Die andere ist eher humorvoll, wie ein Witz zeigt, der in den USA seit Googles Ankündigung die Runde macht: Wenn Ihr Haus brennt, werden Sie ab sofort  Gmail-Werbung für Feuerlöscher bekommen…“

Freitag, 10. Januar 2014

"Windroid" als Betriebssystem

Es muss etwas dran sein: Wer “Windroid“ googelt wird in Sekundenbruchteilen mit 224‘000 Resultaten bedient. Windroid, ein Kunstwort aus Windows und Android sorgt momentan an der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas für Gesprächsstoff. Intel, der wichtigste Chiphersteller hat schon mal eine sogenannte Dual-OS-Plattform vorgestellt, und der koreanische Hersteller Asus hat ein Notbook präsentiert, auf dem zwischen Windows 8.1 und Android 4.2 Jelly Bean umgeschaltet werden kann.

Es sind nicht zwei verschiedenen Prozessoren, die im Asus Transformer Book Duet TD300 funktionieren, sondern ein Prozessor, der beide Betriebssysteme unterstützt. CES-Besucher, die den PC ausprobiert haben, sagen, dass das Umschalten zwischen Windows und Android nur gute drei Sekunden dauert. Dazu ein Bericht auf NZZ.ch:
“Das unterscheidet den PC von anderen an der CES gezeigten wie dem Laptab von Micromax, die nur per Neustart zum anderen Betriebssystem wechseln können. […]
Microsoft und Google sind übrigens nicht auf der Unterstützerliste der Initiative zu finden. Offiziell äussern sie sich nicht. Patrick Moorhead, Analyst bei Moor Insights and Strategy, geht davon aus, dass der grösste Softwarehersteller ein falsches Signal an Entwickler vermeiden will, denn «Microsoft hat grosse Anstrengungen unternommen, Windows und Windows Phone zusammenzuführen.» Läuft auch Android auf einem Rechner, könnte dies das Ziel torpedieren. Google dürfte indes nur einschreiten, wenn sich das Konzept als Fragmentierungsrisiko für Android entpuppt und damit die Attraktivität des Betriebssystems gefährdet wird.“

Montag, 22. Oktober 2012

Google auf dem absteigenden Ast?

In der Internetwelt ist fast alles möglich – aber dass Google in ein paar Jahren in der Bedeutungslosigkeit verschwinden soll, erscheint doch eher unwahrscheinlich. Unmöglich ist es aber sicher nicht. Vielleicht erinnern sie sich noch an Yahoo oder AltaVista – es ist ja noch nicht so lange her. Aber suchen Sie noch damit?

Die Mobilität der User hilft dem Geschäft nur bedingt: mobile Werbung
bringt weniger Geld als PC-Werbung. Das gilt nicht nur für Google, sondern
auch für Facebook. (Bild Google)
Da drückt einer auf den falschen Knopf und schon rauschen die Kurse talwärts – so geschehen mit den Google-Aktien letzte Woche. Ein paar Milliarden Dollar lösen sich in Minutenschnelle in Luft auf und wecken Erinnerungen an jenen Amerikanischen Senator,der einmal gesagt hat: “Eine Milliarde hier, eine Milliarde dort – und plötzlich geht es um richtiges Geld…“. Damit beschrieb er nicht nur die Einstellung vieler Politiker zum Umgang mit Steuergeldern recht präzise, sondern könnte durchaus auch die aufgeblasenen Börsenkurse gewisser Internetfirmen angesprochen haben (Everett Dirksen verstarb allerdings schon 1969, lange bevor Google und Co. existierten).
Genau diese Börsenkurse mit ihren riesigen Einbrüchen haben nun gewisse Zweifler auf den Plan gebracht. Cadie Thompson schreibt auf CNBC, dass Google in fünf bis acht Jahren durchaus in die Bedeutungslosigkeit versinken könnte. Sie beruft sich dabei auf den Investmentspezialisten Eric Jackson, der Google mit Yahoo vergleicht. Yahoo sei mal der König der Internetsuche gewesen; heute sei die Suchmaschine quasi inexistent. Jackson sieht die potentiellen Probleme für Google darin, dass die Mobilität der User Überhand nimmt. Immer mehr Verbraucher suchen mit mobilen Geräten, die Werbung hinkt da aber weit hinterher, weil Unternehmen sich auf den kleinen Bildschirmen nicht sehr gut ins Bild setzen können. Deshalb sind mobile Inserate auch billiger als PC-Werbung.
Diese Situation biete eine grossartige Gelegenheit für ein junges Unternehmen, eine komplett neue Idee für die Internetsuche in der mobilen Welt zu verwirklichen.
Man darf gespannt sein. Immerhin ist das Potential für einen totalen Umbruch in der digitalen Gesellschaft immer gegeben – man denke an die Entwicklung der letzten 25 Jahre: PC, Internet, Handy, Smartphone, Tablet. Die nächste grosse Idee wird die digitale Gesellschaft wieder von Grund auf umkrempeln!   

