Dienstag, 29. Dezember 2009

Die Zeit wird knapp

Wir haben immer weniger Zeit, obwohl uns technische Errungenschaften soviel Arbeit abnehmen, wie nie zuvor in der Geschichte der Menschheit. Eine neue Harris-Studie zeigt, weshalb uns die Zeit immer knapper wird: Wir verbringen soviel Zeit wie nie zuvor am Internet und schauen immer noch viel zu viel fern.

Gestern wussten wir noch nicht, was das Internet ist, und heute sind wir stundenlang damit verbunden.
Harris Interactive hat die Zeit, die wir im Cyberspace verbringen, ermittelt – e-Mailing nicht eingeschlossen. Der durchschnittliche (amerikanische) User verbringt jede Woche 13 Stunden im Web. Allerdings variieren die Zahlen gewaltig: 20 Prozent der Anwender verbringen gerade mal 2 Stunden mit Surfen. 14 Prozent sind jede Woche 24 Stunden oder länger im Net. Die durchschnittliche Online-Zeit hat sich in den letzten 10 Jahren fast verdoppelt. Die stärksten Nutzer sind übrigens nicht die ganz Jungen, sondern die 30 bis 39jährigen, die im Durchschnitt 18 Stunden pro Woche im Web surfen.
Vielleicht ist es beruhigend zu wissen, dass zumindest in den USA das Fernsehen immer noch der grösste Zeitfresser ist – um ein Vielfaches grösser als der PC und das Internet. Ein Drittel aller User gibt übrigens an, gleichzeitig zu surfen und fernzusehen (dass sie gleichzeitig auch Telefonanrufe beantworten ist wohl selbstverständlich).
Die Zukunft hat eben viele Monitore.
Happy 2010!

Mittwoch, 23. Dezember 2009

Hochkonjunktur für Panikmacher

Nein, es geht hier nicht direkt um den globalen Klimawandel – obwohl die obige Schlagzeile nicht schlecht zum Thema passen würde. Vielmehr wollen wir uns an den Jahreswechsel zum Jahr 2000 erinnern, als uns unzählige Y2K-Untergangspropheten das Leben schwer gemacht haben.

Gemäss späteren Schätzungen investierte die Wirtschaft weltweit fast 500 Milliarden Franken in Massnahmen, die eine Katastrophe beim Millenniumswechsel verhindern sollten. Tatsächlich aber stellte es sich bald heraus, dass Panik und Hype übertrieben waren. Zwar passierten weltweit kleinere Missgeschicke, weil gewisse Computeruhren nicht richtig umschalteten, es vielen aber keine Flugzeuge vom Himmel und auch Atomkraftwerke explodierten nicht. Es zeigte sich, dass Länder, die viel weniger in Gegenmassnahmen investiert hatten, beim Jahrtausendwechsel keine grösseren Probleme hatten als jene, die vorbeugend sehr viel Geld ausgaben. Das führte dazu, dass sich viele Y2K-Proponenten nach dem Neujahrstag eher still hielten. Das Wall Street Journal stufte die Geschehnisse als “Ende-der-Welt-Kult“ und als “den grössten Schabernack des Jahrhunderts“ ein.
Und wenn man dem deutschen Wikipedia-Eintrag zum Thema glauben darf, profitierte mittelfristig nicht einmal die IT-Industrie vom ganzen Theater:

“Durch die Hardware- und Softwareaktualisierungen, die zur Verhinderung des Y2K-Problems getätigt wurden, waren im Jahr 2000 viele Anwender mit aktuellen Plattformen ausgerüstet. Das löste in der folgenden Vierjahresperiode – vier Jahre sind die Lebensdauer eines gängigen Bürogerätes - einen Einbruch beim Verkauf neuer Systeme und eine spürbare Rezession im Informatikbereich aus.“
Der Spiegel publizierte schon am 3. Januar 2000, also nur drei Tage nach dem Jahreswechsel, einen Artikel, der die Vorgänge kritisch beleuchtete. Zitat:
“Die Katastrophe blieb aus. Weltweit wird ein weitgehend reibungsloser Start ins neue Jahrtausend gemeldet. Einen schweren Stand haben inzwischen Y2K-Spezialisten und -Warner. Der aufkeimenden Panik folgte Erleichterung - und dann Irritation. Hat die Weltwirtschaft 300 Milliarden Dollar in eine Hysterie "investiert?"
Heute, fast zehn Jahre später, hat die Welt die Y2K-Panik weitgehend vergessen. Kein Wunder: Schliesslich gibt es genügend andere Themen über die man in Panik geraten kann, wenn man will.



Apple nutzte den Y2K-Wirbel, um für die neusten Macintosh-Computer zu werben. Der Werbespot zeigt HAL, den bösen Computer aus dem Film 2001: A Space Odyssey, der sich für die Folgen von Y2K entschuldigt. Der Spot wurde während der Superbowl-Halbzeit im Jahr 1999 zum ersten Mal gezeigt.

Donnerstag, 17. Dezember 2009

Wo Online-Werbung wirkt

Weihnachtszeit ist Werbezeit - auch im Web. Google zum Beispiel, verdient sich eine goldene Nase mit Schlüsselwort-Werbung auf verschiedensten Websites. Doch Studien zeigen, dass es gerade im Handel sehr darauf an kommt, wo man seine Werbung platziert.

Die neusten Erkenntnisse zum Thema Werbung im Online-Handel wurden erst kürzlich im Rahmen einer e-Commerce-Studie der eBay-Advertising-Group veröffentlicht. Sie basieren auf einer Befragung von 5000 Online-Shoppern aus verschiedenen Europäischen Ländern. Das überraschenste Ergebnis zuerst: Werbung in Videoform hat in den letzten sechs Monaten nur vier Prozent der Befragten zu einer Kaufentscheidung bewegt. Andere Werbeformate sind erfolgreicher: Das ganz gewöhnliche Display-Ad scheint dabei mit 24 Prozent am meisten Einfluss bezüglich einer Kaufentscheidung auszuüben, gefolgt von sogenannten gesponsorten Links, die bei 20 Prozent von Kunden eine Kaufentscheidung beeinflussen.
Eigentlich logisch ist die Tatsache, dass Werbung im Onlineshop am erfolgreichsten ist – da befinden sich die Besucher ja oft schon in Kauflaune. Bei fast 60 Prozent der befragten Online-Shopper führt deshalb Werbung auf e-Commerce-Seiten am ehesten zu einer Kaufentscheidung. Im Gegensatz dazu kaufen gerade mal sieben Prozent ein Produkt aufgrund einer Anzeige auf Seiten von sozialen Netzwerken und nur sechs Prozent aufgrund von Werbung auf Informations- und Unterhaltungs-Portalen.

Montag, 14. Dezember 2009

Was im Online-Shopping zählt: Vertrauen, Übersicht,Tempo und Preis

Das Weihnachtsgeschäft läuft auf Hochtouren, sowohl in den Läden und Warenhäusern, als auch in den Onlineshops. Auch dieses Jahr dürfen viele Online-Läden wieder mit zusätzlichen Kunden und wachsenden Umsätzen rechnen. Um mitzuhalten, muss aber die Stimmung im Internet-Laden stimmen: Kunden wünschen sich schnelle, übersichtliche und günstige Webshops, denen sie vertrauen können.

Der Gedanken an das Einkaufen im Weihnachtsrummel lässt vielen Konsumenten schon lange vor den Festtagen den kalten Schweiss auf die Stirne steigen. Das ist sicher einer der Gründe für die ständig steigende Beliebtheit des Online-Shoppings. Da tritt einem niemand auf den Zehen herum, die Shops sind auch am Sonntag und um 23 Uhr noch geöffnet, und die Auswahl ist geradezu unendlich gross. Abgesehen davon, sind die Preise in den meisten Fällen unschlagbar günstig, weil sie so leicht vergleichbar sind. So tönen auch die Prognosen für das diesjährige Weihnachtsgeschäft wieder äusserst rosig – Krise hin oder her. Marktforscher rechnen mit einem Umsatzwachstum von mehreren Prozenten, das zusätzliche Millionen in die Kassen spülen wird.
Onlineshopping, das weiss man heute, läuft vor allem dort, wo die Kunden dem Anbieter ihr volles Vertrauen schenken können. Das ist einer der Gründe dafür, dass die ganz grossen Anbieter, wie zum Beispiel Amazon, immer grösser werden. Online-Shopping-Giganten erfüllen nämlich auch einen weiteren Anspruch der Kundschaft: Sie bieten die tiefsten Preise, und das ist beim Einkaufen im Web eine der wichtigsten Bedingungen. Kunden vergleichen aber nicht nur Preise, sondern sie lesen auch die Bewertungen anderer Kunden. Mit anderen Worten: Schlechter Service jeglicher Art kann sich im Web nicht halten. Negative Bewertungen sprechen sich blitzschnell herum (Tourismus-Anbieter haben das schon lange gemerkt).
Und dann gibt es noch den Geschwindigkeitseffekt: Kunden wünschen sich schnelle Shopping-Sites, langsames Laden wird nicht akzeptiert. Eine aktuelle Studie zeigt, dass ein Sechstel aller Online-Shopper gar keine Geduld mit langsamen Sites hat und diesen den Rücken kehrt – meistens um nicht mehr zurückzukehren.

Wer will das bezahlen? Fast niemand!

Rupert Murdoch, den Pressezaren, werden diese Umfrageergebnisse nicht freuen: 80 Prozent aller Internetuser finden, dass Inhalte wie News kostenlos sein sollen. Murdoch hat sich in letzter Zeit vehement dafür ausgesprochen, dass Zeitungen viel konsequenter für ihre Internet-Angebote Bezahlung verlangen sollten.

