Sonntag, 22. Dezember 2013

Frohe Festtage!

Wir wünschen all unseren Lesern frohe und geruhsame Festtage und freuen uns schon auf die besten Stories aus der digitalen Gesellschaft im nächsten Jahr.
Die Redaktion

Donnerstag, 19. Dezember 2013

Auch Online-Kunden wollen persönliche Beratung

Wer Online einkauft, möchte zwar in Ruhe an seinem eigenen PC, Tablet oder Smartphone die Online-Angebote durchgehen. Wenn dann aber Fragen auftauchen, punkten jene Shops, die einen ganz persönlichen Service bieten können.

Diese Grafik des ECC Köln zeigt die Antworten auf die Frage: "Welche der 
folgenden Serviceangebote möchten Sie bei der Produktberatung gerne 
nutzen?"
Ein neuer Report des ECC Köln (Titel: “Konsumentenerwartungen an Online-Serviceangebote in Echtzeit“), der in Zusammenarbeit mit iAdvize erstellt wurde, zeigt, dass eine Mehrheit der Online-Shopper persönliche Serviceangebote als sehr wichtig erachten. Für weitere 34 Prozent sind Online-Services zumindest teilweise wichtig. Das Thema Beratung ist vor allem in der Phase der Kaufvorbereitung besonders bedeutend. Wer sich nach bestimmten Produkten umsieht, hat Fragen, deren Beantwortung genau zu diesem Zeitpunkt wichtig ist. Rund 68 Prozent der Befragten gaben denn auch an, dass ihnen ein Online-Serviceangebot in Echtzeit wichtig sei.
Derzeit können vor allem Anbieter mit Click-to-Call-Service - also einem umgehenden, kostenfreien Rückruf - punkten; knapp 61 Prozent der Befragten gaben an, dass sie bei Fragen zum Produkt gerne ein Beratungsgespräch über eine Click-to-Call-Funktion nutzen würden. Auf den Plätzen zwei und drei landen FAQs (Frequently Asked Questions) und die Click-to-Chat-Funktion. Live-Chat) -Funktion. Service-Hotlines hingegen treffen in Sachen Produktberatung bei den Konsumenten eher auf Ablehnung. Die ECC-Experten glauben, dass die Click-to-Call-Funktion im Vergleich zum Anruf bei der Service-Hotline so gut abschneidet, weil die meisten Online-Shopper nicht den Kommunikationskanal wechseln wollen, um offene Fragen zu klären. Unternehmen hätten die Chance, Kaufabbrüche zu minimieren, indem sie die Kunden noch im Kaufprozess bedienen und bei der Entscheidungsfindung unterstützen.
Dass das Thema Beratung auch für den Online-Handel extrem wichtig ist,  zeigt ein weiteres Ergebnis: Rund 65 Prozent der Konsumenten haben mindestens schon einmal einen Kauf in einem Online-Shop abgebrochen, weil offene Fragen nicht beantwortet oder Probleme nicht gelöst werden konnten. Click-to-Chat-Angebote können diese Quote verringern. Weist man Konsumenten, die ihre Bestellung abbrechen wollen, proaktiv darauf hin, dass Fragen durch einen Click-to-Chat geklärt werden können, nehmen bis zu 55 Prozent der Konsumenten das Angebot an und schließen die Bestellung doch noch ab. Die Studie verdeutlicht, dass sich die Investition in Serviceangebote lohnt. Ein Besucher, der kurz vor Kaufabschluss noch eine Frage zum Produkt oder den Zahlungs- und Liefermodalitäten hat und keine Antwort in Echtzeit erhält, ist mit nur einem Klick blitzschnell beim Konkurrenten.
Die Studie kann hier kostenfrei bestellt werden.

Samstag, 14. Dezember 2013

Schweizer vertrauen nur der Hälfte aller Inhalte im Net

85 von 100 Schweizerinnen und Schweizern haben Zugang zum Internet. Die Nutzung wird intensiver und immer mobiler. Die E-Commerce-Nutzung stagniert auf hohem Niveau: 78 Prozent suchen im Web nach Produktinformationen, 67 kaufen Online ein und 63 Prozent vergleichen im Internet Preise. Allerdings sind viele Nutzer im Umgang mit dem Internet besorgt über ihre Datensicherheit. Und nur die Hälfte aller Internet-Inhalte wird von Schweizer Anwendern als glaubwürdig eingestuft!

«Die Schweiz zählt bei der Internet- Verbreitung weltweit zu den Top-Ländern», sagt Prof. Michael Latzer von der Abteilung Medienwandel & Innovation des IPMZ der Universität Zürich. Er hat mit seinem Team zum zweiten Mal das «World Internet Project – Switzerland» durchgeführt, die zu einer ganzen Reihe von interessanten Erkenntnissen geführt hat. Inzwischen sind fast die Hälfte der Internet-Nutzerinnen und -Nutzer (das sind 39 Prozent der Bevölkerung) auch Online, wenn sie unterwegs sind. Treiber dieser Verdoppelung der mobilen Internet-Nutzung sind natürlich die fast allgegenwärtigen Smartphones. Zu Hause wird das Internet verstärkt für berufliche Zwecke eingesetzt - von 44 Prozent der Nutzer. Der hohen Verbreitung zum Trotz: Vier von zehn Schweizerinnen und Schweizer fühlen sich nach Selbsteinschätzung «gar nicht oder nur ein wenig» in die Informationsgesellschaft eingebunden.
Eine digitale Spaltung in der Schweiz zeigt sich bezüglich Internet-Zugang entlang des Einkommens der Bildung und des Beschäftigungsgrades. Unterschiede aufgrund von Alter und Geschlecht haben an Bedeutung verloren: Bemerkenswerte 70 Prozent der
60- bis 74-jährigen Schweizerinnen und Schweizer nutzen heute das Internet, insgesamt etwa gleich viele Frauen wie Männer. Nach Regionen betrachtet, hinkt die italienischsprachige Schweiz hinterher. Eine ganze Million Schweizerinnen und Schweizer (ab 14 Jahren) surft nach wie vor nicht im Internet und begründet dies mit fehlendem Interesse und Nutzen.
Vertrauen und Sorgen bezüglich Internet-Nutzung sind in den letzten Jahren in der Schweiz im Wesentlichen gleich geblieben: Nur etwa die Hälfte der Internet-Inhalte wird von drei Vierteln der Bevölkerung als glaubwürdig eingestuft. Professionelle Angebote – speziell jene der SRG und der Regierung – werden als besonders vertrauenswürdig eingestuft, jene aus sozialen Online-Netzwerken und Blogs am wenigsten. Was den Anbietern von Onlineshops zu denken geben muss: Rund 40 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer wären bei einer Kredit- oder Bankkartenverwendung im Internet «sehr oder extrem besorgt»; wobei fünf Prozent tatsächlich schon einmal Opfer von Kreditkartenbetrug im Internet geworden sind.
Unternehmen wird punkto Datenkontrolle nach wie vor deutlich stärker misstraut als der Regierung. Erstaunlich dabei ist, dass diese Einschätzung ist trotz des NSA-Skandals im Vergleich zu 2011 unverändert geblieben ist. so der Medienexperte. Grundsätzlich sind junge Schweizerinnen und Schweizer  weit weniger besorgt als Ältere. Acht von zehn Internet-Nutzern sind sehr bedacht darauf, ihre Privatsphäre zu schützen - allerdings meint jeder zweite Nutzer, man müsse sich damit abfinden, dass es keine Privatsphäre im Internet mehr gebe.

Im Übrigen hat das Internet seine Rolle als mediale Vielzweckinfrastruktur für Information und Unterhaltung, für das Wirtschaften und Sozialisieren in der Schweiz weiter ausgebaut. Die Nutzung zu Informationszwecken – mit den Spitzenreitern Produkt- und Reiseinformationen sowie Nachrichten – übertrifft auch 2013 die Unterhaltung; in diesem Bereich stehen Video- und Musikportale zuoberst auf der Rangliste. Auffällig häufiger genutzt werden soziale Online-Netzwerke wie Facebook oder Twitter, letzteres vor allem von jüngeren Nutzern. Fast sechs von zehn Surfern verwenden soziale Online- Netzwerke, zwei Drittel davon täglich. Diesen Medienwandel zeigt auch das untenstehende Video der Abteilung Medienwandel & Innovation des Instituts für Publizistikwissenschaft und Medienforschung (IPMZ) der Universität Zürich.


Dienstag, 10. Dezember 2013

From Russia with Love - telefonieren mit zwei Screens

Für Hightech-Gadgets, die die Welt verändern, sind sie nun mal wirklich nicht bekannt, die Russen (wenn man mal von Sputnik absieht). Doch jetzt scheint einem Russischen Modemhersteller ein Handy-Wurf gelungen zu sein. Das YotaPhone hat zwei Screens. Derjenige auf der Rückseite funktioniert mit E-Ink und braucht so gut wie kein Strom. Die ersten Tester sind zufrieden.