Montag, 12. März 2012

Googeln ohne Google?


Haben Sie Probleme mit der neuen Datenschutzrichtlinie von Google? Oder damit, dass Google Ihre Suchergebnisse personalisiert? Oder finden Sie generell, dass Google im Net zu gross und zu mächtig geworden ist? Es gibt tatsächlich Alternativen, und die müssen nicht von Microsoft kommen und “Bing“ heissen.

Die Suche mit der Ente: durchaus eine Google-Alternative
Obwohl Suchen im unendlichen Internet von den meistern Usern heute “Googeln“ genannt wird, gibt es auch andere Suchmaschinen – einige davon erleben immer mal wieder einen plötzlichen Aufschwung. Wie zum Beispiel duckduckgo.com, eine amerikanische Suchmaschine, die rasant wächst und immer mehr User anzieht. Was tägliche Suchanfragen betrifft, wurde kürzlich die Millionengrenze überschritten.
Doch was macht DDG so speziell?
Wohl die Tatsache, dass es sich um eine sehr brauchbare Suchmaschine mit äusserst nützlichen Zusatzfunktionen handelt, die einen besonderen Wert auf den Datenschutz der Anwender legt. Zitat aus einem Artikel von golem.de:
“Duck Duck Go wertet etwa Daten von Wikipedia und anderen vertrauenswürdigen Sites aus, um strukturierte Ergebnisse anzuzeigen. Die Suche nach Union Square Ventures kann als Beispiel dienen: Eine kurze Erklärung der Firma, ein Wikipedia-Link, ein Link zur offiziellen Site, und ein Link zu einem Verzeichnis von Venture-Capital-Firmen auf Duck Duck Go werden angezeigt. Im rechten Sidebar werden Vorschläge gemacht, welche Suchbegriffe hinzufügt werden können, um die Suchergebnisse zu verbessern […] Das Besondere an Duck Duck Go sind die sogenannten !Bangs. Mit ihnen ist es möglich, direkt in Duck Duck Go die internen Suchfunktionen von Websites oder auch andere Suchmaschinen zu benutzen. Mit !youtube oder !yt wird der Nutzer beispielsweise direkt von Duck Duck Go auf die Youtube-Ergebnisseite weitergeleitet. Mit !g lässt sich von Duck Duck Go auch einfach auf die Ergebnisse von Google umschwenken.“
Was den Persönlichkeitsschutz betrifft, kennt com-magazin.de die Details:
  • "DuckDuckGo übermittelt keine Informationen an Websites, wenn Sie auf einen Link im Suchergebnis klicken (Search Leakage). Die Adresse wird so umgeleitet, dass der Betreiber der Website nicht erfährt, von welcher Suchmaschine Sie kommen und auch nicht, über welchen Suchbegriff Sie die Seite gefunden haben.
  • Die Suchmaschine DuckDuckGo zeichnet keine Suchverläufe auf (Search History). Anders als bei Google lässt sich daher ihr Suchverhalten nicht analysieren.
  • DuckDuckGo speichert keine Informationen wie IP-Adresse oder den verwendeten Browser in einer Logdatei.
  • Standardmäßig werden keine Cookies gespeichert. Nur wenn Sie die Einstellungen für die Suchmaschine ändern, legt DuckDuckGo ein unverschlüsseltes Cookie ab. Diese enthält dann aber nur Informationen wie „de-de“ für die eingestellte Sprache. Alternativ lässt sich DuckDuckGo auch über eine Browsererweiterung aufrufen und dann über Parameter in der URL steuern. Dann sind gar keine Cookies nötig."