Ironischerweise wurde die GfK-Umfrage zum Thema bezahlte Inhalte vom Wall Street Journal Europe in Auftrag gegeben. Rupert Murdoch besitzt neben vielen anderen Medien auch das Wall Street Journal und hat sich pointiert zu diesem Thema geäussert: Qualitätsjournalismus sei nicht billig, gab er zu Protokoll nachdem sein Imperium dieses Jahr grosse Verluste eingefahren hatte. Man wolle deshalb anfangen, für alle Inhalte Geld zu verlangen.
Das könnte schwierig werden.
In der aktuellen Studie wurde nämlich unter anderem danach gefragt, inwieweit Internetnutzer bereit wären, für Inhalte zu bezahlen – insbesondere wenn es Angebote wie Nachrichten, Unterhaltung und Wissen, wie beispielsweise Wikipedia, beträfe. 80 Prozent der Befragten möchten wie bisher den kostenlosen Zugriff auf die Inhalte im Web haben: ein Drittel aller Befragen ist der Meinung, dass Internetinhalte nicht nur nichts kosten dürfen, sondern auch noch werbefrei sein sollten! Die meisten Anwender, nämlich 46 Prozent, nehmen aber Werbung in Kauf, wenn sie dafür gratis lesen können.
Die Ergebnisse der Studie, die in 16 europäischen Ländern und den USA durchgeführt wurde, vermögen eigentlich nicht zu überraschen. Web-User haben sich in den letzten Jahren daran gewöhnt, dass fast alle Inhalte im Internet gratis sind, und die Website-Betreiber werden sich wohl kurz und mittelfristig mit Finanzierungsmodellen abfinden müssen, die auf Werbung basieren, und die teilweise ja auch schon ganz gut funktionieren - obwohl das schrumpfende Werbevolumen während diesen wirtschaftlich schwierigeren Zeiten vielen Verlagen zu schaffen macht. Trotzdem hat sich gerade im Newsgeschäft das Multichannel-Angebot inzwischen etabliert – Papier und Bildschirm ergänzen sich nämlich ausgezeichnet.

Freitag, 11. Dezember 2009

Die Sicht von oben

Bilder sind in der digitalen Gesellschaft billig zu haben; dank der immer günstigeren digitalen Bildtechnologie hat heute jeder Anwender die Möglichkeit, qualitativ einwandfreie Bilder zu schiessen und im Web zu publizieren. Professionelle Fotografen müssen sich also etwas Besonderes einfallen lassen, um nicht in dieser Bilderflut unterzugehen. Zum Beispiel einen speziellen Blickwinkel - der allerdings nicht immer nur Freude auslöst.

Eine spezielle Sicht der Dinge bieten zum Beispiel Aufnahmen aus der Luft. Auch im Zeitalter von Google Earth sind nämlich qualitativ hochstehende Luftbilder gefragt, sowohl von Behörden, Unternehmen und Privatpersonen. Diese Marktlücke bedient auch der Innerschweizer Journalist und Pilot Niklaus Wächter unter dem Namen reportair.ch. Wächter schwingt sich mit seinem Motorsegler nicht nur für Auftragsbilder grosser Zeitungen in die Luft, sondern hat inzwischen auch ein digitales Archiv mit rund 30'000 Bildern aufgebaut und zumindest teilweise ins Net gestellt. Da können die Bilder, nach Kategorien geordnet und mit Beschreibungen versehen, ausgewählt werden. Mit dem Motorsegler zu fotografieren, statt mit dem Helikopter, ist laut Wächter nicht nur günstiger, sondern auch leiser und umweltfreundlicher.
Allerdings schätzt es nicht jedermann, wenn er von oben fotografiert wird. Zum Beispiel der frühere Formel-1-Star Michael Schumacher, der Klage gegen Wächter eingereicht hat, weil ein Bild seiner Villa am Genfersee auf reportair.ch zu finden war! Und da die Website natürlich auch im Ausland abgerufen werden kann, hat Schumi seine Klage in Deutschland eingereicht. Da sowohl das Fotosujet, als auch der Kläger und der Fotograf in der Schweiz sind, und die Zuständigkeit eines Deutschen Gerichts mit der örtlichen Unabhängigkeit des Internetzugriffs begründet werden müsste, ist der Fall für jeden von Interesse, der im Internet publiziert - sei das nun eine Homepage, ein Bildarchiv oder eine Zeitung. Allerdings stellt sich die Frage, wieso sich Schumi und seine Anwälte die Mühe machen: Wer nämlich auf Google mit den zwei Begriffen 'Schumi Villa' eine Bildersuche unternimmt, findet schon auf der ersten Ergebnisseite 3 Websites mit Bildern der neuen Villa. Wächters Website gehört nicht mal dazu.

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Die Google-Brille

Die Ankündigung von Google heisst ganz bescheiden "Goggles" - wahrscheinlich weil es so schön tönt: Google-Goggles. Die Applikation ist aber viel mehr als eine Brille, und was sie leistet, wenn sie auf einem Handy mit dem Google-Betriebssystem Android genutzt wird, ist auf jeden Fall zukunftsweisend. Wenn dieser "Wirklichkeitsscanner" denn mal hundertprozentig funktioniert, wird er das weltweite Suchen revolutionieren.

Google bleibt dran: Der Suchmaschinengigant bringt immer wieder neue Ideen und Techniken unter die Anwender, die das Suchen einfacher machen können. Das ist auch das Ziel von Google-Goggles, das aus dem Android-Handy einen Scanner für die Suchmaschine macht. Statt eintippen heisst es dann, ein Bild aufnehmen, vorauf die Suchmaschine alle dazu passenden Informationen zusammenträgt. Die Anwendung wurde von Google gerade in Kalifornien demonstriert. DasMedieninteresse war gross, und auch Spiegel-Online hat einen ausführlichen Bericht über die neueste Google-Errungenschaft:
“Wie das funktioniert, zeigte Google-Manager Vic Gundontra: Mit seinem Handy fotografierte er eine Flasche Wein - und erhielt daraufhin in seinem Handybrowser Auskünfte darüber, wo der Tropfen angebaut wurde, welche Geschmacksnuancen er aufweist und wo man ihn kaufen kann. Auf ähnliche Weise soll das System auch Informationen zu unzähligen anderen Objekten liefern.“
Google warnt allerdings davor, jetzt schon zuviel von der bildlichen Suche zu erwarten; man werde kontinuierlich an Google Goggle arbeiten, um den Service zu erweitern und zu verbessern.
Goggles ist ab sofort weltweit in englischer Sprache verfügbar und kann gratis vom Android-Market heruntergeladen werden.



Dienstag, 8. Dezember 2009

Einkaufsläden, wo Kunden stören

Der britische Lebensmittelgigant Tesco verkauft immer mehr Waren im Internet. Deshalb baut das Unternehmen jetzt Läden, wo Kunden und Kundinnen keinen Zutritt haben. Dafür sind es Tesco-Angestellte, die in den Gängen ihre Einkaufswagen füllen – für jene Kunden, die ihre Einkäufe am PC tätigen.

Tesco ist ein in Grossbritannien basierter internationaler Grossverteiler mit rund 3800 Läden und 440'000 Angestellten. Der Umsatz im letzten Geschäftsjahr betrug 60 Milliarden Pfund, also über 100 Milliarden Franken. Auch im Web ist Tesco erfolgreich, und die Online-Shopping-Ergebnisse sind beeindruckend: Rund 2 Milliarden Pfund an Umsätzen generieren rund 109 Millionen Pfund Gewinn. Laut einem Bericht im Londoner “Telegraph“ glaubt man in der Chefetage des Handelsgiganten an ein weiterhin starkes Wachstum der Online-Einkäufe und will diese Prozesse weiter rationalisieren. Diesem Zweck dienen auch die neuen Tesco-Warenhäuser, sogenannte “dark stores“, wo die Angestellten ohne störende Kunden die Online-Einkäufe zusammenstellen können. Die Läden sehen fast genauso aus, wie ein gewöhnlicher Supermarkt, Kassen und Werbedisplays fehlen allerdings. Zwei solche Shops stehen bereits, weitere sollen gebaut werden. Tesco erfüllt jede Woche gegen 500'000 Online-Bestellungen und liefert diese mit 2000 Lieferwagen aus. Eines der neuen Warenhäuser in Aylesford, in der Grafschaft Kent, füllt wöchentlich bereits 8000 Bestellungen und beschäftigt mehrere hundert Menschen.

Auch in der Schweiz schneidet sich Online-Lebensmittelshopping eine immer grössere Scheibe der Umsätze ab. LeShop, der Migros-Onlineladen konnte auch dieses Jahr in den ersten sechs Monaten seinen Umsatz wieder steigern. Er lieferte Lebensmittel und Nonfood-Artikel für über 65.5 Millionen Franken in alle Schweizer Sprachregionen. Das sind 9.4 Millionen Franken mehr als in der Vorjahresperiode. Coopathome, der Zweitgrösste der Branche, erwirtschaftete im letzten Jahr einen Umsatz von 54 Millionen Franken.

Montag, 7. Dezember 2009

Das Web verändert das Gehirn

Das Internet verändert die Art und Weise, wie gelesen wird. Das ist einer der Gründe dafür, dass das althergebrachte, gebundene papierene Buch nicht mehr so gefragt ist, wie auch schon. Doch der Einfluss des Internets geht noch viel weiter: Digitale Inhalte verändern das Gehirn.

Früher war es das Fernsehen, vor dem die intellektuelle Elite warnte: Fernsehen macht blöde, hiess es, bevor es das Internet gab (heute, nach einem halben Jahrhundert an Fernsehunterhaltung, ist man sich allerdings nicht mehr so sicher, ob da nicht in vielen Fällen Effekt und Ursache verwechselt worden sind). Jetzt kommen die digitalen Inhalte unter intellektuellen Beschuss. So auch in einem ausführlichen NZZ-Artikel unter dem Titel “Flache Lektüre für digitale Gehirne“.
“Über einen Bildschirm mit Text wandert das Auge anders als über eine Buchseite. Je länger der Text, so will der Leseforscher Jakob Nielson herausgefunden haben, desto mehr beginnt der Blick zu springen. Zeilen werden nicht zu Ende gelesen, man sucht Schlüsselbegriffe, Kernaussagen, Merksätze und atomisiert gleichsam den Gesamtzusammenhang. Vertiefung, Einfühlung, Interpretation? Dafür, so meint auch die Bildungsforscherin Maryanne Wolf, die die Verflechtungen von Sprache, Lesen und Gehirnentwicklung untersucht, reiche die digitale Lektüre nicht.Gemäss Maryanne Wolfs Urteil befinden wir uns in einem historischen Moment des Übergangs. Digitale Texte würden zu einem antiliterarischen, «informationellen» Lesen führen und auch das Gehirn umbilden.“
Wahrscheinlich stimmt das alles - und hat neben einigen Nachteilen, wie einer all zu kurzen Aufmerksamkeitsspanne, auch Vorteile. Ob die Digitalisierung des Wissens allerdings daran schuld ist, dass es immer mehr Eliten ohne Bildung gibt, wie im gleichen Artikel argumentiert wird, darf bezweifelt werden. Daran sind wohl eher die sich verflachenden Wertvorstellungen schuld: Berühmt ist, wer es schafft berühmt zu werden. Dass man dafür etwas Besonderes leisten muss, ist eine oft vermeidbare Lästigkeit. Paris Hilton kann das bezeugen.