Pixel vorne, E-Papier auf der Rückseite: das YotaPhone aus Russland.
Wieso braucht ein Smartphone zwei Screens? Dazu zitiert bild.de den Geschäftsführer des Herstellers, Lau Geckler:
“Wir wollen eines der größten Probleme bei der Smartphone-Nutzung lösen. Jeder will ständig auf das Display schauen. Daher haben wir einen Bildschirm eingebaut, der immer eingeschaltet ist.“ Nach Angaben von Geckler schalten Smartphone-Nutzer pro Tag durchschnittlich 150 Mal den Handy-Bildschirm an, etwa um zu schauen, ob eine neue Nachricht angekommen ist oder um einfach die Zeit abzulesen. Beim YotaPhone ist das nicht nötig – sein E-Paper-Display ist immer an. Der Akkulaufzeit schadet das nicht – E-Paper-Displays sind extrem sparsam, verbrauchen nur ein wenig Energie, wenn der Bildschirminhalt geändert wird.“
Die Tester finden den zweiten Bildschirm praktisch, wünschten sich aber, dass er auch als Touch-Screen funktionieren würde:
“In der Praxis war es wirklich bequem, etwa einen Stadtplanausschnitt oder eine Bahnfahrkarte auf dem E-Paper anzeigen zu lassen – also Informationen, die sich in dem Moment nicht verändern. Auch der Blick auf Uhrzeit oder Kalendereinträge war hilfreich. Ließ man sich aber die aktuellen Twitter- oder Nachrichten-Meldungen auf der Rückseite anzeigen, hatte man zwar einen ersten Überblick übers aktuelle Geschehen. Wollte man dann aber den Artikel zu einer eingeblendeten Nachricht lesen oder einen Link in einem Tweet aufrufen, musste man doch erst zum LCD-Display wechseln. Auf dem E-Paper war das nicht möglich – man vermisst die gewohnte Touch-Funktion anderer Displays. Die ist erst für die nächste Generation des Yoga Phone geplant…“
Auch sonst scheint das YotaPhone mit anderen Handys mithalten zu können:
“Ein Qualcomm-System mit zwei Kernen und 1,7 GHz Taktung soll in Kombination mit üppigen 2 GByte Arbeitsspeicher für den nötigen Vortrieb sorgen. Laut eigener Aussage plant Yota in zukünftigen Geräten eine Quadcore-CPU zu verwenden. Reichlich Stauraum bietet der 32 GByte große interne Speicher. In Sachen Konnektivität bietet das YotaPhone LTE, WLAN-n und Bluetooth 4.0.“ 
Laut Pressemeldungen hat der Verkauf des Geräts begonnen. Es ist in verschiedenen Ländern Europas und im YotaShop erhältlich und kostet 499 Euro.

Freitag, 6. Dezember 2013

Digitale Währung kauft elektrischen Sportwagen

Es war ja wohl nur eine Frage der Zeit, bis sich jemand mit seinen extrem im Wert gestiegenen Bitcoins ein schönes Weihnachtsgeschenk gekauft hat.

Elektrisch in 5,6 Sekunden von Null auf 100 km/h, Spitze über 200: der Tesla S,
der in Kalifornien mit Bitcoins gekauft wurde.
Eine Lamborghini-Garage in Kalifornien gab bekannt, dass sie einen elektrischen Tesla Model S Performance-Sportwagen an einen Kunden verkauft hat, der den Kaufpreis ganz mit Bitcoins bezahlt hat. Bitcoins sind eine digitale Währung. Dieses virtuelle Geld hat, seit es in Umlauf gesetzt wurde, enorm an Wert zugenommen, so dass ein Bitcoin gegenwärtig etwa 1000 Dollar wert ist (die Kurse schwanken allerdings stark).
Der Käufer des Tesla S dürfte also um die 60 Bitcoins für den gut 60‘000 Dollar teuren Wagen bezahlt haben. Die Verkäufer in Kalifornien sind besonders stolz auf den Handel, weil, wie sie es auf ihrer Website beschreiben, “eine elektronische Währung dafür benutzt wurde, ein elektrisches Auto zu kaufen“.

Der Bitcoin-Wert hat in diesem Jahr wilde Sprünge gemacht. Anfangs Jahr konnte ein Bitcoin noch für 20 Dollar gekauft werden, anfangs Oktober für 140 Dollar, dann, anfangs Dezember, kostete die digitale Münze für kurze Zeit 1200 Dollar. Zum Zeitpunkt dieses Blogeintrags war ein Bitcoin noch 936 Dollar wert.


Donnerstag, 5. Dezember 2013

Wo der Nutzen wichtiger ist, als die Sympathie

Wenn private Nutzer auf Facebook aktiv sind, spielen persönliche Neigungen, Freundschaften und Sympathien oft die wichtigste Rolle. Wenn es aber um’s Konsumieren geht, gelten im Social Web andere Gesetze, als in klassischen Werbekanälen. Sympathien spielen hier nur eine untergeordnete Rolle. Konsumenten favorisieren Marken auf Plattformen wie Facebook in erster Linie, um sich zu informieren und wenn möglich vergünstigte Angebote zu erhalten. Mit anderen Worten: Werbung mit nützlichen Inhalten bringt Kunden; Werbegags sind weniger gefragt.

Die Studie „Markenführung 2.0 – Ein Social Media UserKompass“ zeigt, dass  fast neun von zehn Konsumenten auch dann Fan oder Follower werden, wenn sie keine Sympathien für eine Marke aufbringen. Vielmehr geht es in den allermeisten Fällen darum, Zusatzinformationen und gute Angebote zu finden. Die Sympathie für eine Marke kommt dagegen mit deutlichem Abstand an zweiter Stelle. Nur jeder dritte User gibt eine Identifikation mit der Marke als Grund für das Drücken des Like-Buttons an.
Diese pragmatische Einstellung der User szeigt sich auch in ihrer Erwartungshaltung hinsichtlich der Markenauftritte im Social Web. Drei von vier Befragten empfinden einen Markenauftritt als gut, wenn nützliche Marken- oder Produkteinformationen vermittelt werden. Ob ein Markenauftritt unterhaltsam oder witzig ist, ist nur für ein gutes Drittel der User wichtigt.
Über 70 Prozent der Befragten sind Fans oder Follower mindestens einer Marke.  Rund 28 Prozent geben an, mit mehr als zehn Marken im Social Web verbandelt zu sein. Die Untersuchung zeigt aber auch, dass diese Bande nicht sehr stark sind. Wenn Marke oder Produkt nicht mehr gefallen, die zu viel Werbung beim Verbraucher ankommt, oder sonst keine Identifikation mit der Marke mehr gegeben ist, wenden sich die User  wieder ab.

Die  Studie, die  das Institut für Marktorientierte Unternehmensführung der Fakultät für Betriebswirtschaft der Ludwig-Maximilians-Universität München in Zusammenarbeit mit der Agentur webguerillas durchgeführt hat, kann hier heruntergeladen werden. 

Dienstag, 3. Dezember 2013

Das Twitter-Dilemma: Wer ist echt, wer ist gefälscht?

Twitter ist ein beliebtes und inzwischen auch eines der grössten sozialen Netzwerke der Welt - ein perfektes Tool, um das digitale Ego aufzubauen und zu streicheln. Je mehr Follower, desto besser das Selbstgefühl, desto interessanter, beliebter und bekannter der Twitter-User und die Twitter-Userin. Doch diese Gleichung stimmt immer weniger. Auf Twitter gibt’s unzählige gefälschte Accounts, die genau das tun, was auch echte Anwender machen: Sie folgen, retweeten und versenden Nachrichten.

Der Twitter-Hauptsitz in San Francisco, Kalifornien.                      Bild Twitter
Man weiss es schon seit längerem: Wer will, kann sich seine Followers auf sozialen Medien kaufen. Da Berühmtheit heutzutage eng mit Beliebtheit zusammenhängt, und die digitalen Massen sowohl im Showbusiness als auch in der Politik leicht instrumentalisiert werden können, ist es nicht schwierig, Abnehmer für gefälschte Followers zu finden.  Laut Twitter sind es “nur“ fünf Prozent der 230 Millionen Accounts, die unecht sind. Italienische Forscher haben allerdings schon vor einigen Monaten behauptet, dass es rund 20 Millionen solcher Accounts geben soll, dass also  mindestens neun Prozent aller Twitter-Accounts gefälscht seien.
Nun hat auch das Wall Street Journal das Thema aufgegriffen. Unter anderem wird ein amerikanischer Geschäftsmann porträtiert, der im Fake-Account-Geschäft tätig ist. Zitat:
“Vidmar steht für die dunkle Seite von Twitter – für Fake-Accounts und rechnerbasierte Systeme. In seinem Haus steht ein Dutzend Computer herum. Der Blick aus dem Fenster fällt auf einen Golfplatz in der Nähe des bekannten Las Vegas Strip. Bereits seit sechs Jahren ist Vidmar im Geschäft. Der Kauf von gefälschten Accounts und die Verbreitung auf Twitter – davon lebt er. Mittlerweile beaufsichtigt Vidmar etwa 10‘000 automatisierte Accounts für um die 50 Kunden. Sie bezahlen ihn, und er verschafft ihnen zumindest oberflächlich mehr Beliebtheit und Einfluss.“
Genau darum geht es, um Beliebtheit und Einfluss. Und über wen geredet und  getweetet wird, gewinnt an beidem - so glauben wenigsten die Twitter-Apostel.
Für Twitter selber könnten sich die falschen Follower allerdings zu einem echten Problem auswachsen. Dazu nochmals das Wall Street Journal:
“Auch nach dem erfolgreichen Börsengang von Twitter hängen die Fake-Accounts wie eine dunkle Wolke über dem Unternehmen. „Viele Menschen werden über Twitter mit Nachrichten versorgt", sagt Sherry Turkle, Leiterin einer MIT-Initiative. „Sollte etwas, das dort gerade bestimmendes Thema ist, vorgetäuscht sein, müssen die Menschen darüber informiert werden. Das wird und muss sonst die Glaubwürdigkeit unterwandern."
Das Wachstum der falschen Accounts hängt unter anderem damit zusammen, dass es Twitter seinen Nutzern im Gegensatz zu Facebook nicht verbietet, mehr als ein Profil pro Person anzulegen. Darüber hinaus gibt es keine Echtnamen-Pflicht…“

Sonntag, 1. Dezember 2013

Das abrupte Ende einer digitalen Erfolgsstory

Es dauerte 8 Jahre: Von Null auf ein paar hundert Millionen Jahresumsatz und bis zum Verkauf an den Grossinvestor Telefonica, der vor vier Jahren 145 Millionen Euro dafür bezahlt hat. Heute (1. Dezember 2013) wurde nun per E-Mail an registrierte User das abrupte Ende des webbasierten Telefondienstes Jajah angekündigt. Kunden haben noch bis 31. Januar 2014 Zeit, ihre Guthaben zu vertelefonieren. Dann ist  endgültig Schluss und Jajah wird abgeschaltet.