Samstag, 3. März 2012

Google und der Datenschutz

Die Wellen haben in den letzten Wochen recht hoch geschlagen: Als Google seine neuen Datenschutzrichtlinien ankündigte, gab es viele Proteste. Für die meisten Anwender blieben aber Fragen offen. Was kann man als einzelner User schon gegen die Sammelwut des Internetriesen ausrichten? 

Jetzt mal ehrlich: Nachdem die Medien jetzt wochenlang über die neuen Google-Datenschutzrichtlinienberichtet und Datenschutzspezialisten weltweit ihre Stirn in Sorgenfalten gelegt haben, wissen Sie, um was es eigentlich geht? Haben Sie etwa sogar die umfangreiche neue Datenschutzerklärung von Google durchgelesen?
Wohl kaum. Eine nicht repräsentative Umfrage unter unseren Bekannten hat ergeben, dass sich quasi niemand näher mit dem Thema befasst hat – nicht etwa, weil Datenschutz und Privatsphäre nicht interessieren, sondern eher, weil das Thema zu kompliziert ist. Kein Wunder: die neuen Bestimmungen von Google, bei denen es grundsätzlich darum geht, Userdaten von verschiedensten Diensten zusammenzuführen und auszuwerten, sind nicht immer sehr erhellend. Eines kommt aber immerhin heraus: Google sammelt Infos an allen digitalen Ecken und Enden. Zitat aus der GoogleDatenschutzerklärung:

“Wir erheben Informationen auf zwei Arten:
• Daten, die Sie uns mitteilen: Zur Nutzung vieler Google-Dienste müssen Sie beispielsweise zunächst ein Google-Konto erstellen. Hierfür werden wir Sie nach personenbezogenen Daten wie Ihrem Namen, Ihrer E-Mail-Adresse, Ihrer Telefon- oder Kreditkartennummer fragen. [...]
• Informationen, die wir aufgrund Ihrer Nutzung unserer Dienste erhalten: Wir erfassen möglicherweise Informationen über die von Ihnen genutzten Dienste und die Art und Weise, wie Sie diese nutzen, beispielsweise wenn Sie eine Website besuchen, auf der unsere Werbedienste verwendet werden oder wenn Sie unsere Werbung und unsere Inhalte ansehen und damit interagieren. Derartige Informationen beinhalten:
Gerätebezogene Informationen
Wir erfassen möglicherweise gerätespezifische Informationen (beispielsweise das von Ihnen verwendete Hardware-Modell, die Version des Betriebssystems, eindeutige Gerätekennungen und Informationen über mobile Netzwerke, einschließlich Ihrer Telefonnummer). Google verknüpft Ihre Gerätekennungen oder Telefonnummer gegebenenfalls mit Ihrem Google-Konto.
Protokolldaten
Wenn Sie unsere Dienste nutzen oder von Google bereitgestellte Inhalte aufrufen, erfassen und speichern wir bestimmte Daten gegebenenfalls in Serverprotokollen. Diese Protokolle können Folgendes enthalten:
Einzelheiten zu der Art und Weise, wie Sie unsere Dienste genutzt haben, beispielsweise Ihre Suchanfragen.
Telefonieprotokollinformationen wie Ihre Telefonnummer, Anrufernummer, Weiterleitungsnummern, Datum und Uhrzeit von Anrufen, Dauer von Anrufen, SMS-Routing-Informationen und Art der Anrufe.
IP-Adresse.
Daten zu Geräteereignissen wie Abstürze, Systemaktivität, Hardware-Einstellungen, Browser-Typ, Browser-Sprache, Datum und Uhrzeit Ihrer Anfrage und Referral-URL.
Cookies, über die Ihr Browser oder Ihr Google-Konto eindeutig identifiziert werden können. […]“