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Wo die Europäer am meisten Geld haben


In welchen Ländern Europas steht den Verbrauchern am meisten Geld für Konsum zur Verfügung? Eine Frage, die nicht nur Unternehmer interessieren dürfte, die in Europa Geschäfte machen, sondern auch zahlreiche Politiker. Schliesslich ist das verfügbare Einkommen einer der Faktoren, welche die Bewegungen der Arbeitnehmer im heutigen Europa beeinflussen. Die neuste GfK-Studie zum Thema zeigt: Die Schweiz steht immer noch auf dem Podest, zusammen mit Liechtenstein und Luxemburg.

Die Unterschiede sind massiv (siehe Tabelle). Die Kaufkraft des durchschnittlichen moldawischen Verbrauchers ist mehr als 50mal schwächer, als die Kaufkraft eines Liechtensteiners. Und auch die Verbraucher in Weissrussland, in Albanien und in der Ukraine stehen nicht viel besser da, wenn man sie mit der durchschnittlichen Kaufkraft in Europa vergleicht, die 12'500 Euro (18'750 Franken) beträgt. Die Schweizer Kaufkraft ist laut der Studie „GfK Kaufkraft Europa 2008/2009“ mehr als doppelt so hoch wie der europäische Durchschnitt.

Insgesamt standen den europäischen Verbrauchern laut GfK-Studie für das Jahr 2008 insgesamt acht Billionen Euro für den Konsum zur Verfügung – das sind umgerechnet immerhin 12'000'000'000'000 Franken. Staatliche Leistungen wie Arbeitslosengeld, Kindergeld oder Renten sind hier inbegriffen. Innerhalb der Top-Ten-Liste gehört Island zu den Absteigern und fällt von Rang vier im Jahr 2007 auf Rang sieben. Die Finanzkrise wirkt sich in den Resultaten dieser Studie noch nicht mal aus. Trotzdem ist Großbritannien, im vergangenen Jahr noch auf Platz acht, nun auf Rang elf zu finden. Die Briten können sich aber damit trösten, dass eine sinkende Kaufkraft in Euro nicht unbedingt bedeutet, dass man sich im eigenen Land weniger leisten kann, weil nämlich die GfK-Kaufkraft in Euro ausgewiesen wird. Preisbewusste Verbraucher werden also Produkte und Dienstleistungen bevorzugen, die sie in der Landeswährung bezahlen können. Für Schweizer Konsumenten sieht es etwas anders aus: Ein vergleichsweise starker Franken sollte es möglich machen, beim kommenden Online-Weihnachtseinkauf auch in Euro zu günstigen Preisen zu kommen.

Dienstag, 1. Dezember 2009

Welche Lebenserwartung hat Ihr Notebook?

Die Chance, dass Ihr Laptop in den ersten drei Jahren nach der Anschaffung stirbt, beträgt rund 30 Prozent – Unfälle und Missgeschicke inbegriffen. Die Ausfallquote wegen Hardware-Defekten liegt bei durchschnittlichen 20 Prozent. Das hat eine Untersuchung des amerikanischen Geräteversicherers Squaretrade ergeben. Netbooks sind noch kurzlebiger als Notebooks, und teure PCs der gleichen Marke halten länger als billige. Doch welches sind die zuverlässigsten Laptops?

Die Überraschung findet sich am Ende der Rangliste: Hier steht HP, mit einer Ausfallquote von 25,6 Prozent in den ersten drei Jahren. Aber auch andere grosse Namen schneiden nicht viel besser ab. Gateway weist eine Sterberate von 23,5 Prozent aus, Acer liegt bei 23,3 und Lenovo etwas bei 21,5 Prozent. Im Mittelfeld sind Dell und Apple zu finden, mit 18,3 respektive 17,4 Prozent. Die ersten drei Plätze der Liste belegen Asus, Toshiba und Sony, mit 15,6 Prozent, 15,7 Prozent und 16, 8 Prozent.
HP verkauft übrigens weltweit am meisten Laptops. Gemäss IDC waren es im letzten Jahr gegen 16 Millionen Stück. 
Squaretrade hat für die obige Studie insgesamt 30'000 ausgefallene Laptops und Netbooks analysiert. Netbooks, die kleinen und billigen Geschwister der Notebooks, die in den letzten Jahren enorm an Beliebtheit gewonnen haben, haben gemäss dieser Untersuchung eine um 20 Prozent höhere Ausfallrate als die günstigsten Notebooks, die im Übrigen eher kaputt gehen, als teurere Geräte.
Man kann davon ausgehen, dass die relativ hohen Ausfallraten viel damit zu tun haben, wie die Geräte benutzt und behandelt werden. Mit anderen Worten: Je besser Sie Ihr Notebook behandeln, desto grösser ist die Chance, dass es länger lebt.

Freitag, 27. November 2009

Vom "Schwarzen Freitag" zum "Cyber Montag"

Am Donnerstag feierten die USA Thanksgiving, einen der wichtigsten amerikanischen Feiertage. Für den Detailhandel besonders wichtig ist aber der Tag danach, der sogenannte Black-Friday – u.a. so genannt, weil da die Läden das Weihnachtsgeschäft mit extremen Aktionen starten, damit sie das Jahr mit schwarzen Zahlen beenden können. In den Internet-Läden passiert Ähnliches am darauffolgenden Montag: Cyber-Monday verspricht den Usern die besten Online-Deals des Jahres.

Die Krise hat in den USA auch den Detailhandel getroffen, deshalb ist der Start des Weihnachtsgeschäfts am Black-Friday dieses Jahr besonders wichtig. Natürlich sind auch viele Konsumenten sehr dankbar für die teilweise supergünstigen Angebote. Die gibt es denn auch in Massen. Die grossen Läden öffnen am Black-Friday teilweise um 3 oder 4 Uhr morgens, und die Schnäppchenjäger stehen schon Stunden vorher vor den Türen. Meistens sind es typische Lockvogelangebote, die so viele Kunden anlocken: Elektronik zum Dumpingpreis, die meistens allerdings nur in kleinen Stückzahlen vorhanden ist. Der Kampf um Billigprodukte endet auch schon mal blutig, Leute werden überrannt oder auf dem Parkplatz überfahren.
Am Cyber-Montag geht es dann friedlicher zu und her. Viele amerikanische Onlineshops bieten ihre Ware zum Teil mit grossen Rabatten an und viele verlangen keine Versandkosten. Die Idee, die übrigens erst vier Jahre alt ist: Am Montag nach Thanksgiving sitzen Millionen von Amerikanern zum ersten Mal wieder vor ihrem PC und können durch gute Aktionen dazu bewegt werden, ihre Online-Weihnachtseinkäufe zu starten – obwohl viele der Käufer im Büro sitzen und eigentlich besseres zu tun hätten.


Montag, 23. November 2009

Scharf, schärfer, am schärfsten

Das hochauflösende Fernsehen (HDTV) hat ein gewaltiges Potential, wie in Nordamerika und Asien bewiesen wird. Europa hinkt immer noch hinterher. Zwar wächst das Angebot an HD-Programmen, doch an Zuschauern mangelt es immer noch, unter anderem weil die Situation für die Konsumenten nicht sehr übersichtlich ist. Immerhin konnte die SRG kürzlich einen internationalen Preis für ihren HD-Kanal in Empfang nehmen.

“Neue HD-Programme – und kaum einer schaut hin“, titelte die NZZ kürzlich. Der Autor des Artikels erklärt gleich zu Beginn, wo das Problem liegt:
“Angesichts der komplexen, zum Teil ungeklärten und für Konsumenten nicht eben leicht verständlichen Ausgangslage für den Empfang der privaten HD-Programme ist klar, dass die Verbreitung in Standardauflösung nicht so schnell sterben wird.“
Dabei bietet echtes HDTV tatsächlich ein entstaubtes Fernseherlebnis, das gar nicht mehr an die Zeit der Flimmerkiste erinnert. Wer sich an das neue, scharfe Bild gewöhnt hat, mag schon gar nicht mehr in die gewöhnliche Mattscheibe gucken. Das zeigt sich in Nordamerika deutlich, wo HDTV schon seit längerem zum Siegeszug angesetzt hat. Vor vier Jahren gab es in den USA nur neun HD-Kanäle, heute sind es über 100 und es kommen ständig neue dazu. Die User ziehen mit: Die Zahl der HDTV-Geräte hat sich in den letzten drei Jahren mehr als verdoppelt, fast die Hälfte aller Haushalte sind heute beim hochauflösenden Fernsehen dabei. Die grossen Fernsehstationen, die allesamt unter Zuschauerschwund leiden, hoffen, dass die negative Entwicklung dank HD gebremst wird. Marktforscher haben nämlich herausgefunden, dass Fernsehzuschauer dank HD auch Sendungen anschauen, die ihnen eigentlich gar nicht gefallen.
Das Amerikanische HDTV ist übrigens schärfer, als das Europäische. Die meisten HD-Sendungen werden hier im 720p-Standard ausgestrahlt und bieten gegen 1 Million Pixel. Amerikanische HD-Konsumenten kommen in den Genuss von über 2 Millionen Pixel, der Standard heisst 1080i (siehe Grafik). Vertiefte Informationen zu diesem Thema sind auf hdtv-forum.ch zu finden.
Das schärfste Fernsehen überhaupt wird aber in Japan vorbereitet: Es heisst Ultra High Definition oder Super Hi Vision. Der Standard soll in Japan schon in fünf Jahren als Sendenorm eingeführt werden. Wie scharf ist UHD? Sehr scharf! Das herkömmliche Fernsehen bietet in etwa eine Bildqualität von einem halben Megapixel. HDTV bietet zwischen einem und gut 2 Megapixeln. UHD wird 33 Megapixel zeigen, wird also nochmals um ein Mehrfaches detaillierter sein, als die beste, heute erhältliche Sendequalität.