Danke - das wär's dann gewesen. Jajah stellt den Dienst ein.
Jajah funktioniert (noch bis Ende Januar) auf VoiP-Basis: Man benutzt den PC nur zum Initialisieren des Telefonanrufes; im Unterschied zu Skype telefoniert man dann ganz ohne PC, mit dem gewöhnlichen Telefon oder Handy. Vielerorts bietet Jajah sogar die Möglichkeit, allen Kontaktpersonen eine lokale Telefonnummer zuzuordnen – ob sie sich nun in Bern, London oder in Vietnam befinden, am Festnetz oder am Handy. Ein durchaus bestechender und günstiger Service also, der aber offensichtlich nicht erfolgreich genug war. Obwohl der Spanische Telkomm-Gigant Telefonica vor vier Jahren mehr als 200 Millionen Dollar für Jajah hinblätterte (das inzwischen von Österreich ins Silicon-Valley nach Kalifornien gezogen war), gelang es nie, die Konkurrenzsituation mit dem übermächtigen Skype zu lösen.
Jajah hat, aus User-Sicht, in den letzten Jahren durchaus an Attraktivität verloren. Die Gebühren sind in den letzten Jahren langsam aber stetig gestiegen, so dass heute einige Calling-Cards durchaus wieder konkurrenzfähig sind. Der grosse Jajah-Vorteil, weltweit Gratisanrufe an andere registrierte Jajah-Nutzer zu tätigen, wurde vom Betreiber ebenfalls eingeschränkt. Solche Anrufe funktionierten nur noch, wenn die Teilnehmer regelmässig auch bezahlte Jajah-Anrufe tätigten und ihr Jajah-Konto dementsprechend mit Geld versorgten. Vor allem bei Anrufen in ländlichere Gegenden mit eingeschränkter IT-Infrastruktur, liess ausserdem die Qualität der Leitungen oft sehr zu wünschen übrig.

Immerhin konnten die beiden jungen österreichischen Jajah-Gründer Roman Scharf und Daniel Mattes vom ganzen Unternehmen sicherlich ganz schön profitieren. In diesem Sinne war Jajah eine typische digitale Erfolgsstory. Sie hatten Jajah im Jahr 2009, nur vier Jahre nach der Gründung, für rund 145 Millionen Euro an Telefonica verkauft - genau einen Tag vor Weihnachten…

Mittwoch, 27. November 2013

Die Swisscom lanciert eine Sicherheits-App für Smartphones

Swisscom hat eine App lanciert, die alle auf dem Smartphone installierten Programme auf Sicherheitslücken überprüft. Die Anwendung heisst CheckAp und gibt auch Empfehlungen ab, wie Kunden ihr Handy wirksam vor Datendiebstahl und missbräuchlichen Eingriffen schützen können. Die App ist ab sofort für Android-Geräte und iPhones erhältlich – und zwar gratis.

CheckAp von Swisscom: soll Sicherheitslücken in den anderen Apps auf
Ihrem Smartphone finden.                                                    Bild Swisscom-Site
Manche Apps gehen mit Anwenderdaten sehr sorglos um und verlangen weit mehr Informationen und Berechtigungen, als sie eigentlich benötigen. So braucht zum Beispiel eine Taschenlampen-App sicher keinen Zugriff auf Ihre Kontaktdaten, und eine Kinderspiel-App muss den eigenen Standort nicht übermitteln - schon gar nicht unverschlüsselt. Mit CheckAp können laut Swisscom derartige Sicherheitslücken aufgedeckt werden.
CheckAp gibt es in zwei Varianten für Android Geräte und iPhone. Zentrales Element der Android-App ist eine Scannersoftware. Dieser unterzieht die installierten Apps einer eingehenden Prüfung und zeigt sofort mögliche Schwachstellen auf, beispielsweise kritische Zugriffe auf Funktionen oder Daten. Alle Apps werden mit einer Bewertung versehen, die  mitels Farbcodes und Texten erläutert wird. CheckAp gibt eine Verhaltensempfehlung ab und schlägt, wo möglich, alternative, sicherere Apps vor.
 CheckAp für das iPhone listet die populärsten Apps auf und zeigt deren Bewertung an. Weitere Apps können gesucht und in einer persönlichen Liste gespeichert werden.
 Der sorgsame Umgang mit persönlichen Daten wird in der modernen vernetzten Welt immer wichtiger. CheckAp ist eine von Swisscom entwickelte App, die auf einfache Art helfen soll, Datenschutzprobleme zu erkennen und entsprechend zu  lösen. Die auf dem Smartphone installierten Apps werden nach verschiedenen Kriterien basierend auf ihrer Kernfunktion bewertet. Dabei stützt sich Swisscom unter anderem auf Testresultate der Firma Appthority.
 Appthority ist im Bereich Risk Management für mobile Apps tätig und bedient weltweit vor allem Geschäftskunden, um Sicherheit und Datenschutz der Apps in deren Unternehmen zu beurteilen und zu gewährleisten.
Auf nzz.ch hat man die neue Swisscom-App schon mal einem Kurztest unterzogen. Die Resultate sind nicht nur befriedigend ausgefallen:
“Im Test wurden von rund 40 Apps ausser Google+ noch Google Drive und Google-Suche beanstandet. Die vorgeschlagenen Alternativen muten mitunter seltsam an. Beispielsweise werden statt Google Drive Google Goggles, Google-Kalender und Google Admin vorgeschlagen. Statt Google+ wird Twitter empfohlen – der Dienst läuft aber schon auf dem Gerät. Ausserdem stellt sich die Frage, welcher Punktestand gut ist. Checkap empfiehlt statt Google+ SayHi. Diese App erreicht 76 von 100 Punkten, nutzt aber «zu viele Zugriffsrechte, die allenfalls heikel sein können».
CheckAp ist gemäss Swisscom bei Google Play und im App Store von Apple kostenlos verfügbar; wir haben die App allerdings gestern (27.11) Abend  nur bei Google Play, nicht aber im App Store aufstöbern können.

Montag, 25. November 2013

Geschwätz über den Wolken?

Flugzeugkabinen, heutzutage meistens voll besetzt und naturgemäss längst keine Oasen der Ruhe und Entspannung mehr, könnten bald noch viel nerviger werden. Was wir alle schon vom Nahverkehr kennen, kommt möglicherweise demnächst auch zum Fernverkehr, genauer gesagt ins Flugzeug: Der ununterbrochen am Handy plappernde Sitznachbar. Die amerikanische Telekomaufsicht hat nämlich vorgeschlagen, das Telefonierverbot in Flugzeugen ganz einfach aufzuheben, weil es nicht mehr zeitgemäss sei. Die Flugbegleiter sind nicht begeistert.

Aus technischen Gründen soll das Telefonieren am Handy in amerikanischen
Airlinern bald nicht mehr verboten sein. Ob es allerdings zugelassen wird,
hängt nicht nur von der Technik ab. 
Auf einem Flug von Zürich nach London könnte man es wohl gerade noch aushalten: Nachbarn, die am Handy schwatzen, um sich die relativ kurze Flugzeit zu vertreiben. Was aber passiert, wenn der Flug nach den USA oder gar nach Australien führt?
Das Kabinenpersonal amerikanischer Fluggesellschaften hat eine ziemlich genaue Vorstellung davon, wie sich derartige Flüge entwickeln könnten. Die Vereinigung der amerikanischen Flugbegleiter spricht von einemSicherheitsrisiko und hält fest, dass ein Flugzeug voller telefonierender Passagiere zu Streitigkeiten führen könnte. Ausserdem weisen die Flugbegleiter darauf hin, dass gemäss Umfragen eine grosse Mehrheit der Passagiere die Nutzung von Handys im Flieger ablehne. Jede laute Situation, die zu Streit führen und stören könne, sei nicht nur unerwünscht, sondern auch unsicher, sagen die professionellen Flieger. Das scheint uns eine realistische Einschätzung der Situation zu sein. Deshalb ist auch noch nicht abzusehen, ob es je zum grossen Geplapper über den Wolken kommen wird. Zitat aus der Süddeutschen:
“Wann das Handyverbot fallen wird und was das in der Praxis genau bedeuten könnte, ist noch unklar. Die FCC will den Fluggesellschaften erlauben, die Telefontechnik zu installieren, sie wird ihnen dies jedoch nicht vorschreiben. Konkret installieren die Techniker dabei im Flugzeug eine kleine Basisstation namens "Picocell", die die Funksignale der Handys sammelt und zur Erde schickt.“
Allerdings kann man ja mit einem Smartphone nicht nur telefonieren – sondern auch e-mailen und im Net surfen. Genau diese Möglichkeiten wollen viele Fluggesellschaften ihren Kunden bieten. Das erklärt auch ein Lufthansasprecher gegenüber der SZ:
 “Worauf es ankomme, sei der GSM-Standard, den die Lufthansa so schnell wie möglich auf allen Maschinen installieren will. Dadurch könnten Fluggäste auf ihren iPhones und Blackberrys E-Mails verwalten und im Internet surfen. Die Lufthansa bietet bereits auf Langstreckenflügen Wlan an; auf diese Weise können Reisende am Laptop ins Internet gehen. "Theoretisch könnte jemand so auch über Skype telefonieren. Aber das erlauben wir nicht", sagte der Lufthansa-Sprecher. Allerdings sind auf vielen Flügen bereits normale Telefonate von einem Wand-Fernsprecher möglich. Die Gebühren, die für ein Gespräch verlangt werden, sollen davon jedoch abschrecken: Pro angefangener Minute zahlen Fluggäste 9,95 Dollar…“





Donnerstag, 21. November 2013

Angst und Leichtsinn im Internet

Eine breit abgestützte brandneue Umfrage unter deutschen Internetnutzern hat ergeben, dass sich immer noch 28 Prozent ohne jeglichen Schutz im Web bewegen. Eine Schweizer Studie, in deren Rahmen ebenfalls über 1000 Anwender befragt wurden, ergab ein besseres Resultat: Immerhin 15 Prozent sind aber auch hierzulande noch ohne Virenschutz im Internet unterwegs. Die Resultate der beiden Studien sind umso erstaunlicher, als sie gleichzeitig zeigen, dass sich die meisten Internetnutzer intensiv um ihre Datensicherheit sorgen.