Trotzdem muss man sich als User nicht völlig machtlos vorkommen, wenn einem diese Sammelwut stört. Es gibt verschiedene Methoden, sich dagegen zu wehren. Die Brachialmethode besteht darin, keine Google Dienste mehr zu nutzen – adieu Gmail, Blogger, Chrome, Youtube und natürlich Google-Suchdienst. Ein nicht minder brachialer Ausweg bestünde darin, nur noch “privat“ zu surfen; d.h. die anonymisierenden Funktionen im Browser zu benutzen, wenn immer ein Google-Dienst benutzt wird.
Doch es gibt auch noch weniger extreme Mittel, die Privatsphäre zu schützen. DieSüddeutsche Zeitung erklärt das Vorgehen:

- Webprotokoll deaktivieren: Über die Nutzung seiner Suchmaschine führt Google ein sogenanntes Webprotokoll, um Suchergebnisse und Werbeanzeigen zu personalisieren. Diese sogenannte History sollten Nutzer unter http://google.com/history löschen und deaktivieren [...]
- Dashboard kontrollieren und nutzen: Google bietet unter http://google.com/dashboard eine Steuerzentrale für das Konto. In dem sogenannten Dashboard sieht man für jeden Dienst aufgelistet, welche Informationen wie persönliche Daten, Kontakte, Konversationen oder Protokolle Google gespeichert hat und kann diese auch löschen oder ändern. Über das Dashboard lassen sich auch das Google-Konto mit allen Diensten oder einzelne Dienste löschen.
-  YouTube-Verlauf löschen: Google speichert auch, welche Videos die Nutzer bei der Unternehmenstochter YouTube suchen oder anschauen. Die EFF rät, auch das zu unterbinden. Dazu muss man sich auf der YouTube-Seite einloggen oder über das Dashboard dorthin gehen und auf "Video-Manager" klicken. Danach gilt es, unter Verlauf auf "Gesamten Verlauf löschen" und "Pause viewing history" zu klicken. Danach muss man unter Suchverlauf auf "Gesamten Suchverlauf löschen" und "Suchverlauf aussetzen" klicken.
- Vor dem Surfen abmelden: Wer die Google-Suchmaschine nutzt, sollte nach Möglichkeit nicht gleichzeitig bei seinem Google-Konto angemeldet sein. Auch um YouTube nutzen zu können, muss man nicht eingeloggt sein.

Im Übrigen gilt: Lassen Sie sich nicht Bockshorn jagen. Am Ende sind Sie es, die bestimmen, welche Informationen Sie dem Internet überlassen!

Freitag, 15. Juli 2011

Google macht vergesslich!

News aus der Sommerflaute: Es ist nicht Ihr Alter, und auch nicht der Wein, den Sie so gerne trinken. Google ist schuld daran, dass Sie immer vergesslicher werden. Das behaupten zumindest Wissenschaftler der Columbia Universität in New York.