Freitag, 20. November 2009

Spieglein, Spieglein an der Wand...

… welcher Computerhersteller bietet den besten Service im ganzen Land? Das wollte das Deutsche Institut für Service-Qualität (DISQ) wissen, und da es über keinen magischen Spiegel verfügt, führte es bei 16 führenden Computerherstellern einen Servicetest in den Bereichen Beratung und Support durch. Mit 500 Anfragen wurde die Servicequalität der PC-Hersteller am Telefon und per e-Mail untersucht. Die Tester holten Auskünfte zu Produkten, Leistungsmerkmalen und technischen Problemen ein. Zudem wurden die Internetseiten der Unternehmen analysiert.

Die DISQ-Studie wurde im Auftrag von n-TV durchgeführt. Den besten Service bot, wie schon im letzten Jahr, die Firma Samsung. Das Unternehmen liefert den besten telefonischen Service, überzeugte bei der e-Mail-Bearbeitung sowie mit einem guten Internetauftritt. Der zweite Platz ging an Fujitsu, wo der beste e-Mail-Service geboten wurde. Lenovo erzielte mit solidem Service in allen untersuchten Bereichen den dritten Rang. Sechs der 16 Computerhersteller konnten nur mit dem Prädikat „ausreichend“ bewertet werden, lediglich fünf erzielten ein „gut“. Große Defizite gab es bei der telefonischen Beratung. Bei 60 Prozent der Telefonate bemängelten die Tester die unstrukturierte Gesprächsführung. Bei fast einem Drittel der Beratungen wurden Fachbegriffe benutzt, ohne diese zu erklären. Bei der e-Mail-Beantwortung wurde oft die geringe Individualität kritisiert. Im Durchschnitt dauerte es 37 Stunden, bis die Anfragen beantwortet wurden. Unrühmlicher Höhepunkt: Apple und MSI antworteten auf nur jede zehnte Anfrage. Nur mit dem Prädikat „befriedigend“, wurden die Internetauftritte der Hersteller bewertet. Fast die Hälfte der Tester war mit der optischen Gestaltung der Internetseiten nicht zufrieden.
Fas gleichzeitig hat DISQ übrigens auch die Servicequalität der zehn wichtigsten Handyhersteller getestet. Auch in dieser Studie landete Samsung auf dem Spitzenplatz – die Koreaner scheinen nicht nur zu wissen, was guten Service ausmacht, sondern auch, wie er kompetent und konstant geboten wird. Auf dem zweiten und dritten Platz landeten Nokia und Sony Ericsson.

Dienstag, 17. November 2009

Wie sicher ist Ihr BlackBerry?

Jedes fünfte verkaufte Smartphone war weltweit im letzten Quartal ein BlackBerry, auch das iPhone mag da nicht mehr mithalten. 8,5 Millionen BlackBerrys verkaufte RIM von Juli bis September (iPhones gingen 7,4 Millionen über den Ladentisch). Da der BlackBerry immer noch vorwiegend ein Business-Tool ist, sind die Sicherheitsanforderungen höher, als bei anderen Geräten. Und genau diesbezüglich sind in den letzten Wochen Zweifel aufgetaucht.

Alain Afflelou ist in Frankreich sehr bekannt: Brillengeschäfte im ganzen Land tragen seinen Namen, und auch in der Westschweiz betreibt Afflelou mehr als 10 Filialen. Für Aufregung sorgte der Geschäftsmann aber kürzlich nicht mit Brillen, sondern mit einem BlackBerry-Verbot, das er für das ganze Unternehmen erlassen hat. Afflelou, der die BlackBerrys in seinem Unternehmen erst vor einem Jahr eingeführt hat, glaubt nicht mehr an deren Sicherheit. Verunsichert haben ihn Nachrichtenmeldungen über Programme, die aus den Smartphones ferngesteuerte Abhörgeräte machen, aber auch die Tatsache, dass der BlackBerry für den amerikanischen Präsidenten nicht sicher genug war und Obama deshalb mit einer speziell abgeänderten Version kommuniziert. Tatsächlich sind in den letzten Wochen mehrmals Sicherheitsbedenken laut geworden. So warnte zum Beispiel das amerikanische CERT genau vor jener Gefahr, die auch Alain Afflelou beunruhigt. Aus einem Bericht von heise.de:
“BlackBerry-Anwender sollten vorerst ihr Gerät nicht mehr freiwillig aus der Hand geben. Das US-CERT warnt offiziell vor einer kürzlich erschienenen, frei verfügbaren Spyware, mit der sich BlackBerrys von Dritten in eine Wanze verwandeln lassen. So genügt nach der Installation des PhoneSnoop genannten Programms ein Anruf von einer vorher definierten Nummer (Trigger Number), um das Lauthören ohne Wissen des Besitzers zu aktivieren und beispielsweise das im Raum Gesagte mitzuhören.“
Doch die Suppe wird wohl nicht so heiss gegessen, wie sie gekocht wird. Der Londoner Telegraph zitiert John Kindervag, einen Sicherheitsexperten von Forrester, der die BlackBerrys der kanadischen Firma RIM immer noch zu den sichersten Smartphones zählt. So sicher seien die Geräte, dass sogar Kriminelle immer öfter davon Gebrauch machten und damit die Polizei frustrierten. Der Experte weist ausserdem darauf hin, dass die BlackBerrys das verschlüsselte Versenden und Speichern von Nachrichten unterstützen – Verschlüsselung sei “der Schlüssel zur Datensicherheit“. Schliesslich, meint Kindervag, stelle das interne Telefonsystem in einem Unternehmen das grössere Sicherheitsrisiko dar, als der Einsatz von BlackBerry-Smartphones.

Samstag, 14. November 2009

Sind soziale Netze schlecht für die Karriere?

Dass Facebook und Co. nicht unbedingt gut fürs Geschäft sind - vor allem dann, wenn die Mitarbeiter ihre Kontakte pflegen, statt zu arbeiten - hat man ja schon verschiedenerorts gelernt und auch die Konsequenzen gezogen. Doch jetzt kommt’s noch dicker: Wer beim Social-Networking-Hype nicht mitmacht, hat gemäss einer neuen Schweizer Studie sogar mehr Erfolg im Beruf.

Viele Arbeitnehmer scheinen es instinktiv gemerkt zu haben: Laut einer aktuellen Umfrage der Personensuchmaschine Yasni bei über 1.000 Internet-Nutzern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, verzichten rund 50 Prozent der User ganz oder teilweise auf eine Mitgliedschaft bei sozialen Netzen - aus Angst vor negativen Folgen. Nun zeigt eine Studie der Universität Zürich, dass dieses Verhalten scheinbar eine gewisse Berechtigung hat. Social Networking mache nicht glücklich, haben die Autoren herausgefunden (im Gegensatz zu einer älteren amerikanischen Studie, die das Gegenteil behauptet hat). Doch die Zürcher Untersuchung geht noch weiter, wie Maren Osterloh in der Berliner Morgenpost berichtet:
“Menschen, die Facebook meiden, besitzen mehr Lebenszufriedenheit, ergab die Studie. Sie haben auch eine bessere psychische Gesundheit und sind gewissenhafter als Facebook-Fans. Und Gewissenhaftigkeit hängt den Forschern zufolge eng mit dem Erfolg im Berufsleben zusammen. Bertolt Meyer von der Uni Zürich folgert deshalb: "Menschen, die nicht in sozialen Netzwerken sind, sind gewissenhafter und haben in der Regel mehr Berufserfolg." In diesem Punkt müsse allerdings noch weiter geforscht werden…“
Dem anzufügen wäre, dass es noch nie so leicht war, wie heute, im digitalen Zeitalter, zu kommunizieren und Kontakte zu pflegen - auch ohne Facebook. Für extrovertierte Selbstdarsteller sind soziale Netze wie Facebook oder Twitter allerdings ein sehr geeignetes Medium, um sich zu präsentieren. Deshalb sind dort wohl so viele Prominente, Möchtegern-Prominente und Politiker zu finden. Dass der Reiz der oberflächlichen Kontakte nicht unbedingt langanhaltend sein muss, merkt jetzt auch Twitter. Das Netzwerk hat bis vor kurzem enorme Wachstumsraten verzeichnet. Jetzt scheint aber bereits der Schrumpfprozess zu beginnen. Die Wachstumskurve zeigt plötzlich nach unten – und zwar im Twitter-Stammland USA, wo im Oktober immerhin 8 Prozent weniger Besucher als im September vorbeischauten.

Mittwoch, 11. November 2009

Virenschutz aus der Computer-Wolke

Nun gibt es wirklich keinen Grund mehr, den Virenschutz auf dem PC zu vernachlässigen: Die neuste Lösung ist nicht nur gratis, sondern nimmt auch nur minimale Ressourcen in Anspruch. Es handelt sich um eine Thin-Client-Solution des Spanischen Anbieters Panda Security. Der Schutz kommt aus der digitalen Wolke, Virusdefinitionen auf dem PC sind nicht mehr notwendig.