Am wenigsten Vertrauen haben Schweizer Internet-Anwender in Facebook
& Co. Benutzen tun sie es trotzdem.                                   Grafik: comparis.ch
31 Prozent aller Schweizer Internetnutzer fühlen sich bei der Eingabe persönlicher Daten unsicher. Die Anwender sehen ihre privaten Daten vor allem durch Kriminelle und Soziale Netzwerke bedroht, Geheimdienste stehen weniger hoch auf der Bedrohungsliste. Diese Daten wurden in der Schweiz von comparis.ch im Rahmen des ersten “Datenvertrauensindex‘“ publiziert. In Deutschland heisst die Studie “Daten & Schutz 2013“ und wurde vom GfK Verein durchgeführt.
Auch die Deutschen sorgen sich um den Schutz ihrer Daten und ihrer Privatsphäre. Das hat direkte Folgen für die Nutzung von Online-Angeboten – und damit auch für den E-Commerce-Sektor: Drei Viertel der deutschen Internetnutzer verzichten nämlich aus Datenschutzgründen auf verschiedene Online-Aktivitäten. Knapp die Hälfte aller Surfer sieht zum Beispiel in Online-Wettbewerben eine große Gefahr für Datenmissbrauch, und mehr als die Hälfte verzichtet deshalb auf derartige Angebote . 37 Prozent der Befragten verzichten aus Datenschutzgründen sogar auf Online-Banking,  und 29 Prozent bezahlen nicht Online. Anders verhält es sich bei den sozialen Netzwerken: Rund 40 Prozent der Befragten sehen in sozialen Netzwerken zwar eine große Gefahr für Datenmissbrauch, auf deren Nutzung verzichten aber dennoch nur 22 Prozent.
Auch die Schweizer vertrauen den Sozialen Netzwerken am wenigsten, wenn es um private Nutzerdaten geht. Aber auch hier ist die Anziehungskraft von Facebook &Co. grösser, als die Angst der Nutzer: 64 Prozent der Social-Media-User haben kein Vertrauen in Soziale Netzwerke, nutzen diese aber trotzdem. Wenig Vertrauen wird auch Suchmaschinen entgegengebracht, mehr dagegen E-Mail-Anbietern, Versicherungen und Online-Shops. Starkes Vertrauen geniessen einzig Behörden und Banken.
Als Konsequenz ihrer Sicherheitsbedenken geben viele Schweizer persönliche Informationen nur ungern preis. 45 Prozent geben ihren Vor- und Nachnamen oder die persönliche E-Mail-Adresse «mit Bedenken» an. Für 23 Prozent ist die Angabe der Handynummer absolut tabu, und weitere 25 Prozent geben sie nur «mit grossem Bedenken» an.

Dass die beiden obigen Studien ein Misstrauen zahlreicher Anwender betreffend Datensicherheit im Internet dokumentieren, überrascht eigentlich nicht. Dass es aber immer noch Anwender gibt, die keine Virenschutzprogramme benutzen, ist schon sehr befremdlich.  Wer mit einem ungeschützten PC im Web surft, geht grosse Risiken ein. Ein Besuch auf einer infizierten Website kann schon dazu führen, dass der PC verseucht wird, und natürlich gefährden User, die sich nicht einmal an die minimalsten Schutzstandards halten, auch Jene, mit denen sie kommunizieren, und sie riskieren, dass ihr PC früher oder später in ein Botnetz eingebunden und für kriminelle Zwecke verwendet wird.


Dienstag, 19. November 2013

Bahnhof-WLAN: Kostenfrei ist nicht gratis

Die SBB rüstet immer mehr Bahnhöfe in der Schweiz mit Gratis-WLAN aus. Gratis heisst allerdings auch in diesem Fall nicht kostenfrei. Zwar bezahlen die SBB-WLAN-Nutzer nicht direkt und nicht mit Geld für ihren Internetzugang im Bahnhof. Dafür sammelt das Bahnunternehmen die Daten der User und behält sich auch vor, diese später für Werbezwecke zu benutzen, wie der Tagi berichtet.

Die SBB bewirbt ihr kostenloses Surfangebot im Internet. Klar ist: Gerade im
digitalen Zeitalter heisst kostenlos fast nie gratis.
Die besten Dinge im Leben sind tatsächlich gratis – weil sie nicht käuflich zu erwerben sind. Ansonsten darf man wohl sagen, dass nichts gratis ist, was zum wirtschaftlichen Kreislauf gehört. Oder wie es Christoph Keller auf srf.ch definiert hat:
“Im heutigen Wirtschaftssystem ist das Geschenk nicht mehr eine Geste, eine Freundlichkeit, eine zuvorkommende Handlung. Es ist eben das «gratias agere», das vorangestellte Danke sagen für eine spätere Gegenleistung. So gesehen ist das Gratisangebot immer ein absichtsvolles, enthält in jedem Fall eine Aufforderung, eine Verführung - man will mich locken, will mich haben, will mich einbinden als Konsumenten. Und gratis ist ohnehin immer schon mit einberechnet in die Kosten für Marketing, für Werbung. Und in den Kalkulationen der Unternehmen ist das abgegebene Mitbringsel, das kleine Plus bereits mit einberechnet im Kaufpreis für das eigentliche Produkt oder Angebot.“
Im Falle von “Gratis-WLAN“ sind es oft die Kundendaten, die vom Provider als Bezahlung akzeptiert werden. Aus dem Tagi:
“ «Wer das SBB-Angebot nutzt, zahlt mit seinen Daten», sagt der auf IT-Recht spezialisierte Rechtsanwalt Martin Steiger. Für jeden Nutzer erhöben die SBB die Handynummer, die Mac-Adresse zur Identifizierung des Endgeräts sowie Ort, Datum und Zeit jeder Nutzung. «Die SBB können damit umfangreiche Nutzungs- und Bewegungsprofile erstellen», sagt Steiger. Der Rechtsanwalt spricht von einem Tauschhandel. «Da muss jeder selbst wissen, ob er sich darauf einlässt. […] Was die wenigsten Nutzer realisieren dürften: Um ihr Dienstleistungsangebot zu optimieren, analysieren die SBB auch das Reiseverhalten des Kunden und behalten sich aufgrund des erstellten Profils die «persönliche Ansprache des Kunden» mit Werbeinformationen oder Umfragen vor…“
Der Artikel im Tagesanzeiger hat viele, zumeist negative Reaktionen ausgelöst. Viele User möchten zwar gratis surfen, dann aber aufgrund von preisgegebenen Informationen doch lieber nicht mit unerwünschter Werbung versorgt werden. Andere sehen die Sache etwas zynischer – wie zum Beispiel jener Leser, der sich ganz einfach wünscht, von der SBB pünktlich transportiert zu werden:
“Ich hoffe, dass man mit der SBB in Zukunft auch noch einfach von A nach B fahren darf - vielleicht sogar ohne eingeschaltetes Handy ? Das wäre klasse, und ich bitte die Verantwortlichen hiermit, dieses Zukunftsmodell zu prüfen.“

Donnerstag, 14. November 2013

Eine Tastatur zum Ausdrucken

 Es kommt immer mal wieder eine App, die als Idee und Umsetzung brillant ist. Wenn sie dann auch noch gratis ist, darf man sie ruhig auch weiterempfehlen.

Raffiniert: Eine Tastatur aus Papier, damit man nicht auf dem
Screen des iPhones tippen muss.                 Bild iTunes
Damit das Ganze funktioniert, muss anfänglich ein Drucker zur Verfügung stehen, mit dem das Bild einer Tastatur auf ein A4-Blatt ausgedruckt werden kann. Auf dem gleichen Blatt markiert der Drucker auch den genauen Ort, um das iPhone zu platzieren. Danach geht’s wie geschmiert: Die Kamera im Smartphone sieht, welche Buchstaben auf der Papiertastatur angetippt werden und schon kann geschrieben werden, wie mit einer echten Tastatur.

Die App funktioniert auf dem iPhone 4 und auf neueren Modellen. Sie kann auf iTunes kostenlos
heruntergeladen werden und enthält auch noch einige Games; wer damit auch chatten will, muss dafür EUR 4.50 bezahlen.

Montag, 11. November 2013

Sicherheit und Unsicherheit im Internet

Warnungen über PC-Software-Sicherheitslücken werden fast täglich publiziert. Daran ändern auch die zahlreichen Virenschutzprogramme und Firewalls nichts, die von den meisten vernünftigen Usern installiert und angewendet werden. 

Erst kürzlich informierten wir über “CryptoLocker“, einen Trojaner, der versucht, aus Anwendern Erpressungsopfer zu machen. Nun berichtet die NZZ unter dem Titel “Angriffe auf Word häufen sich“, über eine neue Phishing-Masche, die vor allem Word-User gefährdet:
“Es sind scheinbar harmlose Mails. Eine Bank, die man nicht kennt, vermeldet einen Zahlungseingang, den man gar nicht erwartet hat. Ein Klick auf das angehängte Word-Dokument verspricht Klarheit. Doch Vorsicht: Dieser eine Klick könnte einem entfernten Angreifer den vollen Zugriff auf den eigenen PC übertragen. Bereits am Dienstag hat Microsoft vor dieser Sicherheitslücke (CVE-2013-3906) gewarnt. Sie betrifft ältere Versionen von Office und Windows und ermöglicht es, dass ein Angreifer mit speziell präparierten Tiff-Bildern als Bestandteil eines Word-Dokuments einen PC kapern kann. […] Mehrere Hundert PC seien kompromittiert worden. Die Angriffe lassen sich auf zwei Gruppen zurückführen und sind, wie es in dem Bericht heisst, stärker verbreitet, als bisher vermutet…“
Badbios ist der Name einer Malware, die scheinbar auch PCs verseuchen
kann, die nicht vernetzt sind - sozusagen durch die Luft, über unhörbare
Tonsignale. 
In diesem Fall gibt es immerhin Möglichkeiten, sich zu schützen. Falls Sie ein E-Mail von einer Bank bekommen, die Sie nicht kennen, klicken Sie nicht auf angehängte Dokumente, sondern löschen Sie die Nachricht. Sie können davon ausgehen, dass Ihnen niemand Geld schickt, den Sie nicht kennen.
Fast gleichzeitig wie die Bedrohung durch Word, ist gemäss anderen Berichten auch eine neue Bedrohung durch ältere IE-Explorer-Versionen aufgetaucht. Zitat aus dem Spiegel:
“Einer Analyse der Sicherheitsexperten von FireEye zufolge sind von der Sicherheitslücke die Internet Explorer 7 und 8 auf Windows XP sowie die Versionen 8 und 9 auf Windows 7 betroffen. Der Angriff ziele auf die englischsprachigen Installationen des Browsers ab, betroffen dürften vor allem Japaner gewesen sein - der Schadcode wurde offenbar gezielt auf einer "strategisch wichtigen" japanischen Website für internationale Sicherheitspolitik platziert. Entwarnung gilt für europäische Internetnutzer trotzdem nicht: Der Trick, so Xiaobo Chen und Dan Caselden von FireEye, könnte problemlos auch für anderssprachige IE-Versionen umgesetzt werden…“
Eine kleine, nicht repräsentative Umfrage unter uns nahestehenden Usern zeigt, dass sich der durchschnittliche Anwender kaum mehr von derartigen Meldungen beeindrucken lässt. Man setzt auf Sicherheitssoftware und gesunden Menschenverstand. Allerdings scheint die Zeit gekommen zu sein, an dieser Stelle auch jene Anwender zu verunsichern, die sich an diese Regeln halten, und die bis jetzt geglaubt haben, dass ihr PC zumindest dann sicher sei, wenn er nicht mit dem Internet verbunden ist. Zitat heise.de:
“Das größte Medienecho fand die Behauptung, dass sich BadBIOS auch vom gezielten Abschalten aller Netzverbindungen (Air Gap) nicht aufhalten lasse. Ruiu hatte alle Verbindungen eines befallenen Rechners gekappt (Ethernet, WLAN und Bluetooth) und dennoch den Transfer von Datenpaketen beobachtet. Dabei kam er zu der Schlussfolgerung, dass infizierte Systeme einander notfalls über hochfrequente Audiosignale kontaktieren. Dies erschien vielen Beobachtern als reine Science Fiction. Tatsächlich ist eine versteckte Datenübertragung über Audio jedoch durchaus von dieser Welt. heise Security liegt ein Technical Paper von zwei deutschen Forschern vor, die am Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie tätig sind. Darin beschreiben sie im Detail, wie sie ein verstecktes Netz aus mehreren Lenovo-Laptops aufbauen konnten, die mit einer Reichweite von bis zu 20 Metern miteinander kommunizierten. Das Paper mit dem Titel "On Covert Acoustical Mesh Networks In Air" soll Mitte des Monats im Journal of Communications erscheinen.“