Dass das Internet unser Denken verändert, wurde schon mehrfach argumentiert, und wir haben an dieser Stelle auch schon darüber berichtet. Nun wurde in den USA eine Studie publiziert, die einen direkten Zusammenhang zwischen Suchmaschinen und unserem Gedächtnis nachweisen will. Betsy Sparrow, Psychologin an der Columbia Universität führte die Studie, deren Resultate jetzt unter dem Titel “Google Effects on Memory: Cognitive Consequences of Having Information at Our Fingertips“ publiziert wurden.
Die Untersuchung testete Studenten auf ihr Wissen über relative unwichtige Fakten (Trivia). Das Resultat: Wenn die Testpersonen wussten, dass sie die benötigten Antworten per Google finden würde, konnten sie sich weniger an die richtigen Antworten erinnern.
Betsy Sparrow weiss, weshalb das so ist. “Seit es Suchmaschinen gibt, haben wir die Art und Weise, wie wir uns erinnern, reorganisiert. Es ist einfacher, sich daran zu erinnern, wo wir eine Information finden, als die Information selber zu speichern“, erklärt sie. Die Folge: Man erinnert sich eher an Dinge, die man nirgendwo nachschlagen kann, als an Informationen, die zum Beispiel per Google verfügbar sind. Das zeigte die Studie relativ klar. Die Versuchsobjekte konnten sich durchs Band besser erinnern, wenn sie glaubten, dass eine Information nirgendwo abgerufen werden konnte.
Kein Problem – so lange es Google gibt. Wenn dann allerdings mal der Strom ausfällt…


Montag, 6. Juni 2011

Mars-Station oder digitale Fata Morgana?

Das Internet-Zeitalter macht es möglich: Mit Hilfe von Google-Mars (der Planetenversion von Google-Earth) hat ein Sofa-Astronom an seinem PC eine seltsame Entdeckung gemacht: etwas, das wie ein riesiges Gebäude aussieht.

Vielleicht ist es ein Schwindel, wahrscheinlich eine digitale Fata Morgana: Die Struktur ist weiss, besteht scheinbar aus zylinderförmigen Teilen und ist mehr als 200 Meter lang und 50 Meter breit. “Entdeckt“ hat das Ding der Amerikaner David Martines – und er musste dazu nicht einmal sein Pyjama ausziehen. Die Bilder wurden nämlich von der Mars Orbiter Camera aufgenommen, die mit dem NASA-Raumschiff Mars Global Surveyor jahrelang um den roten Planeten kreiste. Die Aufnahmen wurden von Google in Zusammenarbeit mit Nasa präpariert, damit sie für “Google Mars“ zur Verfügung stehen. Das heisst, jeder Anwender mit einem PC und einem Internetanschluss (und viel, viel Zeit) kann die Marsoberfläche unter die Lupe nehmen, ohne sein Haus zu verlassen.
Wir gehen davon aus, dass uns die Nasa bald erklären wird, wie das Bild der "Mars-Station" zu verstehen ist – amerikanische Medien melden, dass die Untersuchungen bei der Raumfahrtbehörde laufen. Das hält natürlich die Raumschiff-Enterprise-Enthusiasten nicht davon ab, wegen der Entdeckung, die Martines gemacht hat, jetzt schon ganz aufgeregt zu werden. Das Ding hat denn auch schon einen Namen: Es heisst “Bio Station Alpha“ und das Medieninteresse ist entsprechend gross. Den YouTube-Beitrag, den David Martines aufgeschaltet hat, haben sich in wenigen Tagen fast 900'000 Zuschauer angesehen, und die Millionengrenze wird wohl bald überschritten werden (das hinkt zwar in der Popularität weit hinter Lady-Gaga her, ist aber für ein populärwissenschaftliches Thema doch nicht schlecht).
Auch die Skeptiker sind allerdings im Web gut vertreten – wohl zurecht. Bis jetzt haben sich derartige “Sensationen“ jeweils relativ schnell in Luft, respektiv im leeren Raum aufgelöst.
Trotzdem spricht es doch für den technologischen Fortschritt der Menschheit, dass wir, die wir noch vor weniger als 20 Jahren ohne Internet auskamen, heute damit im All auf Entdeckungsreise gehen - und nicht nur das: Neben unzähligen anderen Aktivitäten, kaufen wir damit ein, organisieren unsere Lohnbuchhaltung und managen unsere Bankangelegenheiten damit. Das ist doch auch nicht schlecht - oder?