Der Betatest dauerte rund ein halbes Jahr, jetzt wird das Produkt offiziell angeboten. Cloud Antivirus 1.0 ist für private User gratis und ist auch in deutscher Sprache verfügbar. Das Produkt wird deshalb viele Anwender interessieren, weil es sich dabei nicht um ein umfangreiches Programm handelt, sondern um eine Lösung, die nur 20 MB in Anspruch nimmt ist und keine Virusdefinitionen auf dem eigenen PC mehr erforderlich macht. Stattdessen werden all die bösen Programme, die im Net unterwegs sind, durch ein intelligentes Netzwerk von Servern erkannt und mit den verbundenen PCs abgeglichen. Dieses Antivirus-Cloud-Computing werden vor allem Netbook-User zu schätzen wissen, die in der Regel mit weniger digitalen Ressourcen unterwegs sind, als andere Surfer. Chip-Online hat Cloud Antivirus 1.0 bereits getestet. Das Fazit:
“Panda Cloud Antivirus ist nett anzusehen, derzeit aber noch nicht ganz so Ressourcen- schonend, wie versprochen. Außerdem scannt die Software ein System vergleichsweise langsam. Der Cloud-Ansatz gefällt uns dagegen sehr gut. Hinweis: Um "Panda Cloud Antivirus" nutzen zu können, müssen Sie sich nach der Installation kostenlos beim Hersteller registrieren.“
Bei einem früherer Test, der von pcworld.com durchgeführt wurde (noch mit der Betaversion), landete Cloud Antivirus bei der Erkennungsrate von Malware auf dem ersten Platz.
Panda bietet auch eine Lösung für KMU: Panda Cloud Protection funktioniert auf der gleichen Basis, wie die Antivirussoftware, und wird als Managed Security Service angeboten. Was dieses Angebot kostet, ist aus den aktuellen Angaben (noch) nicht ersichtlich.

Dienstag, 10. November 2009

Wo die Welt surft

Rund 1,2 Milliarden Menschen, also mehr als ein Fünftel der Weltbevölkerung, nutzen heute das Internet. Das sind 20 Prozent mehr als noch im letzten Jahr. Auf welchen Websites verbringen diese digitalen Weltbürger am meisten Zeit? Die amerikanische Firma Comscore, die sich auf die Messung digitaler Einheiten spezialisiert, weiss die Antwort.

Das Resultat dieses global-digitalen Beliebtheitswettbewerbes überrascht nur teilweise. Dass Microsoft zuoberst auf dem Podest steht, hat sicher auch damit zu tun, dass die meisten Anwender in der heutigen PC-Welt gar nicht darum herum kommen, immer wieder mal bei Microsoft hereinzuschauen, da deren Betriebssysteme die meisten unserer Computer antreiben. Ausserdem scheint auch Windows Live Messenger sehr beliebt zu sein, dessen User in diesem Fall für 70 Pozent aller Zeit, die bei Microsoft verbracht wird, verantwortlich sind. Das führt dazu, dass immerhin fast 15 Prozent aller Zeit, die weltweit im Internet verbracht wird, auf das Konto von Microsoft geht. Auf dem zweiten Rang findet sich Google – wer den sonst! Google beherrscht schliesslich den Suchmaschinenmarkt mit einem Useranteil von rund 80 Prozent. Wer sucht, der findet, in der digitalen Welt fast immer mit Hilfe von Google. Deshalb konnte Google 9,3 Prozent aller Surftime für sich verbuchen. Auf dem dritten und vierten Rang stehen Yahoo und Facebook, wobei Facebook sei dem letzten Jahr enorm zugelegt hat.
Zu berücksichtigen gilt, dass öffentliche Computer, zum Beispiel in Internet-Cafés, sowie mobile Geräte, in der Erhebung nicht berücksichtigt wurden. Gerade der Einbezug von Smart-Phones würde wahrscheinlich die Rangliste verändern.
Die genauen Tabellen und Ranglisten können bei Comscore eingesehen werden.

Donnerstag, 5. November 2009

Nachschlagen war gestern

Wer etwas sucht, sei es ein Name, ein Geschäft oder eine Auskunft, findet die Antwort im Net, sofern ein Zugang verfügbar ist. Deshalb überrascht es nicht, dass eine GfK-Studie in Deutschland herausgefunden hat, dass Bücher gerade bei der lokalen Suche in einigen Bereichen bereits ins Hintertreffen geraten sind. Mit dem PC oder dem iPhone geht’s halt einfach viel einfacher!

Es ist wohl nicht allzu vermessen, die Prognose zu wagen, dass grosse Teile der jungen Generation schon in wenigen Jahren nicht mehr über die Fähigkeiten verfügen werden, in einem Nachschlagewerk nach Information zu suchen und diese auch zu finden. Das wird keine Katastrophe sein, weil bis dann der Zugriff auf das allwissende Net noch viel permanenter und einfacher sein wird, als heute. Mobile Geräte werden weiterhin grosse Fortschritte machen und so benutzerfreundlich werden, dass das iPhone von heute im Vergleich kompliziert aussieht. Die ersten Trends in diese Richtung hat kürzlich eine GfK-Studie aufgezeigt.
Danach haben deutsche User laut GfK im letzten Jahr rund 1,3 Milliarden Mal nach lokalen Kontaktdaten und Informationen zu Branchen und Dienstleistern gesucht. Dabei entfallen auf das Telefon- und Branchenbuch immerhin noch 44 Prozent aller Suchvorgänge, das mobile und stationäre Internet bevorzugen 38 Prozent der Verbraucher. Kontakt zur Telefon- und SMS-Auskunft stellen die Deutschen in 12 Prozent der Nutzungsfälle her. Die Suche über CD-ROM hat einen Marktanteil von 6 Prozent. Betrachtet man aber ausschließlich die Suche nach Branchen, Gewerbetreibenden und Dienstleistern mit rund 600 Millionen Suchvorgängen pro Jahr, liegt das Internet – ob stationär oder mobil – mit einem Anteil von rund 43 Prozent heute erstmalig vor den gedruckten Branchenbüchern mit etwa 40 Prozent der Suchabfragen.
Dass das mobile Internet vor allem für die lokale Suche immer beliebter wird, bestätigen auch die Praxis-Anwenderdaten des Such-Anbieters telegate. Diese zeigen, dass die User von iPhone, BlackBerry und Google Android viermal häufiger nach lokalen Brancheninformationen suchen als die Nutzer der stationären Internet-Portale.

Montag, 2. November 2009

TV für Wählerische

Fernsehen ist nicht gerade ein interaktives Medium – man sitzt da, und schaut sich an, was gerade serviert wird. Für viele, vor allem jüngere Medienkonsumenten, ist das nicht mehr gut genug. Das ist einer der Gründe, dass Fernsehen weltweit Zuschauer verliert. Doch das Internet bringt die Flimmerkiste ins digitale Zeitalter, indem es TV benutzerfreundlicher und interaktiv macht.

Wer seine Fernsehsendungen zu einem Zeitpunkt anschauen will, der selbst gewählt ist (möglicherweise sogar ohne Werbung) hat heute grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Bereits relativ verbreitet sind HDD-Recorder, also Geräte, die digitale Fernsehsendungen auf einer Harddisk aufzeichnen. Derartige Geräte haben meistens eine riesige Kapazität, damit verschiedenste Programme aufgezeichnet werden können, um sie später abzuspielen. Die zweite Möglichkeit, auf die wir hier näher eingehen wollen, erfordert den Zugriff auf das Internet, entweder direkt vom TV-Gerät oder von einem PC, der mit dem TV-Gerät verbunden ist. Dann eröffnet sich dem Fernsehzuschauer plötzlich eine neue, interaktive Welt. Die meisten Fernsehstationen bieten heute per Internet Videotheken an, wo ein grosser Teil ihrer Programme sowie zusätzliche Informationen kostenlos zur Verfügung stehen und nach Bedarf abgerufen werden können. Das gilt nicht nur für SF1, sondern auch für die ARD und das ZDF (und die meisten anderen Anbieter). Hier werden die meisten Sendungen kurz nach der Ausstrahlung aufgeschaltet und stehen dann wochen- und monatelang zur Verfügung, ohne dass sie auf der eigenen Anlage Speicherplatz beanspruchen. Wer über eine breitbandige Internetverbindung und einen hochauflöslichen Monitor verfügt, kann diese Sendungen zum Zeitpunkt seiner Wahl in ausgezeichneter Qualität anschauen.
Natürlich gibt es auch Nachteile: Produktionen, die von externen Firmen produziert worden sind, kommen oft aus Copyright-Gründen nicht ins Net. Das gilt natürlich auch für Spielfilme.

Noch ein Wort zum Setup: Noch gibt es nicht viele TV-Geräte, die direkt auf das Internet zugreifen. Wer ein wireless Network betreibt, kann aber einfach seinen PC per Monitorkabel mit dem TV-Gerät verbinden, schon läuft der Fernseher als PC-Monitor. Ein Tipp: Qualitätsprobleme, zum Beispiel abgehackte Videos, werden of durch Hardwarebeschleunigung verursacht; diese kann aber meistens problemlos deaktiviert werden.

Freitag, 30. Oktober 2009

Die Post weiss, wer wann frei hat

Wer mit dem Ausland Geschäfte macht, muss Informationen berücksichtigen, die nicht immer ganz einfach zu erhalten sind. Zum Beispiel die Termine lokaler Ferien- und Feiertage. Die Post stellt ein Tool zur Verfügung, das hier Abhilfe schafft.

Österreich und die Slowakei sind mit 16 landesweiten Feiertagen die Europameister im frei nehmen. Auf dem dritten Platz liegt Slowenien mit 15 Tagen. Das alles ist aus dem “International HolidayCalendar 2010“ der Post ersichtlich, der ab sofort online verfügbar ist oder gratis in der gedruckten Version bestellt werden kann. Die aktuelle Ausgabe informiert für 20 europäische Länder, wo arbeitsfrei ist oder Schulferien sind. Da sieht man auch wieder einmal, wie fleissig die Schweizer im europäischen Vergleich sind: Die Schweiz hat im nächsten Jahr gerade mal sechs landesweite Feiertagen, die nicht auf einen Sonntag fallen, und ist damit das Land mit den wenigsten arbeitsfreien Tagen...
Besonders interessant für Marketing und Vertrieb: Auch die 56 wichtigsten Direktmarketing-Messen und -Kongresse sind aufgelistet.

