Montag, 26. September 2011

Wer weiss alles, wo Sie gerade sind?

Ein Thema, das letzte Woche in den USA zu reden gegeben hat: Amerikanische Behörden nutzen scheinbar ein Gerät namens “Stingray“, wenn es darum geht, Verdächtige aller Art dingfest zu machen. Das Ding kann ein Handy punktgenau orten, auch wenn das Mobiltelefon nicht benutzt wird.

Die ganze Stingray-Affäre kam ans Licht, weil das Wall Street Journal einen Tipp bekam und einen Artikel darüber schrieb. In den USA dreht sich die Aufregung vorwiegend darum, ob die Untersuchungsbehörden gemäss Verfassung so ein Ortungsgerät überhaupt einsetzen dürfen. Für viele Handynutzer stellt sich aber auch die Frage, was das Handy denn so verrät, ohne das man darüber Bescheid weiss. Eines ist sicher: Wenn Stingray in den USA eingesetzt wird, dauert es nicht lange, bis die Geräte auch in Europa gebraucht werden. Wahrscheinlich ist es längst soweit - und schon wieder ist potenziell ein weiteres Stück unserer Privatsphäre dahin!
Aber wie funktioniert denn das umstrittene Gerät? Das Wall Street Journal hat auch hier eine ausführliche Erklärung parat:
“The systems involve an antenna, a computer with mapping software, and a special device. The device mimics a cellphone tower and gets the phone to connect to it. It can then collect hardware numbers associated with the phone and can ping the cellphone even if the owner isn’t making a call. This can be done through walls — something that is useful in finding suspects as well as victims of crimes or accidents.”
Das heisst: Derartige Systeme bestehen aus einer Antenne, einem Computer mit kartographischer Software und natürlich anderen, unbekannten Teilen. Das Gerät simuliert einen Natel-Sendeturm und bringt es fertig, das gewünschte Handy damit kommunizieren zu lassen. So kann die Hardwarenummer des Handys festgestellt werden, und das Handy kann per Ping kontaktiert werden, ohne dass jemand damit telefoniert. Das funktioniert auch durch Wände hindurch, ist also nützlich im Falle von Unfällen wie bei der Suche nach Kriminelle.
So wie wir das verstehen, gibt es eine Methode, dem Netz des digitalen Stingrays zu entgehen. Wenn das Handy nämlich ausgeschaltet ist, funktioniert nämlich gar nichts mehr - würde man wenigstens glauben...
    

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