Update: Also doch, eine digitale Fatamorgana, verursacht durch den Einfluss kosmischer Strahlen auf den Sensor der Kamera, mit der die Bilder aufgenommen wurden... Für den Hobby-Weltraumforscher David Martines war die Entäuschung so gross, dass er sogleich sein Youtube-Video gelöscht hat.  

Freitag, 20. Mai 2011

Cloud-Computing im Wolkenkuckucksheim

Die Idee ist grossartig, und irgendwann wird es sicher auch funktionieren: Cloud-Computing. Nun bringt Google mit dem Chrome-Book sogar einen PC, der ganz auf das Cloud-Konzept angelegt ist. Doch wie zuverlässig ist das Rechnen in der Wolke?

Das Chrome-Book von Google: Zum Surfen in der Wolke.
Cloud-Computing ist ein bestechendes Konzept: Statt dass der User auf seinem PC eigene Software hat, benutzt er ganz einfach die benötigten Anwendungen, die auf dem Internet zur Verfügung gestellt werden – zum Beispiel eben von Google. Das ist denn auch die Idee hinter dem Chrome-Book: Millionen von Anwendern sollen in Zukunft auf Google-Anwendungen zugreifen, die im Web angeboten werden - und werden dies wohl auch tun. Schliesslich ist das Surfen im Web die Hauptbeschäftigung für die meisten User. Anwendungen in der Wolke werden aber auch für Firmen propagiert: “ Immer mehr Unternehmen setzen auf IT-Outsourcing und die neue Freiheit im Internet“ titelt zum  Beispiel kürzlich die Pressemitteilung eines der vielen Unternehmen in der Branche.
Viele von uns machen beim Cloud-Computing schon mit, ohne dass wir es uns bewusst sind: Webmail-Anwendungen wie Gmail von Google, oder auch Social-Media wie Facebook, aber auch Blogger, ebenfalls von Google, sind genau genommen Cloud-Anwendungen. Gerade letzte Woche haben zwei dieser Wolken-Angebote gezeigt, wo das Problem beim Cloud-Computing liegt. Blogger, eine Blogging-Plattform die von Millionen (auch von uns) genutzt wird, war letzte Woche für mehr als 20 Stunden nicht mehr verfügbar. Nicht nur das: Einige Einträge verschwanden ganz von den Blogs. Ähnliches passierte mit Facebook – ebenfalls letzte Woche. Während Stunden konnten keine Aktualisierungen mehr vorgenommen werden. Zum Trost erscheint dann jeweils ein kleines Fenster, das verspricht, dass man das Problem so schnell als möglich lösen wolle…
Soweit, so unzuverlässig. Und hier liegt wohl auch das Kernproblem: Cloud-Computing ist wunderschön, so lange es funktioniert. Sobald Probleme auftauchen, sitzen die Anwender im Dunkeln und können nur noch warten. Das mag für Facebook-Users und Hobby-Bloggers kein existenzielles Problem darstellen. Für Firmen mit ernsthaften IT-Anwendungen sieht das ganz anders aus. Tagelange Ausfälle könnten enorme Schäden verursachen.
Deshalb werden auch wir zumindest vorläufig beim leistungsfähigen Notebook bleiben und auf das Chromebook verzichten, so lange es um mehr geht, als nur im Web zu surfen. Irgendwann wird Cloud-Computing vielleicht dann so zuverlässig werden, dass sich die Assoziation mit Schopenhauers Wolkenkuckucksheim nicht mehr aufdrängt.

  

Freitag, 4. Juni 2010

Microsoft rennt gegen das Suchmonopol an

Dass es Bing, die Microsoft Suchmaschine, nicht ganz geschafft hat, Google vom Search-Engine-Thron zu stossen, merkt man schon daran, dass die meisten User gar nicht wissen, was Bing überhaupt bedeutet.