Freitag, 8. November 2013

Jeder dritte Händler hat keinen eigenen Onlineshop

In der Schweiz wurden im letzten Jahr mehr als 10 Milliarden Franken im Online-Handel umgesetzt; 33,1 Milliarden Euro Umsatz werden dieses Jahr gemäss Prognosen im deutschen E-Commerce erwartet. Der Online-Handel boomt also, und ein grosser Teil der Verbraucher kauft inzwischen regelmässig im Internet ein. Trotzdem, so hat eine deutsche Untersuchung ergeben, hat jedes dritte Unternehmen noch keinen eigenen Onlineshop; jeder sechste Händler vertreibt sein Angebot ausschließlich offline. Immerhin: Jeder zweite ist mit einer Facebook-Seite im Netz. 30 Prozent der Unternehmen, die keinen eigenen Onlineshop betreiben, nutzen soziale Netze, wie Facebook, als Vertriebskanal.


Online Shops (wie der hier gezeigte Opacc Enterprise Shop) generieren
Milliardenumsätze.
Zwei Drittel der im Rahmen der Artegic-Studie "Online-Dialogmarketing im Retail 2016" befragten Händler, erwirtschaften mehr als 25 Prozent ihres Gesamtumsatzes im Internet. Neben dem Internet sind natürlich auch die traditionellen Vertriebswege für den Handel weiterhin fester Bestandteil im Verkauf – viele Kunden gehen immer noch gerne in den Verkaufsladen. Diese Gelegenheit wird sich auch im digitalen Zeitalter weiterhin bieten: Sechs von zehn befragten Händlern führen ein oder mehrere Ladengeschäfte. Auch der altehrwürdige Katalog spielt immer noch eine wichtige Rolle. Bei immerhin 36 Prozent der befragten Händler können Kunden im gedruckten Katalog blättern und einkaufen.
Für die Kommunikation mit potenziellen Kunden setzen allerdings fast alle befragten Händler auf das Internet. Ganz gleich, ob sie im eigenen Onlineshop, über Partnerplattformen wie Amazon und Ebay, im stationären Geschäft oder per Katalog verkaufen, mehr als 80 Prozent betreiben E-Mail-Marketing oder planen dies in Zukunft zu tun. Auch Facebook wird im Handel weiter an Bedeutung gewinnen, wenn die Händler ihre Pläne in die Tat umsetzen: In Zukunft wollen nämlich zwei Drittel der befragten Händler in diesem sozialen Netzwerk aktiv sein.
Verkannt wird derzeit noch das Bilderteilnetzwerk Pinterest. Es wächst schnell und wäre mit 864‘000 Nutzern, die Bilder und Fotos mit Freunden teilen, eigentlich ideal für Händler mit gutem Bildmaterial, die so ohne zusätzliche Werbekosten Nutzer erreichen könnten, die Anregungen suchen und weitergeben. Nur 17 Prozent der Händler bieten ihre Produktbilder zum Teilen auf Pinterest an. Jeder sechste kennt das Netzwerk noch gar nicht.
Die Studie kann kostenlos auf der artegic-Webseite heruntergeladen werden. 

Mittwoch, 6. November 2013

Smartphones: Die Zukunft ist gebogen – und faltbar

Vorerst kann man sie noch nicht zusammenfalten, damit sie in der Hosentasche weniger Platz beanspruchen. Aber die Vorstufe zum faltbaren Smartphone haben LG und Samsung kürzlich auf den Markt gebracht: Handys mit konkav gekrümmten Bildschirmen. Das ist einerseits sicher ein Marketing-Gag, bringt aber gemäss Experten auch klare Vorteile – zum Beispiel weniger Spiegelungen und bessere Lesbarkeit. Ausserdem lässt sich das Gerät vom Sitznachbarn nicht ganz so leicht einsehen, wie ein ganz gewöhnliches, flaches Handy.

Beim Samsung Galaxy Round handelt es sich um ein Gerät, das wohl in unseren Regionen eher selten auftauchen wird, da es, zumindest vorerst, nur in Südkorea verkauft wird – für umgerechnet rund 700 Euro. Allerdings sind die Kritiken des Geräts so gut ausgefallen, dass man davon ausgehen kann, dass konkave Handys bald zur Norm gehören werden. Das gebogene Smartphone von LG, das G Flex, ist nicht nur rund, sondern auch noch ein wenig biegsam. Tatsächlich haben gebogene Smartphones klare Vorteile gegenüber geraden Geräten, wie die Experten von Displaymate herausgefunden haben. Zitat aus einem Artikel von ZDNet:
“Displaymate hat den 5,7-Zoll-Screen des Galaxy Round im eigenen Haus getestet. Die Kurvatur ist ihm zufolge vergleichsweise gering, der rechte und linke Rand stehen je 2,66 Millimeter höher als das Zentrum. “Der Effekt ist also subtil, aber sehr wichtig.” Unter anderem falle es nebenstehenden Personen schwerer, auf den Bildschirm zu sehen. Das sei für die Privatsphäre vorteilhaft. Außerdem stellten die Tester fest, dass von hinten kommendes Licht weg vom Betrachter reflektiert wird. “Das ist von Bedeutung, weil man möglichst wenig Umgebungslicht auf dem Bildschirm reflektiert sehen möchte.” Weiter vergrößere der Bildschirm Objekte, die er reflektiere, was “störende Lichtreflexe substanziell verringert”. Und schließlich werden flexible OLED-Bildschirme aus einem Plastik-Substrat hergestellt. Sie haben daher “nicht diese glänzende Glasabdeckung fast aller anderen Mobildisplays”. Dies bewirke auch, dass die OLEDs quasi direkt auf der Oberfläche zu sitzen scheinen, was Displaymate “visuell beeindruckend” findet.“
Auch auf der Redaktion von chip.de scheint man die Smartphone-Rundungen zu schätzen:
“Das horizontal gebogene Galaxy Round schmiegt sich in der Tasche ans Hosenbein und streckt seine Ecken und Kanten dem Nutzer entgegen. Beim vertikal gebogenen G Flex befinden sich Lautsprecher und Mikrofon automatisch näher an Mund und Ohr…“
Doch diese Vorteile sind laut einem Artikel auf suedeutsche.de nur ein Beiprodukt auf dem Weg zum faltbaren Smartphone, dem eigentlichen Ziel der Hersteller. Zitat:
“Damit ein Bildschirm wirklich zusammengefaltet werden kann, muss Samsung sämtliche Glasbauteile des Bildschirms durch haltbares Plastik ersetzen - eine Technik, die noch Jahre entfernt ist, sagen Ingenieure. Die Plastikfolie müsste kratzfest, hochgradig hitzebeständig, durchsichtig wie Glas und elastisch genug sein, damit sie sich um scharfe Kanten legen kann. Eine Massenproduktion solcher Folien zu hoher Qualität ist eine Herausforderung angesichts der komplexen chemischen Strukturen des Materials. Sobald die Technik ausgereift ist, eröffnen sich aber zahlreiche Möglichkeiten. Ein Tablet oder sogar ein tragbarer Fernsehbildschirm könnte dann mehrfach gefaltet werden und in eine Handtasche oder Hosentasche passen. Doch bis es so weit ist, werden sich die meisten Hardwarehersteller vermutlich weiter für eine Kombination von Glas und Plastik entschieden. Um einen faltbaren Bildschirm herzustellen, könnte ein Unternehmen beispielsweise zwei Schichten Glas nebeneinanderlegen und sie mit einer Plastikfolie verbinden…“

Montag, 4. November 2013

Das Internet, wo es kracht und raucht

Gehören Sie auch zu jenen News-Konsumenten, die sich im Internet, am Ende eines Artikels, auch noch die Kommentar der Leser zu Gemüte führen? Das kann zu ganz verschiedenen Reaktionen führen: Entweder, man gibt kopfschüttelnd auf, oder man liest gebannt weiter – kann die Augen nicht abwenden. Leserkommentare üben, gerade wegen der oft zu Tage tretenden Ignoranz und Grobheit,  eine Faszination nicht unähnlich eines Autounfalls aus, den wir beim Vorbeifahren beobachten – wir erschrecken, und doch können wir den Blick nicht abwenden. Genau deshalb werden derartige Leserkommentare von den meisten Onlinemedien geschätzt: Sie ziehen Leser an.