Montag, 26. Oktober 2009

Wie ungesund ist Ihr Handy?

Hunderte von Studien sind schon über das vermeintliche Gesundheitsrisiko durch die elektromagnetische Strahlung von Handys durchgeführt worden. Bis jetzt konnte kein direkter Zusammenhang zwischen dem mobilen Telefonieren und verschiedenen Krebserkrankungen nachgewiesen werden. Eine neue Studie, die kurz vor der Publikation steht, könnte das ändern.

Es sind nicht nur die Mobilfunkanbieter, die abwiegeln, wenn es um die Gefährdung der Gesundheit durch den Gebrauch mobiler Telefone geht. Wir alle sind diesbezüglich Abwiegler und sind froh um jede Studie, die keinen Zusammenhang zwischen Krebs und Kommunikation nachweisen kann – schliesslich gehört das Handy zu jenen modernen Errungenschaften, von denen man nur höchst ungern weniger Gebrauch machen würde. Nun berichten britische Zeitungen über eine breit abgestützte Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO, die aufzeigen soll, dass Menschen, die viel am Handy telefonieren, einem erhöhten Krebsrisiko ausgesetzt sind. Die Studie untersuchte während einem Jahrzehnt 12800 Menschen in 13 Ländern und soll noch dieses Jahr publiziert werden. Zitat aus dem London Telegraph:
“The conclusion, while not definitive, will undermine assurances from the government that the devices are safe and is expected to put ministers under pressure to issue stronger guidance. A preliminary breakdown of the results found a “significantly increased risk” of some brain tumours “related to use of mobile phones for a period of 10 years or more””
Gemäss der Studie geht es also um die langfristige und intensive Handy-Nutzung, die das Risiko, an einem Gehirntumor zu erkranken, “signifikant“ erhöhe. Allerdings weisen verschiedene Experten und Branchenvertreter darauf hin, dass bis heute unzählige Studien durchgeführt wurden, die diese Zusammenhänge nicht nachweisen konnten. Erst kürzlich wurde im Zusammenhang mit dem Handy-Krebsrisiko Entwarnung gegeben: Handys seien für Erwachsene harmlos, könnten nicht mal Kopfweh, geschweige denn Krebs auslösen, teilte beispielsweise das Deutsche Bundesamt für Strahlenschutz im letzten Jahr mit. Gestützt wurde diese Aussage auf 54 einzelne Studien, die seit 2002 zum Thema Handy-Gesundheitsrisiko durchgeführt worden waren. Nun scheint diese Erkenntnis bereits wieder überholt zu sein.
Grund zur Panik besteht wohl trotzdem nicht. Es gilt jetzt abzuwarten, wie in Fachkreisen auf die Ergebnisse der neusten Studie reagiert wird. Und dann stellt sich natürlich auch die Frage nach den Konsequenzen. Wenn sich die Experten einig wären, dass Handys der Gesundheit schaden, würden wir dann unsere Kommunikationsgewohnheiten ändern?

Nachtrag: Heute berichten jetzt auch Schweizer Zeitungen über die Studie - zum Beispiel der Tagesanzeiger.

Freitag, 23. Oktober 2009

Strom aus Methanol für Unterwegs

Planen Sie eine Reise an einen Ort, wo zwar all ihre Kommunikationsgeräte vorhanden sind, die notwendigen Steckdosen aber fehlen? Toshiba bringt nächste Woche eine 280 Gramm schwere Methanol-Brennstoffzelle auf den Markt, die den notwendigen Strom zum Aufladen produziert.

Telefon, Laptop oder iPod haben alle die gleiche, störende Eigenschaft: Die Batterien müssen immer wieder aufgeladen werden, damit die Geräte unterwegs benutzt werden können. Die meisten User kennen deshalb die mühsame Suche nach einer Steckdose, wenn die Batterie wieder mal ganz low, die Arbeit aber noch nicht fertig ist. Dieses Problem wird in den Labors der Technologiefirmen auf mindestens zwei Ebenen angegangen: Einerseits wird nach effizienteren Batterien geforscht, andererseits läuft vielerorts die Forschung nach Brennstoffzellen auf Hochtouren. Toshiba hat nun ein solches Gerät serienfertig gemacht. Die Dynario-DMFC-Brennstoffzelle kann nach Herstellerangaben in wenigen Sekunden nachgetankt werden, damit sie Strom liefert. Zitat aus einem Artikel auf spiegel.de:
“Der Trick der neuen Technik: Mit Hilfe einer chemischen Reaktion zwischen Methanol und dem Luftsauerstoff erzeugt Toshibas Direktmethanol-Brennstoffzelle (DMFC) Strom. Gegenüber herkömmlicher Akkutechnik hat das vor allem den Vorteil, dass der Stromgenerator blitzschnell aufgeladen werden kann. Dazu wird einfach der Tankstutzen geöffnet und eine Nachfüllflasche Methanol aufgesetzt. Nach 20 Sekunden, so der Hersteller, ist der Tank wieder voll, das Gerät bereit, Strom zu erzeugen. Sonderlich hoch ist Toshibas Energieausbeute allerdings noch nicht. Eine Methanol-Ladung reiche aus, um ein typisches Smartphone zweimal aufzuladen, gibt Toshiba an.“
Das Gerät ist nicht billig: Es kostet umgerechnet etwa 325 Franken und wird vorerst nur über Toshibas Onlineshop vertrieben.

Montag, 19. Oktober 2009

Pixel statt Bäume

Die ersten elektronischen Lesegeräte gab es schon in den 90er-Jahren. Sie waren klobig, schlecht lesbar und natürlich nicht Netzwerk-fähig. Doch die Technologie ist enorm vorangekommen, und e-Books drängen auf den Massenmarkt. Mit Pixeln statt Bäumen lässt sich hervorragend eine Bibliothek für das digitale Zeitalter aufbauen.

Digitale Lesegeräte nahmen dieses Jahr an der Frankfurter Buchmesse einen prominenten Platz in ein, und das wird wohl auch so bleiben. Bereits gibt es Marktforscher, die voraussagen, dass schon in wenigen Jahren mehr digitale als gedruckte Bücher gekauft werden. Gründe für diesen Optimismus gibt es genug. Zum Beispiel: Vor allem junge Konsumenten haben sich überraschend schnell daran gewöhnt, digitale Inhalte zu kaufen, die nicht an eine physikalische Präsenz gebunden sind. Musik und Filme werden auf den PC geladen und von dort auf den iPod transferiert, ohne dass je eine CD oder eine DVD die Hand wechselt. Wieso soll das in Zukunft nicht auch für einen grossen Teil der Bücher, Zeitschriften und Zeitungen so sein? Moderne Lesegeräte wie der Kindle von Amazon oder das Lesegerät Txtr der gleichnamigen Berliner Firma, sind in der Lage, per Mobilfunknetz (UMTS) fast jederzeit und überall Lesestoff aufs Gerät zu laden. Dieses Geschäft wollen sich auch die europäischen Verlage nicht entgehen lassen:
“Anlässlich der Buchmesse starten auch die zur Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck gehörenden Häuser Droemer/Knaur, Fischer, Kiepenheuer & Witsch und Rowohlt mit rund 800 Titeln; bis zum Jahresende sollen 1500 Titel lieferbar sein. Die Preise der E-Books orientieren sich am Ladenpreis der günstigsten regulären Druckausgabe. Die E-Books werden in Deutschland meist im gängigen Epub-Format angeboten, einem neuen Publizierungs-Standard für elektronische Bücher, der die Textgröße automatisch an jeden beliebigen Bildschirm anpasst. Die Bücher sind außerdem mit einem Kopierschutz versehen. Kunden können die gekauften Titel auf ihrem Reader sowie auf fünf weiteren Lesegeräten nutzen, für die sie sich vorab registrieren…“
Selbstverständlich stossen die digitalen Lesegeräte bei weitem nicht überall auf Sympathie und werden von Fans des bedruckten Papiers teilweise vehement schlecht gemacht. Ein Beispiel dafür liefert User ’Freiburg’ der sich im Forum zu einem Bild-Artikel zum Thema äussert:
“Niemals wird sich solch ein technischer Schwachsinn in Deutschland durchsetzen, Bücher sind nur Bücher wenn man daran riechen kann und die Seiten blättern kann! E-Books ist der größte Schrott aller Zeiten…“
Tatsächlich hält sich die Zahl der e-Buch-Verkäufe sogar in den USA noch in Grenzen. Marktforscher prognostizieren, dass schon in drei Jahren 18 Millionen e-Reader verkauft werden. Auch Google will hier nicht abseits stehen und hat angekündigt, bei Google digitalisierte Bücher, die sogenannten Google-Editions, online anzubieten.
E-Bücher sind übrigens auch gut für die Umwelt, wie der Kolumnist Martin Eisenlauer weiss:
“In den USA wurden 2008 über 125 Millionen Bäume abgeholzt um Krimis, Sachbücher und Liebesromane zu Papier zu bringen. Pro Buch fallen dabei neben einer Menge toter Bäumen, verschmutztem Wasser und stinkender Chemikalien durchschnittlich 7,5 Kilogramm CO2 an…“

Freitag, 16. Oktober 2009

Wi-Fi wird direkt

Nun soll auch Wi-Fi direkt kommunikationsfähig werden: Ein neuer Drahtlosstandard, über den die Wi-Fi-Allianz kürzlich informiert hat, wird es möglich machen, dass Wi-Fi-fähige Geräte direkt miteinander kommunizieren können, ohne dass dazu ein Router notwendig ist. Bluetooth kann das schon lange. Wi-Fi-Direct soll schon im nächsten Jahr erhältlich sein und wird Bluetooth sicherlich konkurrenzieren.