Versuchen Sie es. Fragen Sie ihre Kollegen und Bekannten, ob sie heute schon gebingt haben, und sie werden wahrscheinlich nur fragende Blicke ernten. Trotzdem: Als Microsoft Bing lancierte, wusste man in Redmond genau, dass es enorm schwierig werden würde, ernsthaft Marktanteile zu gewinnen. Google besass im Effekt ein Monopol auf dem Suchmaschinenmarkt und hatte, im Gegensatz zu Microsoft, bei den meisten Usern ein durchaus unbeflecktes Image. Doch je grösser Google wird, desto lauter werden auch die kritischen Stimmen. Wer unerlaubt Daten sammelt, macht sich unbeliebt, auch wenn das Firmenmotto “Do no evil“ heisst. (Auch Apple kommt mit dem Erfolg der letzten Jahre langsam in einen Bereich, wo es nicht mehr nur Apostel, sondern immer mehr kritische Stimmen gibt. Gerade wurde im London Telegraph ein Artikel zum iPhone 4G veröffentlicht, der dringend vom Kauf abrät. Viel zu teuer, mehr Marketing als Innovation, kein Flash, kein Multitasking, kurzes Batterieleben, ergonomisch schlechtes Telefon, waren nur einige der Argumente. Das Einschneidenste: Weil es inzwischen allgegenwärtig ist, sei das iPhone längst total uncool. Aber das ist ein anderes Thema).
Bing kann also zum Geburtstag immerhin Zahlen präsentieren, die zwar nicht wirklich grossartig, trotzdem aber ganz eindrücklich sind. 13 Prozent des Marktes ist ja doch nicht so schlecht. Aber auch nicht wirklich gut, und das gilt auch für bezahlte Suchresultate, wie ecin.de berichtet:
“Auch beim Thema Paid Search gilt das Prinzip „Mühsam nährt sich das Eichhörnchen“: In Auf- und Ab-Bewegungen konnte im zweiten Quartal 2010 der bisherige Höchstmarktanteil von sieben Prozent erzielt werden. Die Sektflaschen dürfen allerdings geschlossen bleiben: Marktführer Google beherrscht erdrückende 75,3 Prozent des Marktes, Kooperationspartner Yahoo hält immer noch 17,8 Prozent – mehr als das doppelte. Nach einem Jahr „Bingen statt Googeln“ steht also fest: Der Google-Goliath wird zumindest gepiekst – ob er sich davon erschüttern lässt, bleibt zweifelhaft.“

Dienstag, 1. Juni 2010

Google-Cash: Anlagen gesucht

Google ist wieder mal in den Schlagzeilen – wie berichtet wird, sollen bei der Suchmaschinen-Firma in Zukunft Computer mit Windows-Betriebssystem nur noch in Ausnahmefällen zugelassen werden – aus “Sicherheitsgründen“. Aber auch für Finanzfachleute wird Google immer interessanter: Das Unternehmen hat seit anfangs Jahr eine eigene Handelsabteilung, um das viele Geld zu investieren, das täglich hereinrollt.