Leserkommentare im Blick: Umstrittene Themen,
zum Beispiel die Asylpolitik, lösen besonders heftige
und zahlreiche Kommentare aus.
Obwohl Kommentare von fast allen seriösen Onlinemedien gefiltert und “zensuriert“ werden, führen Sie den Leser an einen virtuellen Stammtisch, wo die Fäuste auf die Tischplatte krachen, kein Blatt vor den Mund genommen werden muss, und wo sich die Stammgäste auch schon mal gegenseitig virtuell an die Gurgel gehen. Zurückhaltung ist hier keine Tugend: Wer will, kann zu jedem Thema anonym seinen Senf absondern; nicht mal die Rechtschreibung muss stimmen.
Der Tagesanzeiger hat jetzt in einem Hintergrundbeitrag das Thema Leserkommentare beleuchtet. Dabei kommen einige interessante Fakten zutage; so auch, dass bis zu 70 Prozent der Kommentare von den Redaktionen nicht veröffentlicht werden. Der Artikel zitiert das Fachmagazin «Schweizer Journalist», das die Freischaltquoten beim Blick bei nur 30 bis 40 Prozent ansetzt. Bei 20 Minuten online sind es dann schon 65 Prozent.
Doch wieso wird überhaupt so viel Online kommentiert? Zitat aus dem Tagi-Artikel:
“Was die Nutzer tatsächlich zu Onlinekommentaren verleitet und wieso sie sich dabei manchmal im Ton vergreifen, weiss Thomas Friemel, Professor an der Universität Bremen und Leiter des Instituts für angewandte Kommunikationsforschung in Zürich. Seine Umfrage unter Onlinenutzern hat ergeben, dass die meisten ihre Meinung kundtun, um andere zu informieren oder zu überzeugen. Das Motiv, Frust loszuwerden oder Dampf abzulassen, gaben sie als zweitrangig an, genauso wie den Austausch untereinander. Aber: Gelesen werden Kommentare nicht etwa, um sich zu informieren, sondern zur Unterhaltung oder Belustigung. […] Eine gesellschaftliche Verrohung, die sich in den menschenverachtenden Onlinekommentaren spiegelt, will der Wissenschaftler nicht feststellen. «Onlinekommentare spülen lediglich Facetten der Gesellschaft an die Oberfläche, die schon immer vorhanden waren und die nun im anonymen Internet eine Plattform finden.» Früher wurden Menschen physisch an den Pranger gestellt und öffentlich vorgeführt, heute geschieht dasselbe verbal im realen Leben genauso wie auf Onlineportalen.“
Immerhin scheinen sich immer mehr Onlinemedien Lösungen zu überlegen, wie die Tonlage in Kommentarforen gehoben werden könnte. Oft versuchen solche Lösungen, den Schleier der Anonymität zu lüften. Das scheint auch beim Tagi der Fall zu sein:
“Newsnet prüft derzeit die Möglichkeit, eine Nutzeridentität einzuführen. Die Kommentierenden hätten dann die Option, ein Profil zu erstellen, das ihre Vorlieben oder ihr Fachwissen enthält und in dem auch ihre Kommentare gesammelt werden. Ansichten wie «Asyl gehört in allen Ländern von ganz Europa abgeschafft» werden dadurch zwar nicht weniger, aber vielleicht werden sie nicht mehr so leichtfertig hinausposaunt.“

Donnerstag, 31. Oktober 2013

Mobile Anwender fürchten M-Commerce-Risiken

Experten schätzen, dass aktuell nur jedes vierte Unternehmen die Darstellung der eigenen Internetseiten für die Größe unterschiedlicher Endgeräte optimiert. Das ist natürlich schlecht für‘s Geschäft Doch die Anbieter von M-Commerce haben noch ein anderes, wichtigeres Problem. Der grösste Teil der User traut dem Einkauf per Smartphone noch nicht. Die Kunden fühlen sich nicht sicher im mobilen digitalen Wunderland. Das bremst natürlich die Entwicklung.

Forrester-Research sagt voraus, dass im Jahr 2017 die Hälfte aller mobilen
Anwender auch Mobile Shopper sein werden. Derartig starkes Wchstum
 setzt allerdings voraus, dass sich die User in den digitalen Läden sicher fühlen.
Sicherheitsbedenken bei den Nutzern hemmen deren M-Commerce-Aktivitäten, das zeigt erneut eine aktuelle Studie, die unter dem Titel „Digital Dialog Insights 2013“ von der Hochschule der Medien (HdM), Stuttgart, und United Internet Dialog durchgeführt wurde. Darin gibt knapp die Hälfte der Nutzer an, Angst vor Angriffen durch gefälschte E-Mails auf dem Tablet oder Smartphone zu haben. Nur 13 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass Online- Shopping über mobile Endgeräte sicher ist. Das ist nicht einmal jeder achte Anwender. Ein erschreckendes Resultat, das den M-Commerce-Anbietern zu denken geben muss. Investitionen in Sicherheitsinfrastrukturen, die von den Anwendern erkannt werden und deren Vertrauen gewinnen, ist für M-Commerce-Unternehmen wohl unabdingbar. Man darf nämlich davon ausgehen, dass zahlreiche mobile User schon negative Erfahrungen mit Cyberkriminalität gemacht haben – deshalb sind sie vorsichtig, wem sie trauen. Ausserdem ist der Anteil der Nutzer von mobilen Geräten, die diese mit Sicherheitssoftware schützen, immer noch relativ tief – wie wir an dieser Stelle kürzlich erläutert haben. Es besteht also für viele mobile User ein tatsächliches Risiko, durchaus nicht nur ein eingebildetes.
Die Befragung zeigt aber nicht nur, dass Anwender unsicher, sondern auch, dass sie innovationsfreudig sind – und zwar innovationsfreudiger, als die meisten Unternehmen. So kann sich jeder dritte Internetnutzer vorstellen, innovative Tools wie RFID, Shazam oder "Red Button" auf Smart-TV Fernbedienungen einzusetzen, mittels denen mobilen Geräte mit digitalen Zusatzangeboten verbunden werden könne. Experten gehen aber davon aus, dass derartige Tools in weniger als 10 Prozent der Unternehmen eingesetzt werden.

Die Ergebnisse der Studie sind ab sofort unter www.digital-dialog-insights.de als PDF verfügbar.

Montag, 28. Oktober 2013

Wie Sie am PC zum Erpressungsopfer werden können

CryptoLocker heisst eine der neusten Bedrohungen in der Kategorie der “Ransomware“,  was etwa soviel heisst, wie Lösegeld-Erpressungssoftware. Tatsächlich geht es im Fall von CryptoLocker genau darum: um das Erpressen von Lösegeld.  Wer nichtsahnend ein PDF-Attachment, bei dem es sich in Wirklichkeit allerdings um eine Programmdatei handelt, in einer unschuldig aussehenden E-Mail-Nachricht anklickt, kann plötzlich nicht mehr auf seine PC-Daten zugreifen, weil diese verschlüsselt sind. Allerdings, so verspricht es die Nachricht auf dem Bildschirm, kann das Problem für nur 300 Dollar gelöst werden.

Dieser Screenshot von PCtuneup.org zeigt, wie die Erpressersoftware
Cryptolocker auf dem Bildschirm aussieht, wenn sich der Trojaner ein-
geschlichen hat.
Die gute Nachricht zuerst: Symantec gibt an, dass CryptoLocker definiert sei und und von Norton erkannt werde. Die schlechte Nachricht: Wenn Sie kein Datenbackup von ihrem PC haben, wird es sehr problematisch, von Erpressern verschlüsselte Dateien zurückzugewinnen. Denn, was immer Sie tun, bezahlen Sie den Kriminellen kein Geld. Erstens wird es Ihnen wahrscheinlich nicht helfen, und zweitens machen Sie sich möglicherweise dadurch nur zum Ziel weiterer Attacken. Wie funktioniert CryptoLocker? Heise.de erklärt:
“CryptoLocker, bei einigen Antiviren-Herstellern auch unter dem Namen Crilock geläufig, verschlüsselt die Daten seiner Opfer mit RSA oder AES und speichert den geheimen Schlüssel auf einem Server unter der Kontrolle seiner Entwickler. Dann blendet die Software einen Countdown ein und droht, den Schlüssel zu löschen, wenn das Opfer nicht zahlt. Der Trojaner scheint dabei für jeden Rechner ein einzigartiges Schlüsselpaar zu erstellen, so dass es unmöglich ist, die verschlüsselten Daten ohne Zugriff auf den geheimen Schlüssel wieder lesbar zu machen. Sowohl Microsoft als auch Sophos gehen davon aus, dass die Verschlüsselung zu gut umgesetzt ist, um sie zu knacken. Zum Schutz empfehlen sie, regelmäßige Datensicherungen anzulegen und sich gar nicht erst mit dem Trojaner infizieren zu lassen…“
CryptoLocker ist nicht das Erste Erpressungsprogramm das für Aufsehen sorgt. Vor einigen Monaten machte ein Trojaner von sich reden, der unbescholtenen Anwendern Kinderpornographie auf den PC lud, um sie nachher zu erpressen:
“Der berüchtigte BKA-Trojaner ist in einer neuen, extrem fiesen Version im Umlauf: Der Schädling lädt Kinderpornographie auf Ihren Rechner herunter und täuscht anschließend vor, dass das Bundeskriminalamt daher gegen Sie ermittle. […]Als Druckmittel werden dabei oft angebliche Funde von illegal kopierten Songs oder Filmen auf dem Rechner angegeben, im aktuellen Fall ist die Lage jedoch noch deutlich perfider: Die neueste Inkarnation des BKA-Trojaners zeigt bei der Warnmeldung "Sie sind im Besitz von Kinderpornographie" tatsächlich vier kinderpornographische Bilder an, die angeblich die minderjährigen Mädchen "Gabriela Nunez", "Linda Green", "Chin-Sun Kim" und "Ashlee Stiller" darstellen. Dafür werden diese Fotos aus dem Internet auf den Computer des Nutzers heruntergeladen. Da in Deutschland schon allein der Besitz von Kinderpornographie – unabhängig von der Art der Beschaffung – strafbar ist, stimmt die Kernaussage des Erpressers sogar: Der PC-Nutzer hat sich unfreiwillig strafbar gemacht…“
Was tun? Auf die Gefahr hin, dass wir uns wiederholen: Stellen Sie sicher, dass Sie immer eine aktuelle Backup-Kopie Ihrer PC-Daten zur Hand haben. Öffnen Sie keine Anhänge von unbekannten E-Mail-Absendern. Und vermeiden Sie zwielichtige Internetseiten. Wenn Sie dann noch ein anerkanntes Sicherheitsprogramm auf Ihrem PC installiert haben, halten Sie Ihr Risiko in annehmbaren Grenzen.