Es sind die ganz grossen und gewichtigen Namen der IT-Branche, die in der Wi-Fi-Allianz vertreten sind: Intel, Microsoft, Dell, Cisco, IBM und viel andere. Deshalb darf angenommen werden, dass der neue Standard sich schnell durchsetzen wird, genauso wie schon der ursprüngliche Wi-Fi-Standard, der ja inzwischen die IT-Welt beherrscht.
Wi-Fi-Direct wird es möglich machen, per Wi-Fi Daten ohne umweg über einen Router Peer-to-Peer auszutauschen. Als Verschlüsselung wird WPA2, ein weiterer verbreiteter Standard eingesetzt. Peer-to-Peer bedeutet, dass mit dem neuen Standard von PC zu PC, von der Maus zum PC, vom PC zum Drucker, vom PC zum Kopfhörer oder vom Handy zum PC kommuniziert werden kann. Nach Angaben der Wi-Fi-Allianz wird ein Wi-Fi-Direct-fähiges Gerät auch in der Lage sein, mit einem “alten“ Gerät zu kommunizieren. Zitat aus einem netzwelt.de-Artikel:
“Mithilfe des neuen Standards können Geräte Verbindung untereinander aufnehmen oder sich als Gerätegruppe zu einem Netzwerk zusammenschließen. Zudem soll jedes Gerät bei Bedarf die Funktion einer Basisstation übernehmen, andere "Wi-Fi Direct"-Geräte erkennen und diesen entsprechende Funknetz-Dienste anbieten. [...] Mit "Wi-Fi-Direct" zertifizierte Geräte sollen Übertragungsgeschwindigkeiten erreichen, wie sie heute schon über Basisstationen hergestellt werden können, teilt der Industrieverband weiter mit. Zur Frage, welche Bandbreiten die neue Hardware anbietet, gibt es noch keine verbindlichen Aussagen. Die Wi-Fi Allianz spricht aber davon, dass zertifizierte Geräte "bandbreitenhungrige Aufgaben mit Leichtigkeit" erledigen sollen...“

Dienstag, 13. Oktober 2009

Wie sicher ist die Computer-Wolke (und wie kompliziert ist die Rechtslage?)

Das Schlagwort “Cloud-Computing“ geistert schon längere Zeit in der IT-Welt herum. Trotzdem stellen sich oft schon bei der Begriffsdefinition gewisse Probleme: “Ist es nun Software as a Service (SaaS) oder schon Cloud-Computing?" Semantik könnte allerdings für Unternehmen, die sich auf eine Computer-Wolke verlassen wollen, das kleinste Problem sein. Sicherheitsbedenken und rechtliche Überlegungen wiegen schwerer.

Auf Wikipedia ist ein ausführlicher Artikel zum Thema Cloud-Computing publiziert. Da findet sich auch die folgende Definition, die von der amerikanischen Beraterfirma Saugatuck Technology stammt:
“Cloud Computing umfasst On-Demand-Infrastruktur (Rechner, Speicher, Netze) und On-Demand-Software (Betriebssysteme, Anwendungen, Middleware, Management- und Entwicklungs-Tools), die jeweils dynamisch an die Erfordernisse von Geschäftsprozessen angepasst werden. Dazu gehört auch die Fähigkeit, komplette Prozesse zu betreiben und zu managen.“
Soweit so gut. Doch die Computer in der Wolke sind, wie alle anderen Computer auch, nicht vor Abstürzen und Datenverlusten gefeit. Selbstverständlich werden Kundendaten deshalb doppelt- und dreifach gespeichert, damit nach einem Unfall einfach weitergearbeitet werden kann. Doch auch das reicht offenbar nicht aus, um den Cloud-Supergau zu verhindern, wie nun ausgerechnet Microsoft demonstriert:
"Es ist der Alptraum eines jeden Computernutzers: Die Festplatte gibt ihren Geist auf, alle Daten sind weg, und das letzte Backup liegt Wochen zurück. Für Microsofts Mobilfunktochter Danger ist dieser Alptraum wahr geworden. Danger betreibt ein großes Rechenzentrum und bietet in Zusammenarbeit mit T-Mobile USA sogenannte Cloud-Computing-Dienste an. Serverfehler sorgten nun für einen Daten-GAU der übelsten Sorte. Tausende T-Mobile-Kunden haben persönliche Daten vermutlich für immer verloren.“
Derartige Datenverluste sind nur ein Teil des Cloud-Computing-Szenarios, das dem IT-Chef und dem Firmenanwalt Kopfschmerzen bereiten könnte. Man müsse sich nämlich als Anwender diesbezüglich sowieso auf eine schwierige Rechtslage einstellen, schreibt Thomas Söbbing in der Computerwoche. Söbbing ist selber Anwalt, und sein Artikel geht ausführlich auf verschiedenste rechtliche Aspekte des Wolkencomputing ein. Sein Fazit:

“Cloud Computing mag ein neues Geschäftsmodell sein, doch aus rechtlicher Sicht steckt dahinter nur eine Bündelung von bereits heute bekannten technischen Verfahren. Eine Herausforderung stellt die hohe Internationalisierung/Globalisierung der Clouds dar. Deshalb muss bei der Vertragsgestaltung Augenmerk auf die Wahl des Gerichtsstands und des anzuwendenden Rechts gelegt werden […] Allerdings sollten sich die Kunden an den Gedanken gewöhnen, dass ihre Daten auch auf fremde Server und ins Ausland gelangen. Wenn die Sicherheits- und Qualitätsstandards eingehalten werden, ist dagegen nichts einzuwenden.“

Freitag, 9. Oktober 2009

Noch smarter mit dem elektrischen Smart

Möchten Sie einen Smart, der gar kein Benzin oder Diesel mehr schluckt? Einen Smart, der rasant anfährt und eine Spitzengeschwindigkeit von rund 100 km/h erreicht? Einen Smart, den Sie mit Energie aus der Steckdose rund 135 Kilometer weit fahren können? Lange müssen Sie sich nicht mehr gedulden. Die ersten 1000 Stück des “Smart Fortwo Electric Drive“ werden Ende dieses Jahres an spezielle Kunden verleast – sozusagen als Betaversion.

Daimler setzt auf die gleiche Batterietechnologie, die auch die meisten unserer digitalen Gadgets mit Energie versorgt. Lithium-Ionen-Batterien sind zwar nicht billig, aber in der Massenproduktion vom Preis-Leistungsverhältnis und vor allem vom Gewicht und Platzverbrauch her immer noch die beste Lösung (deshalb wohl setzt Daimler auch im 2010 Mercedes S400 hybrid Lithiuim-Ionen-Batterien ein, im Gegensatz beispielsweise zu Toyota, deren Prius, mit einem Nickel-Metallhydrid-Akkumulator ausgerüstet wird). Gemäss Handelsblatt sollen vom elektrischen Smart schon in wenigen Wochen erstmals 1000 Fahrzeuge an ausgewählte Kunden in europäischen und amerikanischen Grossstädten ausgeliefert werden. Diese User fungieren dann sozusagen als Beta-Tester und können die Smart-Techniker mit Feedback versorgen, bevor die Grossserie des elektrischen Kleinstwagen gebaut wird. Vom Band laufen soll der e-Smart dann in etwa zwei Jahren, zusammengesetzt wird er im französischen Hambach, Lothringen.
Der e-Smart wird dezidiert ein Stadtauto sein. Seine Geschwindigkeit ist auf 100 km/h beschränkt, die Reichweite soll bei gut 130 Kilometern liegen. Für den Stadtbetrieb reicht das längstens. Doch die Leistungsdaten zeigen auch auf, dass Batterien und Reichweite wohl noch eine ganze Weile den schwachen Punkt der elektrischen Autos darstellen werden.
Dafür wird der elektrische Smart Fortwo leise und bequem zu fahren sein:
“Das Schalten ist im neuen Elektrosmart überflüssig. Der Elektromotor ermöglicht das Fahren mit einer einzigen Getriebeübersetzung. Beim Rückwärtsfahren ändert sich einfach die Drehrichtung des Motors. […] Für eine Reichweite von 30-40 Kilometer (was für den täglichen Gebrauch in den meisten Fällen ausreichend ist) genügt bereits eine Ladezeit von etwa 3 Stunden. Um die Batterie vollständig zu laden, reicht es, den Smart eine Nacht lang anzustecken.“
Aufladen können wird man den Smart an ganz gewöhnlichen Steckdosen – für runde 2 Euro pro Ladung.

(Unser Bild zeigt, dass der Smart nicht nur in der Stadt, sondern auch in rauheren Umgebungen gute Dienste leistet, in der abgebildeten Version allerdings noch mit Diesel-Motor.)

Mittwoch, 7. Oktober 2009

Kommunikationsinstrument und Risikofaktor

Dass sich Autofahren und Handy-Benutzung nicht vertragen, müsste eigentlich allgemein bekannt sein. Das Handy wird ja deshalb auch vielerorts per Gesetz aus dem Auto verbannt. Trotzdem ist die Ablenkung, auch durch digitale Gadgets, wie Handy, iPod oder Navigationssystem, beim Autofahren die häufigste Unfallursache.
Immer mehr digitale Geräte buhlen um die Aufmerksamkeit der User – eben auch im Auto, und da ist deren Benutzung besonders gefährlich. Aus einem Kommunikationsinstrument kann dann schnell eine tödliche Gefahr werden. Deshalb wurde in den letzten Wochen in verschiedenen Kantonen mit einer “Kampagne gegen den Blindflug“ versucht, mehr Aufmerksamkeit beim Lenken zu propagieren (unter anderem mit einem Blindflugsimulator für den PC). Doch das Problem, in der Schweiz durch eine stringente Gesetzgebung und relativ konsequente Durchsetzung vergleichsweise gut unter Kontrolle, rückt zum Beispiel in den USA erst jetzt so richtig ins öffentliche Bewusstsein. Das hat auch das renommierte Wirtschaftsmagazin Economist zu einem ausführlichen Artikel veranlasst:
“In 2008 one in six of the teenagers killed in car crashes in America was found to have been distracted, in one way or another, just prior to impact. Five years ago, the figure was one in eight. The authorities fear that the number of teenage deaths caused by distraction while driving is about to explode, given the variety of new gizmos about to invade the car.”
Junge Lenker sind also besonders durch Ablenkung und ganz besonders durch digitale Ablenkung gefährdet, weil viele von ihnen ihre Gadgets auch beim Autofahren benutzen. “Sicher etwas vom Dümmsten“, was ein Autofahrer tun könne, sei das Texten beim Fahren, schreibt der “Economist“.
Das kann man wohl sagen!
Eine Untersuchung des Virginia Tech Transportation Instituts hat nämlich gezeigt, dass sich das Risiko für einen Unfall oder einen Fast-Unfall durch Texten beim Fahren bis zu 23mal erhöht. Wer eine Telefonnummer wählt, ist bis zu sechsmal mehr unfallgefährdet. Auch ohne Gadgets kann man sich ablenken lassen; wer sich kämmt oder schminkt erhöht sein Unfallrisiko ebenfalls massiv.
In den USA sind das Telefonieren und das Schreiben von SMS längst nicht in allen Staaten verboten. Doch die Regierung hat das Problem erkannt und will mit dem guten Beispiel vorangehen. Das Telefon will man den Beamten im Dienstwagen trotz allem nicht verbieten, das Texten hingegen schon. Der Präsident hat die Anordnung persönlich vor wenigen Tagen unterschrieben. Was die Verbote bringen, wird sich zeigen. Meint einer der Kommentatoren zum Economist-Artikel: “Dummheit kann nun mal nicht per Gesetz bezwungen werden“.

