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Donnerstag, 24. März 2016

Killt das Internet den Auto-Showroom?

“Digitale Transformation bedroht klassisches Neuwagengeschäft und etablierte Vertriebsstrukturen“ titelt das Management-Beratungsunternehmen A.T, Kearney  seine neuste Pressemitteilung.  Autokauf im Internet sei keine Zukunftsmusik mehr, sondern längst Realität, heisst es da. Die Prognose der Marktforscher:  Bis 2020 wird jedes dritte Auto im Internet gekauft .

Das Internet ist der grösste Auto-Showroom, den es gibt. Immer häufiger werden
da auch Autos gekauft.                                                          Screengrab Mitsubishi
Die Prognose entstammt der aktuellen Autokäuferstudie von A.T. Kearney. Darin zeigt die Managementberatung erstmals anhand repräsentativer Daten, wie die Digitalisierung den Autokauf – von der Information über die Modellauswahl bis zum Kaufabschluss – verändert. Insgesamt sind der Untersuchung zufolge schon heute mehr als 60 Prozent der online-affinen Zielgruppen dazu bereit, ihr nächstes Auto im Internet zu kaufen. Es sei ein “massiver Umbruch in Richtung digitalem Automobilvertrieb ” im Gang, resümiert Karl Obermair, der Leiter der Studie.  Angetrieben durch den sozio-demographischen und technologischen Wandel werde sich das Informations- und Kaufverhalten in den nächsten Jahren weiter digitalisieren und so mit zunehmender Dynamik nach dem Gebrauchtwagenmarkt auch das klassische Neuwagengeschäft grundlegend verändern. 
Die Studienautoren gehen davon aus, dass sich der Wandel zum digitalen Autokauf in zwei Wellen vollzieht. In der ersten werden auch jüngere Zielgruppen ihr Auto noch klassisch beim Händler besichtigen und eine Probefahrt machen, dann aber dort kaufen, wo sie den besten Preis bekommen – und das ist sehr oft das Internet. In der zweiten Welle wird es keine Medienbrüche mehr geben, weil der komplette Kaufprozess von der Modellkonfiguration über die virtuelle Besichtigung und Probefahrt bis hin zum Abschluss durchgängig online stattfindet. Nachdem die jüngeren, digitalen Auto-Käufer-Typen bislang überwiegend Gebrauchtwagen erwerben und damit als Zielgruppe noch nicht primär im Visier der Hersteller sind, drohen diesen durch die Digitalisierung große Absatzeinbußen. In wenigen Jahren würden die jungen, digital affinen Käuferschichten in den Neuwagen-Markt vordringen. Hersteller, Importeure und Händler, die mit dieser Käufergruppe in Kontakt bleiben wollen, müssen wohl ihre Vertriebsstrukturen  anpassen – zum Beispiel mit einer smarten Multi-Channel-Strategie.

Freitag, 4. Dezember 2015

Die Roboter kommen: Ist Ihr Beruf besonders gefährdet?

Die Aussichten für den Arbeitsmarkt durch die fortschreitende Computerisierung sehen nicht grossartig aus: Fast die Hälfte aller Beschäftigten muss damit rechnen, dass ihre Jobs mittelfristig durch Maschinen erledigt werden. Nach einer Analyse des Unternehmensberaters A.T. Kearney  sind in den nächsten 20 Jahren 318 und damit ein Viertel aller Jobprofile einem hohen Automatisierungsrisiko für die nächsten zwei Dekaden ausgesetzt. Der mögliche Effekt für den Arbeitsmarkt ist drastisch, weil in diesen Bereichen fast die Hälfte der Arbeitnehmer tätig ist.

Die Studie ist auf den deutschen Arbeitsmarkt ausgereichtet, aber auch für die Schweiz von Interesse. 45 Prozent aller Beschäftigten könnten gemäss der Analyse in den nächsten 20 Jahren von einer Automatisierung betroffen sein. Allerdings, so stellen die Verfasser der Studie in einer Mitteilung fest, entfällt auch ein Beruf mit hoher Automatisierungswahrscheinlichkeit nicht unbedingt vollständig.
Die Berechnungen von A.T. Kearney orientieren sich an Forschungsergebnissen der beiden Wissenschaftler Carl Benedikt Frey und Michael Osborne von der Oxford University, die 2013 anhand der zu erwartenden technologischen Entwicklung und heutiger beruflicher Tätigkeitsprofile die Wahrscheinlichkeit der Automatisierung von über 700 Berufen bestimmt haben. Berufe mit einer Automatisierungswahrscheinlichkeit von über 70 Prozent werden als gefährdet betrachtet.
Zu den zehn Berufen, die am meisten durch Automatisierung gefährdet sind (siehe nebenstehende Tabelle), gehören Büro- und Sekretariatstätigkeiten, Berufe in Verkauf und Gastronomie oder kaufmännischer und technischer Betriebswirtschaft. Auch Köche und Bankkaufleute sind bedroht.
Die Top zehn der nicht bedrohten Berufe betreffen vor allem Branchen, in denen Empathie oder emotionale Intelligenz gefordert sind -in der Pflege, Erziehung und Sozialarbeit oder auch bei Führungsaufgaben und in Forschung und Lehre. Nicht überraschend ist, dass auch viele MINT-Berufe  (in den Fachgebieten Mathematik, Informatik, Natur- und Ingenieurwissenschaft und Technik) als Roboter-resistent gelten.

Zum Vergrössern bitte anklicken.                                        Quelle A.T. Kearney
"Es macht keinen Sinn, rasant wandelnden Jobprofilen nachzutrauern", sagt Volker Lang, verantwortlich für die Studie "Wie werden wir morgen leben?" und Partner bei A.T. Kearney. "Bei der Einführung der Eisenbahn hieß es, jetzt seien Kutscher und Droschkenfahrer bedroht. Doch tatsächlich haben technologische Innovationen und Strukturwandel bisher auch neue Jobs und Wohlstand mit sich gebracht. So wird auch die fortschreitende Automatisierung neue Optionen eröffnen, die zu neuen Tätigkeitsfeldern mit Wachstumspotential führen werden."