Donnerstag, 24. Oktober 2013

Tablets sind ein Hit - auch in der Schweiz

Während früher der Fernseher die volle Aufmerksamkeit für sich beanspruchen konnte, nimmt heute mehr als die Hälfte aller Schweizer beim Fernsehen ein Tablet-Computer zur Hand, bei den jüngeren Personen sind es mehr als zwei Drittel. Vor vier Jahren noch ein völliges Nischenprodukt, werden Tablets heute auch in der Schweiz intensiv genutzt. Bereits steht in jedem dritten Haushalt ein Tablet zur Verfügung, und mehr als 20 Prozent der Schweizer Haushalte haben gar zwei dieser flachen Computer, wie eine Erhebung der Marktforschungsinstituts GfK Schweiz ergab.

Tablets sind gegenwärtig das Wachstumsprodukt in der Heimelektronik. So haben sich die Verkäufe in der Schweiz in den letzten zwei Jahren jedes Jahr mehr als verdoppelt. Im laufenden Jahr rechnet man damit, dass mehr als eine Million Geräte abgesetzt werden. Dies ist eine beachtliche Zahlt für ein Land mit 3 Millionen Haushalten.
Zur hohen Penetration beigetragen haben natürlich auch die stark sinkenden Durchschnittspreise, die nicht zuletzt aufgrund des Trends zu kleineren Bildschirmen möglich geworden sind. Waren im vergangenen Jahr noch praktisch alle Tablets grösser als 8 Zoll, so steht das neue Segment der 6-8 Zoll Bildschirme im ersten Halbjahr für 40 Prozent der Verkäufe.
Bei alle grossen Heimelektronik-Herstellern stehen die Tablets inzwischen strategisch im Fokus. Die Dominanz von Apple ist gebrochen und die Konkurrenten um Android und Microsoft setzen ebenfalls auf die Karte Tablets. Die Konsumenten dürfen sich also auf viele neue Produkte freuen; umso mehr als die Marktforscher davon ausgehen, dass auch die Preise weiter sinken werden. Die Hersteller freuen sich über die enormen Zuwachsraten bei den Verkaufszahlen: Die Marktforscher von Gartner sagen voraus, dass der Absatz dieses Jahr um mehr als 50 Prozent auf über 184 Millionen Tablets steigen wird – im nächsten Jahr soll es ähnlich rasant weitergehen!
Der nachstehende Link führt auf das Video auf suedeutsche.de vom 23. Oktober, das  über die Vorstellung gleich drei neuer Tablets am gleichen Tag - von Microsoft, Nokia und Apple - berichtet. 

Dienstag, 22. Oktober 2013

Virales Marketing: Wer startet die Kettenreaktion?

Haben Sie sich auch schon gefragt, wie ein YouTube Video oder ein Bild, das ursprünglich irgendwo auf der Welt, zum Beispiel in den USA, ins Netzt gestellt wurde, bei Ihnen auf Facebook oder in Ihrer E-Mail Eingangsbox landet? Die virale Verbreitung von Nachrichten ist zum heiligen Gral des Internet-Marketings geworden – allerdings ist es schwierig, den digitalen Viruseffekt gezielt mit Erfolg auszulösen. Forscher sind jetzt aber der Sache wieder etwas näher gekommen.

Und zwar sind es Forscher des amerikanischen Militärs, die versucht haben, die Auslösergruppen von viralen Botschaften zu finden und zu definieren. Die amerikanischen Wissenschaftler sind heuristisch an das Problem der viralen Nachrichten herangegangen. Das Magazin “Technology Review“ berichtet:
“ Paulo Shakarian, Sean Eyre und Damon Paulo vom Network Science Center der US-Militärakademie in West Point wollen der Lösung dieses Problems nun näher gekommen sein. Sie haben ein Verfahren entwickelt, mit der sich eine Seed Group auffinden lässt – und zwar auch dann relativ schnell und einfach, wenn es sich um ein großes Netzwerk handelt. Die Methode ist vergleichsweise unkompliziert. Sie basiert auf der Idee, dass ein Individuum von einer Botschaft erreicht wird, sobald ein bestimmter Anteil seines Freundeskreises diese erhalten hat. Dieser Anteil stellt einen kritischen Schwellenwert dar, der für das Verfahren der West-Point-Forscher von zentraler Bedeutung ist. Ist der Schwellenwert einmal bestimmt, untersuchen die Forscher das Netzwerk und greifen all jene Einzelpersonen heraus, die mehr Freunde haben als der Schwellenwert. Diese werden herausgestrichen. Im nächsten Schritt wird dieser Prozess wiederholt und nach all jenen gefahndet, die immer noch mehr Freunde haben als der Schwellenwert. Auch hier werden diejenigen mit dem größten "Ausschuss" aus der Schar getilgt. Und so geht es weiter. Der Prozess ist beendet, sobald niemand mehr im Netzwerk vorhanden ist, der mehr Freunde hat, als es der Schwellwert verlangt. Sobald das erreicht ist, wurde die Seed Group gefunden. Eine Nachricht, die an jedes Mitglied dieser Gruppe geschickt wird, sollte sich über das gesamte Netzwerk verteilen…“
Tatsächlich gelang es den Forschern, in jeweils wenigen Stunden die Ursprünge viraler Nachrichten auf verschiedenen sozialen Netzwerken zu ermitteln.
Eigentlich ist es ja nicht verwunderlich, dass sich im digitalen Zeitalter gerade das Militär mit den Ursprüngen viraler Kampagnen  beschäftigt: Wer den Viruseffekt beherrscht, kann jeden Propagandakrieg gewinnen – das gilt nicht nur für Werber, sondern auch für Generäle.
Die erfolgreichsten Werbevideos sind übrigens ausgezeichnete Unterhaltung – im Gegensatz zur grossen Masse der Werbung. Und die besten der Besten sind hier zu finden – die Rangliste wird ständig aktualisiert. Das untenstehende Video ist im Moment auf Platz zwei – mit rund 18 Millionen Views. Es bewirbt eine Helm-Kamera und schafft es den Viraleffekt auszulösen, indem es so richtig ans Herz geht.

Freitag, 18. Oktober 2013

Google: Milliarden und Milliarden und Milliarden...

Währenddem sich die “alten“ Medien abmühen ihre immer magereren Existenzen mit Werbung und Bezahlschranken zu finanzieren, fliesst vielen Unternehmen des digitalen Zeitalters das Geld als stetig anschwellender Strom in die Kasse. Dazu gehört auch Google – ein wahres Wunderkind von einem Unternehmen, das gerade erst 15 Jahre alt geworden ist, und trotzdem seine Quartalsreingewinne nicht in Millionen, sondern in Milliarden misst – verdient mit Werbung, wohlverstanden. Müsste uns Google langsam unheimlich werden?

Was wären wir ohne Google? Und was wäre Google ohne uns?
Google ist noch nicht mal volljährig, aber extrem erfolgreich. Die Firma ist gegenwärtig über 330 Milliarden Dollar Wert und hat im letzten Quartal 3 Milliarden Dollar Reingewinn gemacht – also eine Milliarde pro Monat. Ausserdem hat sich das Unternehmen fast 60 Milliarden auf die hohe Kante gelegt - entweder für schlechtere Zeiten oder für ein cooles Investment. Aus der NZZ:
«Google hatte ein weiteres starkes Quartal», erklärte Konzernchef Larry Page am Donnerstag am Sitz im kalifornischen Mountain View. Die Anleger teilten seine Meinung. Google schnitt insgesamt besser ab als Analysten erwartet hatten. Nachbörslich stieg die Aktie um 7% auf ein neues Allzeithoch von mehr als 950 $. Seit Jahresbeginn hat das Papier damit 34% zugelegt. Hintergrund für den Geschäftserfolg ist, dass die Zahl der Klicks auf Werbeanzeigen um 26% gestiegen ist. Allerdings bekam Google für jeden Klick im Durchschnitt 8% weniger Geld von seinen Werbekunden als im Vorjahr. Der Grund liegt darin, dass immer mehr Menschen über Smartphones oder Tablets die Werbung aufrufen. Für diese Klicks sind die Preise branchenweit niedriger…“

Google hat sich vor rund 15 Jahren in unser Leben eingeschlichen, hat sich da unabdingbar gemacht und wird wahrscheinlich nie mehr daraus verschwinden. Ein Leben ohne Google, wo wir alles finden, was wir wissen müssen, immer und überall, ist kaum mehr vorstellbar. Dafür benutzt Google unsere persönlichen Daten – sogar unser Gesicht – um noch mehr Geld zu verdienen und erfindet immer raffinierte Schnittstellen, die uns den Anschluss ans Web ermöglichen. Die Google-Brille wird mit Sicherheit noch für Aufsehen sorgen – vor allem bei Menschen, die um ihre Privatsphäre besorgt sind. Unterm Strich ist wohl der Zeitpunkt gekommen, wo wir uns zu Recht fragen können: “Müsste uns Google langsam unheimlich werden?“  

Mittwoch, 16. Oktober 2013

Liebe genügt nicht: Wie Sie mobil sicher bleiben

Wir lieben unsere Smartphones und Tablets – und zwar so sehr, dass wir sie mit ins Bett nehmen. Scheinbar lieben wir sie aber nicht genug, sonst würden wir sie ja vor Kriminellen schützen. Fast die Hälfte aller User von mobilen Geräten schützt diese überhaupt nicht vor unerlaubten Zugriffen. Oft wird nicht mal ein Passwortschutz eingerichtet. Fast ein Drittel der befragten Teilnehmer einer neuen Symantec-Sicherheitsstudie gibt zu, dass ihre Bequemlichkeit der Grund für die mangelnden Schutzeinrichtungen sei.