Montag, 5. Oktober 2009

Im Internet auf der Überholspur

Jetzt ist es also passiert, zwar erst in England und noch nicht in der Schweiz, aber immerhin. Während der ersten sechs Monate dieses Jahres haben die Werbeagenturen auf den britischen Inseln zum ersten Mal mehr Geld für Werbung im Web, als im Fernsehen ausgegeben. Das ist kein Ausreisser: Der Trend wird anhalten. Werbefinanziertes TV wird sich bald neu erfinden müssen, wenn es das digitale Zeitalter überleben will.

Die Werbebudgets schrumpfen überall, wegen der Wirtschaftskrise! Richtig?
Falsch!
Zumindest in Grossbritannien stimmt das so nicht. Zwar sind die Gesamtausgaben für Werbung im ersten Halbjahr 2009 massiv gesunken, nämlich um ganze 17 Prozent. Gestiegen sind aber die Umsätze in der Internet-Werbung und zwar um fast fünf Prozent, wie die neusten IAB-Zahlen zeigen. Im jetzigen wirtschaftlichen Umfeld ist das eine starke Leistung und weist auf die breite Akzeptanz hin, die Internet-Medien inzwischen geniessen. Diese Akzeptanz ist so gross, dass das Web auf den britischen Inseln werbemässig zum wichtigsten Medium aufgestiegen ist – eine Position, die jahrzehntelang vom Fernsehen gehalten wurde. Insgesamt wird nun knapp ein Viertel aller Werbung im Web geschaltet, in den ersten sechs Monaten für 1,75 Milliarden Pfund, das sind rund 2,9 Milliarden Schweizer Franken. Damit ist Grossbritannien weltweit der erste wichtige Werbemarkt, der vom Internet dominiert wird – unter anderem, weil Highspeed-Internet dort günstig und weit verbreitet ist. IAB nennt weitere Gründe:
“This year has seen marketing budgets being stretched to their very limits, and online has proved its worth. With improved planning and insight tools which mean more advertisers flock to the medium to take advantage of its targeting, accountability and measurability.”
Mit anderen Worten: Die Werber schätzen die Tatsache, dass sie im Web ihre Zielgruppen genau anpeilen können und dass sie erst noch ziemlich genau wissen, wie viele Prozent der Web-User sich ihre Anzeigen zu Gemüte geführt haben. In der Schweiz wird es wohl noch eine ganze Weile dauern, bis die Werbung im Web so populär ist wie die Fernsehwerbung. Genau weiss man es allerdings nicht, da die Online-Werbeumsätze scheinbar (noch) nicht statistisch erfassbar sind:

“Ein erster Versuch, Netto-Werbeaufwände für Online-Werbung zu messen, ist leider an der mangelnden Bereitschaft gescheitert, der Stiftung Daten zu liefern. Im Online-Werbestatistik Report von Media Focus sind nebst den Brutto-Umsätzen für klassische Online-Werbung zusätzlich Experten-Schätzungen für Suchmaschinen-Werbung, Affiliate-Marketing und den Online-Rubrikenmarkt enthalten. Insgesamt ergab sich dabei für den gesamten Online-Markt für das Jahr 2008 eine Schätzung von CHF 288 Mio. gegenüber CHF 224 Mio. im Vorjahr.“

Das ist immerhin ein geschätzter Anstieg von 28,5 Prozent.
Trotzdem wird traditionelle Werbung in der Schweiz noch eine Weile dominieren, und damit wird auch Henry Fords alte Weisheit zum Thema weiterhin Gültigkeit behalten:
“50 Prozent der Werbegelder sind so oder so zum Fenster rausgeworfen – man weiss nur nicht welche 50 Prozent.“

Freitag, 2. Oktober 2009

Verantwortungspyramide oder Machiavelli?

Dass ein Unternehmen in relativ kurzer Zeit in der öffentlichen Wertschätzung tief sinken kann, hat der Fall UBS eindrücklich aufgezeigt. Man müsste also meinen, dass es nicht nur im Interesse der Gesellschaft, sondern auch im Eigeninteresse der Unternehmer liegt, dass sie sich an die Regeln halten und anständig bleiben. Das schafft Nachhaltigkeit und Respekt. Aber stimmt das auch?

Wir alle kennen Leute, die “über Leichen gehen“, um ihre Ziele zu erreichen, auch in Firmen und Unternehmen. Sehr viele dieser Menschen haben Erfolg. Sie orientieren sich mit ihrer Verhaltensweise an Niccolo Machiavelli, dem florentinischen Machtmenschen und Philosophen, der nicht an Wertschöpfung durch Anstand geglaubt hat, sondern schon eher an Respekt durch Macht. Dass seit der Renaissance einige hundert Jahre vergangen sind, hat der Popularität Machiavellis nicht geschadet. Trotzdem: In der heutigen digitalen Gesellschaft, wo Informationen frei fliessen und Zusammenhänge für jene, die sie erkennen wollen, oft auch erkennbar sind, gibt es zusätzliche Regeln, die zu beachten sind. Dazu gehört auch die Pflege des Unternehmenswertes innerhalb der Gesellschaft. Ein Artikel in der Handelszeitung beleuchtet diesen Aspekt des Unternehmertums:

“Woran können sich Führungskräfte heute sinnvoll orientieren, wenn sie sich gesellschaftlich verpflichten wollen? Sicherlich nicht allein an abstrakten Prämissen. Ihre Ideen müssen in den Köpfen der Bürger ankommen, von diesen angenommen und verinnerlicht werden. Aus diesem Grund haben Schweizer Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft eine “Verantwortungspyramide“ entwickelt, auf deren Basis der Dialog zwischen Öffentlichkeit und Wirtschaft wieder in Gang gesetzt werden soll…“
Gerade in der aktuellen Krise, die einen kräftigen Vertrauensverlust auf Seiten der Bürger gegenüber der Wirtschaft verursacht, ist eine solche Initiative zu begrüssen. Ein Unternehmen, das sich auf die Fahne geschrieben hat, nicht nur Geld zu vermehren, sondern auch gesellschaftliche Wertschöpfung zu betreiben, kann diesen Ansprüchen womöglich genügen (wenn es Erfolg hat). Eigentlich scheint es ja ganz einfach zu sein: Wer auch im Geschäft anständig bleibt, müsste auch den Respekt der Gesellschaft erhalten – oder etwa doch nicht? Wie hat es doch Niccolo Machiavelli vor ziemlich genau 500 Jahren schon gesagt:

"Die Menschen scheuen sich weniger, einen anzugreifen, der sich beliebt gemacht hat, als einen, den sie fürchten."

Montag, 28. September 2009

Das Ende des Kabelsalats naht

Die ersten Prototypen laufen schon seit einigen Jahren, jetzt scheint die Technologie serienfähig zu werden: Elektronische Geräte, die man ohne Kabel aufladen kann, ganz simpel, indem sie in der Nähe, also innerhalb der elektromagnetischen Reichweite des “Netzgerätes“ platziert werden. An der letzten CES im Frühling dieses Jahres wurden bereits einige solche Technologien demonstriert. Wie Forbes Magazine jetzt berichtet, wird nun einer der ganz grossen Hersteller auf den vorerst nur langsam fahrenden Zug aufspringen. Dell wolle in Kürze einen Laptop auf den Markt bringen, der ohne Kabel Elektrizität tanken soll. Das Gerät heisst Latitude Z und wird nicht billig sein, wie Forbes schreibt:
“The Latitude Z will cost a great deal more than the typical $1100 business laptop and is aimed at business executives, lawyers and the like for whom appearances count. Dell doesn't have to sell a lot of this product to succeed with it -- just as General Motors can win with an oversexed sports car if it merely draws shoppers to the showrooms.”
Mit anderen Worten: Das Gerät ist ein Prestigeprojekt und soll auch als solches vermarktet werden – etwa wie ein Porsche. Falls aber der kabellose Dell-Laptop schliesslich auf den Markt kommt und funktioniert, wird er der Technologie zum Durchbruch verhelfen – unter anderem, weil wir uns alle schon lange wünschen, den lästigen Kabelsalat loszuwerden. Andere Hersteller werden nicht abseits stehen und die Technologie wird sich schnell weiterentwickeln. In einigen Jahren wird das Aufladen per Kabel der Vergangenheit angehören. Noch besser: Persönliche Gadgets werden immer genug Saft haben, weil sie, erstens, mit viel besseren Akkus ausgerüstet sein werden (an denen in Forschungslabors weltweit gearbeitet wird), und zweitens, weil sich diese Akkus an unzähligen Orten drahtlos werden aufladen lassen, ohne dass man sie aus der Tasche nehmen muss. Bis es soweit ist, wird es noch eine Weile dauern. Dass es soweit kommen wird, dessen sind wir uns sicher!
Nachtrag: Jetzt hat Dell das kabellose Notebook offiziell vorgestellt, und auch der Spiegel berichtet darüber.