Das Windows-Verbot bei Google wurde von der Financial Times vermeldet. Der Grund dafür liege in den Hackerangriffen, die im Frühjahr von China aus gegen Google unternommen worden waren.
“Die Financial Times zitiert anonyme Google-Mitarbeiter mit den Worten, dass Windows firmenintern als Belastung für die Sicherheit angesehen werde. Schon kurz nach den Hackerangriffen hätten neue Angestellte für ihren Computer desalb nur noch die Wahl zwischen Apples Betriebssystem Mac OS X und Linux-Distributionen gehabt. Angestellte, die auf ihrem Computer weiterhin mit Windows arbeiten wollen oder müssen, bräuchten der Zeitung zufolge die Genehmigung von einem Vorgesetzten. Für einen neuen Windows-PC sei sogar die Zustimmung des für Informationstechnologie zuständigen Vorstands (CIO) nötig.“
Wie man weiss, wird bei Google im Moment ein eigenes Betriebssystem entwickelt. Chrome OS scheint allerdings noch nicht weit genug fortgeschritten zu sein, um Windows ersetzen zu können.
Der Wirbel um die Betriebssysteme hat auf jeden Fall dem Geschäftsgang nicht geschadet. Wie Bloomberg Businessweek berichtet, hat Google in den letzten Monaten ein Handelsabteilung eingerichtet, um für das viele Geld, das täglich mit Werbung verdient wird, ein warmes Plätzchen zu finden. Gesamthaft dürfen die mehr als 30 Händler, darunter einige bekannte Wall-Street-Spezialisten, mit guten 26 Milliarden US-Dollar in Cash und kurzfristigen Investments jonglieren. Es wird geschätzt, dass Google im Moment mit diesen Anlagen eine Verzinsung von etwa 2,5 Prozent erzielt – das wären dann immerhin über 600 Millionen Dollar. Nicht schlecht, für eine IT-Firma, die gerade mal 12 Jahre alt wird!

Dienstag, 6. April 2010

Nicht genug Spass mit dem BlackBerry?

Auch BlackBerry-User wollen Spass mit ihrem Smartphone – und deshalb schielen viele von ihnen nach einem iPhone von Apple, einem Nexus One von Google oder einem Droid von Motorola.

Dass auch Business-Kunden Bedürfnisse haben, die nur durch den sogenannten Spass-Faktor abgedeckt werden können, ist ja eigentlich klar. Dass aber so viele BlackBerry-User mehr Spass haben wollen, könnte sich für RIM, den Kanadischen Hersteller des Gerätes, langfristig doch negativ auswirken. Eine Anwenderumfrage des amerikanischen Marktforschers Crowd Science hat nämlich ergeben, dass mehr als zwei Drittel der BlackBerry-Nutzer sich dem Gerät nicht sehr verpflichtet fühlen. Gefragt, was für ein Smartphone sie denn auswählen würden, wenn sie morgen eines kaufen würden, sagten 39 Prozent, dass sie sich sicher oder wahrscheinlich ein iPhone anschaffen würden. Knapp ein Drittel würde ein Nexus One von Google anschaffen. Im Vergleich dazu sind iPhone- und Nexus-User extrem loyal: In beiden Fällen würden rund 90 Prozent der Anwender kein anderes Gerät wählen.
Für Blackberry ergibt sich hiermit ein strategisches Problem. Soll der BlackBerry zum Business-iPhone mutieren, oder soll sich das Gerät auf seine Kernkompetenzen, das Versenden und Empfangen von e-Mails, besinnen? Die Frage zu beantworten wird nicht einfach sein. So schreibt ein Anwender, in einem Kommentar zum Thema:
“I am unhappy with my Blackberry mostly because it has gotten way too feature rich. It's great for corporate email (including Outlook integration), and I wish they would offer a version with no phone, no apps, no gps and the awesome battery life in the first generation, black & white Blackberry (and I would pay EXTRA for this).”
Mehr Features, weniger Features? Touch-Screen oder Minitastatur? Fun-Phone oder BlackBerry?
Laut der Finanz-Website MarketWatch wollen User mehr Spass, weil sie ihre Smartphones längst nicht mehr nur fürs Geschäft brauchen. Zitat:
“Was ist der Nutzen einer Tastatur, wenn das iPhone weiss, wo Sie parkiert haben? Wieso soll jemand Microsoft Exchange benutzen, wenn der Droid nahtlos mit Gmail funktioniert – eine Dienstleistung, die sowieso mehr Unternehmen nutzen? Gibt es einen Grund, auf die BlackBerry-Version einer App zu warten, die es bereits in Dutzenden von Varianten im App Store oder im Android Market gibt? Wenn nicht ein neues BlackBerry-Gerät erscheint, dem es gelingt, das schwerfällige Image der Marke abzuschütteln, wird RIM all den Spass verpassen – und damit auch die Kunden.“