Ohne Sicherheitsmassnahmen sind mobile Geräte genauso gefährdet wie Ihr
stationärer PC - digitale Gauner warten nur darauf, in die Sicherheitslücke zu
springen.
Das ist umso nachlässiger, als weltweit fast die Hälfte aller Berufstätigen Anwender ihre privaten PCs, Laptops, Smartphones oder Tablets auch beruflich einsetzen.
“Wenn das ein Test wäre, würden die mobilen Nutzer durchfallen“, sagt Sicherheitsexperte Stefan Wesche von Symantec. „Während die Mehrheit im Umgang mit ihrem PC ein relativ hohes Sicherheitsbewusstsein an den Tag legt, wird dieses Verhalten nicht auf die Nutzung von Smartphone oder Tablet übertragen. Das ist fast so als hätten sie eine Alarmanlage für ihr Haus, würden aber ihr Auto unverschlossen und mit offenen Fenstern abstellen.“
Der Norton Report 2013 von Symantec zeigt ausserdem: Während die Gesamtanzahl der Opfer von Internetkriminalität gefallen ist, sind die Kosten pro Kopf um 50 Prozent gestiegen1.
“Die modernen Cyberkriminellen verwenden immer raffiniertere Methoden, wie Erpressersoftware oder Spear-Phishing, die ihnen pro Angriff mehr Geld einbringen als zuvor“, erklärt Stephen Trilling, Chief Technology Officer von Symantec diesen scheinbaren Widerspruch. „Zusammen mit dem Fakt, dass 49 Prozent der Anwender ihr privates Mobilgerät auch für die Arbeit nutzen, entstehen hier völlig neue Sicherheitsrisiken für Unternehmen, denn die Betrüger haben potentiell Zugriff auf wichtige Unterlagen.“
Die Sicherheitsspezialisten bei Symantec haben auch eine Reihe von Anwendertipps zu diesem Thema publiziert:
  •  Eine gute Sicherheitslösung ist essentiell. Eine umfassende Sicherheitssoftware ist die beste Verteidigung gegen Bedrohungen aus dem Netz.
  •  Cyberkriminelle sind mobil. Das mobile Netz wird zunehmend Ziel von Cyberkriminellen. Deshalb ist der Schutz mobiler Geräte sehr wichtig: Ein Passwort und Vorkehrungen gegen Diebstahl, Verlust und Angriffe aus dem Netz sollten zur Grundausstattung gehören.
  •  Vorsicht in der Cloud: Online-Speicherdienste machen das Speichern und Teilen von Dateien einfacher. Es ist aber wichtig, sich immer darüber im Klaren zu sein, wer Zugang zu den Dateien in der Cloud besitzt. Zudem sollte unbedingt ein Dienst mit integrierten Sicherheits-Features verwendet werden.
  •  Sichere Verbindungen für sensible Daten: Offene oder ungesicherte Hotspots machen es Datendieben einfach, sensible Informationen wie Zugangsdaten oder Kreditkartennummern abzufangen. Solche Daten sollten nur über einen persönlichen VPN-Clienten ausgetauscht werden.
  •  Behalten Sie den Überblick: Kontoauszüge und Kreditkartenabrechnungen sollten regelmässig auf Unregelmässigkeiten geprüft und verdächtige Aktivitäten sofort dem Kreditkartendienstleister gemeldet werden.
Es empfiehlt sich für alle Anwender, die grundlegenden Sicherheitsregeln im Umgang mit dem Internet zu beachten. Wie wir an dieser Stelle auch schon beschrieben haben, gibt es genügend digitale Wegelagerer, die nur darauf warten, in die Sicherheitslücke zu springen, die Sie offen lassen.



Sonntag, 13. Oktober 2013

Mobile Anwendungen: Es kommen massive Veränderungen

Mobile Anwendungen sind es, welche die digitale Gesellschaft der Zukunft definieren werden - daran gibt es kein Zweifel. Noch wissen wir nicht, wie die Applikationen der Zukunft aussehen werden, aber tausende von Entwicklern weltweit müssen sich jetzt schon mit dieser Frage befassen. Schliesslich gibt inzwischen mehr als eine Milliarde Smartphones und ein paar hundert Millionen Tablets - und es werden weltweit täglich mehr Geräte aktiviert, als Kinder geboren werden.

Apps im Android-Store: Die rasante technische Entwicklung mobiler
Kommunikationstechnik stellt grosse Herausforderungen an die Entwickler.
Etwa 150mal checkt ein durchschnittlicher Smartphone-User sein Gerät jeden Tag. Und dieses Gerät hat im Schnitt 41 Apps, auf die der Eigentümer regelmässig zugreift. Apps sind also ein riesiges Anwendungsgebiet und natürlich auch ein riesiges globales Geschäft. Kein Wunder, dass sich die Entwickler rechtzeitig über die technologischen Änderungen, die in der mobilen Kommunikation anstehen, informieren wollen. Forrester Research befasst sich eingehend mit diesem Thema und hat schon verschiedene Reports darüber publiziert. Ein Bericht von zwei dieser Autoren, Jeffrey Hammond und Julie Ask, wurde nun von der Computerwoche publiziert und enthält einige interessante Erkenntnisse - auch für Leser, die keine Mobile-Apps entwickeln.
Die Autoren halten zum Beispiel fest, dass neue Prozessvarianten und eine voranschreitende Sensortechnik Konsequenzen für die Benutzung der mobilen Geräte hat. Das mobile Umfeld biete immer mehr Möglichkeiten und verändere sich immer schneller. Die Verfasser rechnen mit den folgenden vier wichtigen zukünftigen Entwicklungen im mobilen Sektor:
  • “Was heute megacool ist und an der Speerspitze der technologischen Entwicklung steht, wird schnell zum Gemeingut. Technische Features, die sich derzeit nur in Highend-Smartphones finden, werden bald auf ganz normalen Handys verfügbar sein, denn die Kosten der Komponenten sinken infolge von Kundennachfrage und Mengenvorteilen. 
  • Neuartige Sensoren werden weit mehr als bisher über die Umgebung der Anwender verraten. Barometer, Mikrobolometer (Strahlungsmesser) und chemische Messinstrumente finden ihren Weg in die Telefone, sobald es Business Cases für diese Art von Informationen gibt.
  • Bewegung, Stimme und Berührung werden den Begriff Anwenderschnittstelle neu definieren. Eine Kombination von verbesserter Display-Technik und vereinfachten Entwicklungswerkzeugen für Bewegungssensoren verändert die Kontrolle der Mobiltelefone - von der Berührung zur Bewegungs- und Stimmsteuerung. 
  • Pfeilschnelle Multicore-Prozessoren werden die Antwortzeiten stark verkürzen. Noch mächtigere Mikroprozessoren, noch schnellere Grafikbeschleuniger und ständig mehr Arbeitsspeicher werden den Durchsatz der Mobilgeräte immer weiter steigern.“

Mit anderen Worten: Ihr Smartphone und all die Apps, die Sie darauf installiert haben, stehen erst am Anfang einer sehr schnellen und extrem interessanten Entwicklung. Niemand weiss, wie es genau weitergehen wird - zum Beispiel ob das Smartphone der Zukunft wirklich wie eine Brille oder eher wie eine Armbanduhr aussehen wird. Eines ist aber sicher. Ihr iPhone oder Galaxy-Smartphone wird in wenigen Jahren bereits wieder obsolet sein…

Donnerstag, 10. Oktober 2013

Digitaler Albtraum: Stunden ohne Smartphone

Wie würden Sie reagieren, wenn Ihr Smartphone eines schönen Tages plötzlich nicht mehr funktionieren würde - ohne Erklärung, während Stunden und Stunden. Für die Kunden von Rogers Communication und deren Tochterfirma Rogers Wireless in Kanada, wurde dies am Mittwoch zur Wirklichkeit. Zehn Millionen Abonnenten waren plötzlich stundenlang nicht mehr in der Lage ihre Smartphones zu benutzen; Telefon und SMS funktionierten nicht mehr. Im Zeitalter des ständigen Verbundenseins ist das natürlich für viele User ein absoluter Albtraum, und viele von ihnen merkten plötzlich, wie wenig öffentliche Telefonzellen es noch gibt.

Die Umstellung vom iPhone auf dieses
Telefon - und wenn es nur für wenige
Stunden ist - fällt um so schwerer, als
es immer weniger davon gibt.
                                               Bild Wikipedia
Auch für Rogers, Kanadas grösster Mobilfunkanbieter, ist die ganze Angelegenheit natürlich mehr als nur peinlich - und könnte neben einem schwer zu beziffernden Imageschaden auch direkte finanzielle Nachteile mit sich ziehen. Immerhin setzte das Unternehmen im letzten Jahr 7,3 Milliarden Dollar (CAD) um, das sind umgerechnet rund 7 Milliarden Franken.
Anscheinend weiss man bei Rogers noch nicht, was den Totalausfall verursacht hat. Auf der Webseite des Unternehmens wird trocken mitgeteilt dass man immer noch auf der Suche nach den Ursachen sei, und dass man allen Rechnungskunden als Wiedergutmachung einen ganzen Tag Service gutschreiben werde. Ausserdem hat sich  CEO Nadir Mohamed bei den Kunden entschuldigt und den Ausfall “unakzeptabel“ genannt.
Der Schaden ist allerdings bereits angerichtet: Kundenreaktionen auf Facebook und Twitterwaren wütend bis beissend ironisch: 
“Das zuverlässigste Mobile Network Kanadas braucht dringend ein paar neue Werbespots“ schrieb Aaron Walsh auf Twitter. Ein anderer Twitter-User wunderte sich: “Hat jemand Rogers gefragt, ob sie es ausgesteckt, 30 Sekunden gewartet und wieder eingesteckt haben?“ Ein User namens Adrian stellte fest: “Mein Gott, muss ich jetzt ein Festnetztelefon benutzen und mit einer richtigen Person sprechen? Wo sind wir denn - in 2003? Twitter-Userin Fatima H. rückte schliesslich das Ganze wieder in eine etwas realistischere Perspektive: “So abhängig bin ich von meinem mobilen Telefon - Rogers fällt ein paar Stunden aus, und ich flippe total aus“.